Sandabbau in Stühren / Firma baut Zufahrtstraße aus und plant Trassenverlegung um zehn Meter

Schutzwall soll Lärm reduzieren

Bernd Meyer, Gesellschafter der Firma Meyer und Schreiber, schaut sich die Grabungslöcher der Archäologen an.
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Bernd Meyer, Gesellschafter der Firma Meyer und Schreiber, schaut sich die Grabungslöcher der Archäologen an.

Stühren – Der Rohstoff Sand ist kostbar, denn die Ressource ist endlich. An manchen Orten wird der Baustoff knapp. Im Landkreis Diepholz allerdings ist noch genug vorhanden – der Landkreis hatte bereits vor Jahren im sogenannten Regionalen Raumordnungsprogramm Vorranggebiete gekennzeichnet. Dort darf Sand abgebaut werden (wir berichteten). Unter anderem von der Firma Meyer und Schreiber aus Stuhr. Das Unternehmen unterhält bereits seit knapp 30 Jahren in Fesenfeld eine Grube. Der Sand dort geht nun zur Neige, deshalb soll es 2021 in Stühren weitergehen. Das Verfahren ist bereits vom Landkreis genehmigt.

Derzeit lässt das Unternehmen die Zufahrtstraße bauen. „Dabei nutzen wir die bereits vorhandene Straße von der B 51 aus zu unserer jetzigen Grube und führen diese weiter“, erklärt Axel Habermann, Geschäftsführer, beim Ortstermin. Die Verantwortlichen hätten den Verlauf der Zufahrtstraße etwas verändert, um die Anlieger zu entlasten. „Die Lastwagen müssen nun keine Steigung mehr bewältigen und können ohne anzuhalten um die Kurve fahren. Das reduziert die Lärmbelastung“, ist Habermann überzeugt.

Die Straße wird asphaltiert, das sorgt ebenfalls für etwas mehr Ruhe. „Und wir haben für einen betroffenen Anwohner extra einen Lärmschutzwall gebaut – auf unsere Kosten“, ergänzt Bernd Meyer, Senior-Chef und Gesellschafter. Er hofft auf ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis. „Wir müssen hier die nächsten 20 bis 30 Jahre arbeiten und wollen keinen Streit.“

Die Lastwagen, die den Sand abfahren, können sie nicht wegzaubern. Aber sie können versuchen, die Belastung so gering wie möglich zu halten. „Deshalb haben wir überlegt, den Lärmschutzwall an der Straße weiter zu führen, um auch die Anlieger des Wochenendhausgebietes zu entlasten. Die Zufahrt könnte dann um zehn Meter versetzt werden“. so Habermann. Diesen Verlauf lasse die Firma vom Landkreis prüfen. Laut Habermann ist die neue Grube 34,5 Hektar groß. Über einen Zeitraum von etwa 20 Jahren sollen rund 4 900 000 Kubikmeter Sand abgebaut werden. Am Ende entsteht eine 19,5 Hektar große Wasserfläche mit einer Wassertiefe von etwa 22 Metern.

Aus langjähriger Erfahrung wissen die beiden, dass es bei neuen Abbaugebieten einige Zeit braucht, bis qualitativ hochwertiger Sand zum Vorschein kommt. „Der Sand in den oberen Schichten eignet sich lediglich als Füllsand“, so Habermann. Den frostsicheren besseren Boden vermuten sie in einer Tiefe ab acht Metern. Es werde also etwas dauern, bis sie da ran kommen. Deshalb wird es in der Anfangszeit einen parallelen Abbau geben. Soll heißen, während in Stühren schon gegraben wird, wird der Schwimmbagger die letzten Reserven in Fesenfeld ausbeuten.

In etwa fünf Jahren, so schätzt Meyer, könnte dort dann endgültig Schluss sein. Dann hat die Firma Meyer und Schreiber etwa sieben bis acht Millionen Kubikmeter Sand aus dem Boden geholt. „Eine gute Ausbeute“, findet Meyer.

Und wie sieht die Nachnutzung Fesenfeld aus? „Die Grube wird renaturiert. Da gibt es genaue, vom Landkreis Diepholz genehmigte Renaturierungspläne“, so Habermann. Er warnt davor, in dem See dort baden zu gehen: „Das ist lebensgefährlich. Durch den Abbau gibt es da Treibsand. Da kommt man allein nicht mehr raus.“

Deshalb werde das Unternehmen das Grundstück eingezäunt lassen.

Auch an der neuen Grube wird ein Zaun errichtet. Der Bau ist zwischen Weihnachten und Neujahr geplant. Derzeit untersuchen Archäologen die Fläche. Zum Januar, so Meyer und Schreiber, ist die erste Fläche freigegeben, sodass sie hoffentlich anfangen könnten.  al

Die Grube in Fesenfeld ist in etwa fünf Jahren ausgebeutet. Dann wird sie rekultiviert.

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