Fester Treffpunkt gesucht

Restless-Legs-Selbsthilfegruppe: „Jeder wird mit Respekt behandelt“

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Antje Abels-Gurrey von der Eichen-Apotheke (vorne links) brachte viele spannende Informationen für die Mitglieder der Selbsthilfegruppe mit.

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Karina Bremer aus Nordwohlde hat gehofft, durch einen Zeitungsartikel ein paar Menschen zu finden, die wie sie unter dem Restless-Legs-Syndrom (RLS) leiden. Menschen, mit denen sie sich austauschen kann, die verstehen, was sie durchmacht. Doch das Echo, das sie bekam, hat auch sie überrascht. „Es gab mega viele Anfragen. Sogar noch Wochen später haben sich Betroffene gemeldet“, erklärt Bremer. Die Menschen kamen aus verschiedenen Gemeinden des Landkreises, aus Wildeshausen und Harpstedt.

Auch die Interessengemeinschaft Gesundes Leben (Igel) in Barnstorf rief an und bot Hilfestellung. „Das war super und auch, wenn wir die Gruppe schon gegründet haben, will ich das Angebot annehmen. Wir sind ja zum Beispiel noch auf der Suche nach einem Raum“, so Bremer.

Zurzeit trifft sich die Gruppe in einem Zimmer, das ihnen der Wirt des Gasthauses „Zum Hombachtal“ zur Verfügung stellt. „Das ist total toll“, freut sich Bremer. „Wir sind sehr dankbar dafür - aber auf die Dauer geht das natürlich nicht, denn irgendwann braucht er den Raum ja auch für den Betrieb.“

Die Gruppe würde alle zwei Monate am Donnerstag ab 19 Uhr einen Treffpunkt benötigen. Er sollte in Bassum, Syke oder Harpstedt sein, damit er für alle Mitglieder gut erreichbar ist.

Beim ersten Treffen kamen 18 Teilnehmer, von denen sich jeder zunächst vorstellte. „Mir ist dabei wichtig, dass jeder mit Respekt behandelt wird. Wenn einer seine Geschichte erzählt, sich quasi öffnet, sollen alle zuhören und sich nicht dabei unterhalten“, betont Bremer.

Die Gruppe sei bunt gemischt: Männer und Frauen von Mitte 20 bis ins Rentenalter. „Denn von RLS können auch junge Menschen betroffen sein.“ Einige nehmen seit Jahrzehnten Medikamente, andere noch gar keine. Die Geschichten seien ebenso vielfältig gewesen, denn „jeder empfindet anders und jeder Körper reagiert anders“. Themen waren unter anderem, welche Ärzte zu empfehlen sind und welche Medikamente helfen können.

Das unangenehme Kribbeln in den Beinen lässt die an RLS-Betroffenen nicht zur Ruhe kommen. 

Beides sind wichtige Aspekte für RLS-Patienten, denn „es gibt im norddeutschen Raum kaum Neurologen, die sich mit der Krankheit auskennen“, sagt Bremer. Einige Mitglieder ihrer Gruppe hätten beispielsweise erst bei diesem Treffen erfahren, welche Rolle der Eisenspeicher im Körper bei ihrer Erkankung spielt - obwohl sie bereits in Behandlung sind.

Viele Mediziner verschrieben auch allzu sorglos Medikamente, die Opiate und Morphine enthielten - ohne die Patienten angemessen über die Nebenwirkungen aufzuklären. „Viele sind so verweifelt, dass sie diese starken Mittel nehmen, um endlich wieder Ruhe zu finden. Aber sie wissen nicht um die Folgen. Einige Mitglieder der Gruppe sind da wirklich durch die Hölle gegangen“, sagt Bremer.

Umso glücklicher war sie, für das jüngste und mittlerweile dritte Treffen Antje Abels-Gurrey als Referentin gewinnen zu können. Sie ist Mitarbeiterin der Eichen-Apotheke in Bassum und besitzt laut Bremer ein umfangreiches Wissen über RLS. „Der Vortrag hat sehr geholfen. Sie hat erklärt, wie RLS entsteht, über Medikamente und die Gefahr der Abhängigkeit aufgeklärt.“ Die Zuhörer hätten viele Fragen gehabt.

Bremer ist stolz über die Entwicklung. „Wir haben eine super Gruppe, in der alle nett sind. Das Verhältnis ist locker, jeder macht nur das mit, was er machen will.“ Je nachdem wie die Gruppe zusammenwächst, kann sich Bremer auch vorstellen, mal etwas zu unternehmen.

Doch nun möchte sie erstmal einen geeigneten Raum finden und eine Kasse einführen, in die jeder zwei Euro einzahlt. Damit soll die eventuell anfallende Raummiete, Kaffee oder eine Kleinigkeit zu Essen für die Treffen bezahlt werden. Die Gruppe kommt das nächste Mal am 7. März zusammen.

Kontakt

Wer einen Raum zur Verfügung stellen oder Kontakt zu der Selbsthilfegruppe aufnehmen möchte, kann dies unter 04249/9617490 oder per Mail an rls-shg-nordwohlde@gmx.de tun.

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