1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Bassum

Skaterpark soll zahlreiche Wünsche erfüllen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Anika Seebacher

Kommentare

Die Rampen in Syke sind zwar schon in die Jahre gekommen, werden aber nach wie vor gut genutzt. Nun gibt es erste Ideen für eine Skate-Anlage in Bassum.
Die Rampen in Syke sind zwar schon in die Jahre gekommen, werden aber nach wie vor gut genutzt. Nun gibt es erste Ideen für eine Skate-Anlage in Bassum. © Seebacher

Bassum – Waghalsige Stunts fahren, Tricks üben und vor allem Gleichgesinnte treffen und Netzwerke aufbauen – so sehen die Wünsche für eine Skate-Anlage in Bassum aus. Aktuell vermissen die Aktiven dieser Szene vor Ort eine Möglichkeit, ihr Hobby auszuüben. Doch es gibt erste Überlegungen für einen neuen Skatepark.

Dieser könnte auf einem rund 3500 Quadratmeter großen Areal hinter der Grundschule Petermoor entstehen. „Die Stadt hat sich die Familienfreundlichkeit auf die Fahnen geschrieben. Dazu gehört neben Pflichtaufgaben wie Kita und Schule auch ein Angebot für Jugendliche“, machte Bassums Bürgermeister Christian Porsch deutlich, dass diese Altersgruppe bislang zu kurz gekommen sei. Wenn sie nicht den Parkplatz vor dem Fitnessstudio an der Eschenhäuser Straße nutzen, fahren sie zu den Anlagen nach Bremen oder Wildeshausen, berichteten einige Bassumer BMX- und Skateboardfahrer im Rahmen einer ersten Planungsrunde. Dabei brachten sich auch Vertreter der Stadtverwaltung und Sportvereine ein. Entscheidende Hinweise zur Planung und Funktionsweise des Wunschprojekts lieferte Michael Meibers-Hinrichs. Der Vize-Präsident des Deutschen Rollsport- und Inliner-Verbands sowie Niedersachsen-Fachwart bei der Sportkommission Skateboard betreibt nicht nur einen Shop für Streetwear und Skateboards in Oldenburg, sondern hat in der Vergangenheit bereits mehrere Gemeinden beim Aufbau eines Skateparks begleitet.

Skater  in Rotenburg
Andere Kommunen haben bereits Anlagen, wo sich waghalsige austoben können. © Bartz
Biker auf der Skateranlage
Auch Biker nutzen die Bahnen gern, wie hier in Kirchweyhe. © -Ehlers

Bis Oktober 2016 gab es auch in Bassum eine Anlage –auf dem Parkplatz des Naturfreibades. Diese wurde jedoch aus Sicherheitsgründen abgebaut, einen Ersatz gab es bislang nicht. Eine neue Anlage könnte zahlreiche Hobbysportler anlocken, meint Meibers-Hinrichs. Auf der Basis von Vergleichszahlen aus anderen Städten hatte er berechnet, dass es mehr als 1200 Interessenten für den Skatepark in der Lindenstadt geben könnte: Neben Fans von Skateboards und BMX-Rädern würden auch Inlineskater und Scooterfahrer Rampen und Co. befahren. Man müsse daher sinnvoll planen, welche Hindernisse man auf der Fläche platzieren wolle. „Am besten ist es, Teilelemente für verschiedene Sportarten zu planen“, so der Fachmann. Der Wunsch aus dem Plenum: ein Pumptrack. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Skaterbahn und Geländeparcours für Mountainbiker, die aber auch von anderen Sportlern genutzt wird. „Man muss sich auf einige Dinge begrenzen und lieber auf ähnliche Elemente setzen, um alle Angebote miteinander zu verknüpfen“, gab Meibers-Hinrichs den Bassumern für die noch ausstehenden Überlegungen mit auf den Weg.

Um die Anlage nahe des Industriegebiets ideal auszulasten, könnte man den Skatepark vormittags für den Schulsport zur Verfügung stellen. In diesem Bereich gebe es ohnehin großen Nachholbedarf, da die Aspekte Gleiten und Rollen im Schulunterricht vorgeschrieben seien. Am Nachmittag könnten den ersten Ideen zufolge junge Aktive ihrem Hobby nachgehen und bei entsprechender Beleuchtung sei der Fahrspaß bis in den Abend möglich, stellte Meibers-Hinrichs den Interessierten vor.

Vertreter der Bassumer Schulen und Sportvereine seien bereits informiert, erinnerte Erster Stadtrat Norbert Lyko an Vorgespräche im vergangenen Jahr. Carsten Schlottmann, Vorsitzender des TSV Bassum, zeigte sich zudem aufgeschlossen, eine neue Sparte im Verein zu integrieren und will Informationen einholen.

Stadt möchte Fördermittel beantragen

Das Jugendhaus, das in unmittelbarer Nachbarschaft zum Skatepark liegen wird, übernimmt bei dem Projekt ebenfalls eine wichtige Aufgabe. Marcus Libbertz als Leiter der Einrichtung soll dafür sorgen, dass die Jugendlichen frühzeitig mit in den Prozess einbezogen werden, ihre Wünsche und Anregungen einbringen. „Solch ein Projekt erfordert Geduld“, sagte Bürgermeister Porsch mit Blick auf eine detaillierte Planung sowie Fördermittelanträge. Bis zur Eröffnung des Skateparks müsse man sich mit Alternativangeboten wie Fahrten zu Anlagen in der Umgebung und entsprechenden Kursen behelfen, so die einhellige Meinung der Planungsrunde.

„Aktuell planen bundesweit 820 Gemeinden eine Anlage“, gab Meibers-Hinrichs allerdings zu bedenken, dass man sich nicht zu viel Zeit lassen sollte. Spätestens seitdem Skateboarden im vergangenen Jahr olympisch wurde, gebe es ein enormes Interesse. Der hinzugezogene Experte rät dazu, zeitnah eine Ausschreibung vorzunehmen, um die Fachplanung bis zum Herbst abzuschließen. Dann könne mit dem Bau im kommenden Jahr begonnen werden. Darüber hinaus merkte Meibers-Hinrichs an, dass man die Anlage mit Beton bauen sollte. „Damit hat man bis zu 40 Jahre lang kaum Folgekosten“, machte er den Vorteil gegenüber Holzkonstruktionen deutlich, die alle fünf bis sechs Jahre komplett erneuert werden müssten. Laut den Vertretern der Verwaltung wolle man nun prüfen, welche Fördermittel für das Vorhaben infrage kommen.

Auch interessant

Kommentare