„Ist das noch normal!?“

Wenn Senioren sich plötzlich verändern

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Im Zentrum für seelische Gesundheit bieten (v.l.) Dr. Stefan Renner, Rita Wegg und Lilja Helms ein Seminar über Persönlichkeitsveränderungen im Alter an.

Bassum - Von Anke Seidel. Wo fängt die Krankheit an – und was ist normales Verhalten im Alter? Es ist eine schwer zu beantwortende Frage. Denn die Grenzen sind von Mensch zu Mensch verschieden, weil sie von der ganz persönlichen Konstitution abhängen. „Ist das noch normal!?“ – diese Frage stellen sich Nachbarn, Verwandte und Freunde von Senioren immer wieder, weiß die Gerontologin und „Pro Dem“-Mitarbeiterin Lilja Helms.

Gemeinsam mit Dr. Stefan Renner, Chefarzt am Zentrum für seelische Gesundheit in Bassum, und Rita Wegg von der Zukunftswerkstatt Gesundheit und Pflege bietet sie am Freitag, 4. August, von 14 bis 18 Uhr ein Seminar mit dem Titel „Persönlichkeitsveränderungen im Alter – (K)ein Problem?“ in Bassum.

Ganz bewusst haben die Organisatoren das „K“ in Klammern gesetzt. Denn längst nicht alle Veränderungen im Alter sind ein Problem. Mürrische Antworten, ungepflegte Erscheinung oder sozialer Rückzug können aber Signale dafür sein, dass Senioren ihren Alltag und ihre Herausforderungen nicht alleine meistern können. „Im Alter kompensiert man schlechter“, sagt Dr. Stefan Renner. „Wenn das Haus verkauft wird – das muss man erst mal verkraften“, beschreibt der Psychologe einen klassischen Lebenseinschnitt im Alter.

Von den knapp 214.000 Einwohnern des Landkreises Diepholz sind rund 61.400 älter als 60 Jahre. Ein Großteil von ihnen ist eingebunden in Ortsgruppen wie vom SoVD (Sozialverband Deutschland), in Angebote von Seniorenbeiräten oder nehmen an Gästeführungen in ihrem Ort teil. Die Leiter solcher Gruppen sind es, die in dem Seminar für Persönlichkeitsstörungen im Alter sensibilisiert werden sollen. „Wir wollen die Multiplikatoren erreichen“, betonen die Organisatoren.

Veränderungen erkennen 

„Dass Senioren sich aus Gruppen zurückziehen, das erleben wir immer wieder“, sagt Rita Wegg, die auch im SoVD stark engagiert ist. Die Multiplikatoren sollen ihre Kenntnisse weitergeben – an besorgte Nachbarn zum Beispiel: Eingreifen, wenn eine bisher top-gepflegte Seniorin mit schicker Kleidung und lackierten Nägeln plötzlich unfrisiert und völlig ungepflegt im Supermarkt erscheint? „Es ist wichtig, dass Menschen die Situation erkennen und für sich entscheiden, ob sie Hilfe holen“, betont Lilja Helms, „sie müssen diese Hilfe nicht selber leisten“.

Am 4. August referiert Stefan Renner zunächst zum Titelthema des Seminars, bevor der Ambulanzarzt Norman Stern Persönlichkeitsveränderungen und Demenz beleuchtet. Es folgen zwei zeitgleiche Workshops zu den Themen „Krisen und kritische Lebensereignisse – Hilfebedarf erkennen und handeln“ (Stefan Renner) und „Verhaltensstörungen bei Demenz“ (Norman Stern und Lilja Helms).

Anmeldungen bei Rita Wegg - E-Mail: info@zukunftswerkstatt-diepholz.de, Telefon 04203/787700

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