Anpassung an EU-Richtlinie

Schutzgebiet Hache kommt auf den Prüfstand

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Der Kammmolch lebt in der Hache und gilt als besonders schützenswert.

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Er schaut ein bisschen aus wie ein kleiner Drache, der sich das Bäuchlein im Giraffenlook bemalt hat: der Kammmolch. Seinen Lebensraum hat er unter anderem im Kammmolchbiotop an der Harpstedter Straße in Bassum, ein Schutzgebiet.

Weitere sind das „Geestmoor und Klosterbach“, das teilweise in Apelstedt angesiedelt ist, „Hachetal“ und „Freidorfer Hachetal“. Letzteres bezeichnet einen Randbereich der Hache, der in Freidorf beginnt, nach Neubruchhausen und durch den Ortsteil fließt und westlich von Wickbranzen wieder das Bassumer Gebiet verlässt.

Nach den Vorgaben der EU muss der vorhandene Schutzstatus dieser FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat) jedoch verbessert und auf die Schutzgüter im Gebiet angepasst werden. Das Kammmolch-Biotop und „Geestmoor und Klosterbach“ sind bereits abgesegnet. Geprüft werden nun noch „Hachetal“ und „Freidorfer Hachetal“, die als Naturschutzgebiet zusammengefasst werden. Für sie wird eine neue Verordnung nach EU-Standard erlassen. Diese konnte einen Monat lang unter anderem in den Rathäusern der Stadt Syke und Bassum eingesehen und Änderungsvorschläge geäußert werden. Kommt die Verordnung durch, wird das neue Schutzgebiet Teil der Natura 2000, dem europäischen Schutzgebietnetzwerk.

Die Hache fließt durch einen Auwald.

Im Moment liegen die Anregungen und Stellungnahmen von Naturschutzverbänden und den Trägern öffentlicher Belange auf dem Tisch von Ulrike Podscharly vom Verwaltungsbereich der Natura 2000 des Landkreises Diepholz. Sie und ihre Kollegen bearbeiten und prüfen sie. „Wir denken, dass wir in zwei Monaten damit fertig sind.“ Dann entscheidet sich, ob und inwieweit die Anregungen in die neue Verordnung einfließen.

Doch was heißt es, wenn die Hache in das europäische Schutzgebiet aufgenommen wird? „Es könnte sein, dass manche Richtlinien gelockert werden“, so Podscharly. Zurzeit herrsche auf der Hache ein striktes Kanu-Verbot. Dieses könnte sich in ein eingeschränktes verwandeln. Oder die Verordnung, dass Drohnen in der Zone von 500 Metern um das Gebiet verboten sind, könnte aufgeweicht werden. „Es soll nur soviel verboten werden, wie nötig ist, dass Tiere und Pflanzen in ihrem natürlichen Lebensraum nicht gestört oder geschädigt werden.“

Fluss durch naturnahe Auwälder

Die Hache sei aufgrund der Vorkommen seltener Tier- und Pflanzenarten im Jahr 2005 als FFH-Gebiet „Hachetal“ an die Europäische Union gemeldet worden, weil sie Rückzugsgebiet für Tiere wie das Bachneunauge und den Kammmolch ist, beides schutzwürdige Tierarten nach der FFH-Richtlinie.

Südlich von Syke fließt die Hache durch naturnahe Auwälder mit Schwarz-Erle und Esche. Diese Wälder, einschließlich der an den Rändern des Gewässers wachsenden „feuchten Hochstaudenfluren“ und der im Gewässer wachsenden „flutenden Wasservegetation“, stellen besonders schutzwürdige FFH-Lebensraumtypen dar, heißt es in einer Pressemitteilung der Natura 2000.

Nähere Informationen sind im Internet abrufbar.

www.natura2000.diepholz.de

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