Serie "Urlaub in der Heimat"

Auf Expedition im Maislabyrinth

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Onlinereporter Miriam Kern und Jan Wiewelhove wagten sich in das Dickicht des Maislabyrinths in Groß Henstedt. 

Groß Henstedt - Von Miriam Kern. Mais, nichts als Mais soweit das Auge reicht. Rund drei Meter hoch sind die Pflanzen und überragen uns damit deutlich. Mit meinem Kollegen stehe ich im Maislabyrinth in Groß Henstedt. Seit Sonntag können Kinder und Erwachsene sich dort wieder den Weg durch das Dickicht bahnen. Werden auch wir in einer vertretbaren Zeit zum Ausgang finden? Zum Auftakt unserer Sommerreise wagen wir den Selbstversuch. 

Seit rund acht Jahren verwandelt Familie Buchholz das Maisfeld neben ihrem Gasthaus Stöver in Bassum in ein Labyrinth. „Wir wollten den Leuten auch in der Sommerpause etwas anbieten“, erzählt Erika Buchholz. Der perfekte Ausgangspunkt für unsere Sommerreise durch den Landkreis. Wollten wir unter dem Motto "Urlaub in der Heimat" doch Freizeitaktivitäten in der Region vorstellen.

Orientierungsverlust in 3, 2, 1.

Die Vorbereitungen für das Maislabyrinth am Stövers Landgasthaus beginnen mit einer Zeichnung. Henning Buchholz skizziert zunächst ein Muster des Irrwegs auf Papier. Im Mai, wenn der Mais dann etwa zwei oder drei Blätter trägt, fräst er das Muster in das Feld. „Später wäre es zu anstrengend, die vielen kräftigen Maispflanzen zu stutzen“, sagt Buchholz. Bis Ende Juli ist dann Handarbeit gefragt. Mit der Hacke geht die Familie immer wieder die Wege ab und stutzt die Pflanzen. 

Das Ergebnis ist ein Maislabyrinth, das sich über eine Fläche von rund 1,2 Hektar erstreckt. Das sind 12.000 Quadratmeter - die Maße entsprechen in etwa der Größe von zwei Fußballfeldern.

„Die Wege sind zwar nicht besonders breit, dafür kommt bei uns richtiges Dschungelfeeling auf“, sagt Buchholz. 

Zwölf Spiel-Stationen sind in dem Irrgarten versteckt, an denen der Besucher Fragen beantworten und Stempel sammeln kann. Wir nehmen die Herausforderung an. Ausgerüstet mit Stift und Klemmbrett machen wir uns auf in Richtung Maisfeld.

Am Eingang des Irrgartens ist ein Aussichtsturm der Feuerwehr postiert. Noch eben einen Überblick verschaffen, vielleicht schon einmal den Weg zum Ausgang merken, mag so mancher im Geheimen denken. Doch wer meint, dass das so einfach möglich wäre, der irrt - bereits hier. 

Von hier oben sieht das Maisfeld gar nicht so groß aus, denke ich. Da sind wir sicher schnell durchgelaufen. Es dauert etwa fünf Minuten, bis ich die Orientierung verloren habe. Hier eine Abzweigung nach links genommen, dort an der Gabelung rechts abgebogen und plötzlich nur noch meterhoher Mais um uns herum. 

„Dschungelfeeling“ in Groß Henstedt

Kaum zu glauben, dass wir eben noch an einer Straße standen, denke ich. Plötzlich ist von all dem nichts mehr zu merken. Ich stapfe über umgestoßene Maispflanzen, weiche den Blättern aus. Ich fühle mich wie auf einer Expedition. Nur habe ich den Kompass vergessen. Und bin in Groß Henstedt.

30 Minuten später: Nachdem ich mich bereits früh der Orientierungslosigkeit hingegeben habe, scheint nun auch mein Kollege keinen Durchblick mehr zu haben. Wahllos wählt er an den Abzweigungen die Richtung. Sind wir an diesem Maiskolben nicht schon einmal vorbei gekommen? 

Ich erinnere mich an die Luftaufnahme des Labyrinths, die uns Erika Buchholz im Gasthaus zeigte. Die Wege sind in diesem Jahr im Muster eines Fisches angelegt. Doch befinden wir uns nun gerade im Bauch oder doch eher im Kopf des Fisches?

