„Da schwirrt nichts, das ist ein stinkender Sumpf“

Notlösung an der Garbeeke: Freiwillige Helfer bauen provisorisches Wehr

Erste Hilfe an der Garbeeke leisten Klaus deVries und Andree Fischer vom Angelsportverein Syke.   - Foto: Behlmer

Bassum - Von Frauke Albrecht. Wilfried Behlmer hatte am Montagmorgen kaum seine zweite Tasse Kaffee getrunken, da stand schon Besuch in der Tür: Klaus deVries vom Angelsportverein Syke hatte die Zeitung gelesen und wollte sich selbst ein Bild von dem Drama machen, das sich derzeit an der Garbeeke abspielt. Wie bereits berichtet, droht der kleine See an der Bremer Straße, der zum Naturschutzgebiet gehört, umzukippen. Zahlreiche tote Fische schwammen bereits kieloben.

„Klaus deVries hat sich umgesehen und versprach, wiederzukommen“, erzählt Behlmer. Und tatsächlich, zu seiner großen Freude war der Syker keine zwei Stunden später wieder da und hatte noch einen Helfer mitgebracht.

Gemeinsam bauten sie aus den mitgebrachten Materialien, unter anderem Schotter und Holz, ein provisorisches Wehr, um den Bach soweit aufzustauen, damit über den Zulauf Frischwasser in den Teich strömt. „Es funktioniert“, sagt Behlmer, der das Konstrukt im Auge hat.

„Es ist ein Provisorium. Da muss langfristig eine vernünftige Lösung her“, sagt deVries auf Anfrage unserer Zeitung. Vernünftig wäre für ihn beispielsweise eine Sohlgleite. (Anmerkung der Redaktion: Sohlgleiten sind Bauwerke, die auf kurzer Distanz einen Gefällesprung der Gewässersohle überwinden.)

Engagement ist völlig uneigennützig

Nach Ansicht von deVries könnte eine solche mit geringem Aufwand errichtet werden, beispielsweise mit Hilfe von einer Steinschüttung. Der Vorteil wäre, das alle andere Lebewesen rauf und runter können. An vielen Stellen der Hache seien derartige Sohlgleiten gebaut worden.

Das Engagement des Vereins ist völlig uneigennützig. „Wir haben dort überhaupt keine Fischereirechte. Uns geht es um den Naturschutz“, so deVries. Für ihn steht das Gewässer an erster Stelle. Von so einem See sollten Mensch und Tier etwas haben, meint er. „Da könnten Teichhühner brüten, Libellenlarven schlüpfen, Frösche quaken – da müsste es surren und schwirren. Aber momentan schwirrt da gar nichts“, hat der Syker beobachtet. „Das ist nur ein stinkender Sumpf.“

Wichtig für jedes Gewässer sei Wind. Der Syker rät, zur Westseite einige Bäume entfernen zu lassen, damit nicht zu viel Laubeintrag hinein kommt und darüber hinaus die Windzufuhr gewährleistet sei.

„Wir sind uns noch nicht im Klaren, wie wir damit nun umgehen“

Die zuständige Behörde ist der Landkreis Diepholz. „Wir sind uns noch nicht im Klaren, wie wir damit nun umgehen“, sagte gestern Michael Thiel vom Fachdienst Kreisentwicklung und Naturschutz auf Anfrage. Ein Mitarbeiter werde sich vor Ort ein Bild von der Situation machen. Erst dann könne Thiel weitere Maßnahmen benennen.

Der Fachdienstleiter bestätigt, dass der Landkreis vor knapp 15 Jahren von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht hatte, um das gesamte Gebiet unter Naturschutz zu stellen. Die Natur sollte sich – ohne Eingriff des Menschen – entwickeln. Heißt: Im Vordergrund steht die Nichtnutzung. Der Fischbestand sei damals abgefischt worden, so Thiel. „Es müssen wohl ein paar drin geblieben sein.“

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