AG der Oberschule führt Theaterszenen rund um das Thema Psychische Erkrankungen auf

„SOS an der OBS“: Magersucht oder Leistungsdruck geht jeden an

Eindringlich brachten die jungen Schauspieler der „What’s up AG“ den Fünft- und Sechstklässlern an der OBS die Probleme nahe, die bei psychischen Erkrankungen auftreten. - Foto: OBS

Bassum - So manches Theaterstück spielt in einer „heilen Welt“, die Handlung dreht sich oft um Banalitäten. Was eine AG der Bassumer Oberschule nun auf die Beine gestellt hat, ist weit davon entfernt. Die Gruppe hat sich mit psychischen Problemen beschäftigt und dies in Theaterszenen dargestellt. Und all das mit bemerkenswertem Erfolg.

Der Titel „SOS an der OBS – don’t cry, talk and smile“ hat einen bestürzend praxisnahen Hintergrund: Sozialpädagogin Erika Stötzel hatte seit geraumer Zeit beobachtet, dass die Zahl an psychischen Erkrankungen an der Schule immer weiter stieg. „Man könnte ihnen präventiver helfen, wenn man früh genug darüber spricht“, weiß die Expertin – und nahm ihre Beobachtungen zum Anlass, ein Projekt zu dem Thema mit den Schülern der „Whats up AG“ an der Schule in Gang zu bringen.

Gesagt, geplant, getan: Einige Monate lang haben sich die Schüler der AG mit den verschiedenen psychischen Krankheiten von Jugendlichen befasst – mit den Ursachen, Formen und Heilungsmöglichkeiten. Hierzu trug auch der Kinderarzt Holger Theek bei, der über seine Erfahrungen in seiner Praxis berichtete.

Aus all dem enstand die Idee, in Theaterszenen einige Beispiele aufzuführen. So sollen die Jugendlichen motiviert und informiert werden, wo und wie man sich Hilfe holen kann. „Weiter war es allen wichtig, wenn ein Jugendlicher psychisch erkrankt ist, dies nicht zu stigmatisieren, sondern offen auf den Jugendlichen zuzugehen“, so Stötzel weiter.

Vier Szenen setzen sich mit unterschiedlichen Erkrankungen auseinander: Von der Magersucht über Trauerbewältigung bis hin zum Leistungsdruck erstreckt sich die Bandbreite.

Nach allen Szenen gingen die Schauspieler mit den Schülern der 5. und 6. Klassen ins Gespräch. Dabei ging es um verschiedene Blickwinkel: Was geschieht da gerade mit dem Freund oder der Freundin? Wie kann man dem Jugendlichen helfen? Wie geht man damit um?

Wichtig war Stötzel dabei vor allem eines: Die Jugendlichen sollten verstehen, wie wichtig es ist, möglichst früh Hilfe zu holen. Zudem wollte sie vermitteln, „dass es jeden treffen kann“.

Alle Schüler der 5. und 6. Klassen beteiligten sich rege an den Gesprächen. Die Schüler berichteten im Anschluss, dass sie die Szenen als „sehr echt“ empfunden hatten.

Nach dem guten Erfolg laufen derzeit Überlegungen, noch weitere Szenen zu erarbeiten und im neuen Schuljahr vor den neuen 5. Klassen aufzuführen. - fj

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