Rund eine Stunde brauchen die Irrenden, um zum Ausgang des Labyrinths zu finden, sagte Buchholz. Zur Not helfe die Familie auch wieder aus dem Dickicht. „Aber bisher sind alle wieder rausgekommen.“

Durch meinen Kopf schießen lose Gedanken. Was, wenn wir stundenlang im Kreis laufen. Wie soll ich das meinen Kollegen erklären? Für Wochen werden wir das Gespött der Redaktion sein. 

Plötzlich: Licht am Ende des Ganges

Ich höre die Straße. Das Gasthaus kann nicht fern sein. Und dann plötzlich: Licht am Ende des Ganges. Wir haben es geschafft, der Ausgang ist nah. Dass wir etwas mehr als 60 Minuten gebraucht und nicht alle Stationen und Stempel gefunden haben, wollen wir nicht weiter thematisieren. 

Rund 500 Besucher kamen im vergangenen Jahr in den Irrgarten nach Groß Henstedt. Im Anschluss können die Gäste im Landgasthaus Stöver ihren Hunger stillen oder auf der Terrasse ein Eis genießen. 

Ein Highlight ist jedes Jahr die Gruselnacht. Dann holt Familie Buchholz die Strohpuppen aus dem Lager, platziert sie wirkungsvoll im Irrgarten und wirft die Nebelkanone an.

Regulär ist das Labyrinth bis Ende September begehbar. „So lang der Mais eben gut aussieht.“ Anschließend wird der Futtermais gehäxelt und geht in die Biogasanlage. 

Bewegte Eindrücke aus dem Maislabyrinth:

Infos für die Hosentasche

Webseite: www.stoevers-gasthaus.de

Was gibt es sonst noch in Bassum zu entdecken? 

Tierfreunde besuchen zum Beispiel den Tierpark Petermoor. Im Bassumer Zentrum gelegen, leben hier Antilopen neben Kängurus, Katta-Affen springen in den Baumkronen umher und der Kronenkranich stolziert durch sein Gehege. Auch alte und vom Aussterben bedrohte Tierarten haben in der Anlage ein neues Zuhause gefunden. Kinder begeistern sich für den Streichelzoo. 

Adresse:

Tierpark Petermoor Bassum

Am Petermoor 2, 27211 Bassum

Öffnungszeiten: 

ganzjährig von 8 Uhr bis mindestens 18 Uhr

In den Wintermonaten ist bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet.

Preise: 

Eintritt frei  

Webseite: www.tierpark-bassum.de

Außerdem sind auch in Bassum Geocaches versteckt. Das sind kleine Schätze, die im Gelände versteckt worden sind. Um sie zu finden, braucht es nur ein GPS-fähiges Mobiltelefon und die Geocaching-Intro-App (Starter-Version kostenlos) und schon kann die moderne Schnitzeljagd losgehen. Ein guter Anfang wäre ein Besuch der „1.000-jährigen Eiche“. Wir haben uns bereits im dort hinterlegten Logbuch verewigt. 

Mehr Infos zum Geocaching gibt es auf der Webseite: www.geocaching.com

Sommereise: Gesammelte Eindrücke vom Montag

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Montag

Hierhin sind wir auch gereist:

Auch am zweiten Tag riefen uns die Felder, allerdings ließen wir uns mit einem Bus die 300 Hektar große Heidelbeer-Anbaufläche des Fruchthofes Thiermann in Kirchdorf zeigen.

Mit dem zurückkehrenden Sonnenschein haben wir uns auf die Lohne gewagt und sind zehn Kilometer von Lembruch nach Diepholz gepaddelt.

Doch damit nicht genug Wassersport: Wir wagten uns zum Windsurfen auf den Dümmer See.

Außerdem waren wir zu Gast in Ströhen. Wir erkundeten sowohl den Tierpark als auch die Moorwelten.

Zum Abschluss besuchten wir Bruchhausen-Vilsen. Wir wanderten rund um den Heiligenberg und informierten uns über Kräuter.

Den kompletten Überblick über die Sommerreise durch den Landkreis Diepholz finden Sie hier.

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