Mit Schwung aus dem Tal

Tina Wilkens und Ingrid Bähr bilden neue Leitung der Prinzhöfte-Schule

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Tina Wilkens (r.) ist jetzt die Schulleiterin der Prinzhöfte-Schule, Ingrid Bähr ihre Stellvertreterin. Über die neue Schulspitze freut sich Dominik Wrhel, Vorstandsvorsitzender des Schulvereins.

Bassum - Von Frank Jaursch. Hinter der Prinzhöfte-Schule liegt nicht unbedingt das einfachste Jahr ihres Bestehens. Nach der Trennung vom damaligen Schulleiter Alexander Quante und einigen damit verbundenen Konflikten sei man „durch ein Tal gegangen“, räumt Dominik Wrhel, der Vorsitzende des Schulvereins, ein.

Doch die Schule geht mit viel neuem Elan in die Zukunft – und mit einer neuen Schulleiterin, die gar nicht sooo neu ist. Tina Wilkens ist bereits seit Sommer 2009 in Bassum tätig. Ihre Kenntnisse und ihr Wissen um die Abläufe in der Schule am Helldiek machten sie für den Schulverein schnell zur Idealbesetzung für den Posten. 

„Es war relativ schnell klar, dass wir die Schulleiter-Situation aus unseren aktuellen Pädagogen lösen“, so Wrhel. Es habe zwar verschiedene durchaus qualifizierte Bewerber gegeben, „aber es hat irgendwie nicht gefruchtet“. Viele der Kandidaten seien aus Regelschulen gekommen. „Hier Schulleitung zu sein, ist eben etwas anderes“, so Wilkens.

Dass sie selbst die Lösung sein könnte, sahen nach ihrer Rückkehr aus der Elternzeit viele im Vorstand so – nur Wilkens selbst musste wohl ein wenig zu ihrem Glück gezwungen werden. „Ich mach hier alles, bloß keine Schulleitung“, habe sie nach ihrer Rückkehr gesagt, erinnert sich Wilkens lachend.

„Ich mach hier alles, nur keine Schulleitung“

Ihr organisatorisches Talent und ihre berufliche Vorerfahrung bei einem anderen Bildungsträger erwiesen sich schnell als enorm hilfreich. In der Folge trug sie als eine von vielen dazu bei, dass der Schulunterricht auch während der Übergangszeit aufrechterhalten werden konnte. Tatsächlich hätten die Kinder von der Problematik kaum etwas mitbekommen, ist sich Wrhel sicher. Das Tal, durch das die Schule gegangen sei, „hat sich sehr auf der Erwachsenenebene abgespielt“.

Vor gut einem halben Jahr formierte sich die Schulleitung neu – mit Wilkens und mit einer stellvertretenden Schulleiterin, die Know-how aus einer ganz anderen Richtung mitbringt: Ingrid Bähr, seit fünf Jahren als Elternteil im Schulverein engagiert und Professorin für Erziehungswissenschaft in Hamburg, wird teilweise als Lehrkraft und teilweise als Schulleitung fungieren. Sie bringt ein umfassendes Wissen um Schulformen und pädagogische Konzepte mit – und ist immer wieder „fasziniert, das hier lebendig zu sehen“.

Bähr lobt den Ansatz der Mitbestimmung und das Prinzip, „am Interesse der Kinder anzusetzen“, als hochmodern. Eigentlich, so schmunzelt sie, hinke die aktuelle Theorie noch immer dem hinterher, was in der Prinzhöfte-Schule seit Jahrzehnten angewandt würde.

Das mitbestimmte Lernen, das direkt am Interesse der Kinder ansetzt, ist ein Kernpunkt der Prinzhöfte-Pädagogik. Die Schule verknüpft dabei Elemente der Freinet-Pädagogik mit selbst entwickelten Anteilen. Der Erfolg gibt der Schule immer wieder Recht – wie nicht zuletzt der Erfolg des Bassumer Jugendrotkreuzes bei den Landeswettbewerben (wir berichteten) zeigt. Das Konzept der Mitbestimmung und Selbstbestimmung“, betont Bähr, „hört nicht im Klassenraum auf.“

Sommerfest am 9. September

Bei Prinzhöftes agieren aber nicht nur die Kinder aus dem Interesse heraus, sondern viele Eltern auch. Bähr: „Es ist eine Herzensangelegenheit vieler.“ Das habe sich gerade im zurückliegenden Jahr als wichtiges Element herausgestellt. „Es kamen viele Motivationen, viel ‘Drive’ von der Elternseite“, erzählt Wrhel. „Alle Beteiligten haben eingesehen, dass wir uns wieder mehr aufs Schulkonzept besinnen müssen“, sagt Bähr.

Der neue Schwung soll flankiert werden von bewährten Kräften. Allen voran Elena Herter, die „gute Seele“ und Leitung der Schulverwaltung. Ohne ihren Einsatz, da ist sich das Leitungsteam sicher, wäre die Schule nicht so gut durch die schwierige Phase gekommen. Auch wenn der Verein auf die Turbulenzen des vergangenen Jahres sicher gerne verzichtet hätte: Eigentlich ist der stete Wandel ein Teil des Konzeptes. „Es geht darum, die Grundidee immer wieder unter neuen Bedingungen möglichst gut umzusetzen“, sagt Bähr. Wrhel ergänzt: „Und dafür einen spannenden Rahmen zu schaffen.“

Knapp 100 Schüler besuchen derzeit die Prinzhöfte-Schule. In den Jahrgängen 2 bis 9 gibt es noch vereinzelt freie Plätze. Wer sich über die Schule und ihr Konzept informieren möchte, hat dafür am 9. September Gelegenheit: Die Prinzhöfte-Schule bietet an diesem Tag zwischen 14 und 21 Uhr Live-Musik und viele Aktionen an – unter anderem Kinderdisco und ein Poetry-Slam-Wettbewerb. Darüber hinaus bekommen Besucher Einblicke in verschiedene Schulprojekte, an denen Kinder sich beteiligen können. Für interessierte Eltern gibt es Gelegenheit, sich ausführlich zu informieren.

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