Schulobstprojekt an Schulen und Kindergärten mit Saft aus Früchten von Streuobstwiese

Saft, der richtig nach Apfel schmeckt

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Heidrun Brinkmann (hinten v.l.), Anni Wöhler-Pajenkamp und Christine Gaumann beobachten, wie den Kindern der Saft schmeckt. Kindergarten-Leiterin Hanne Roitsch-Schröder schenkt noch einen Becher ein.

Bassum - Von Maik Hanke. Apfelsaft kennt doch jedes Kind. Und dennoch hat der Saft, der am Mittwoch in den meisten Bassumer Kindergärten und Schulen ausgeschenkt wurde, viele Kinder fasziniert.

Der kam nämlich nicht aus dem Supermarkt, war nicht in Tetrapacks abgefüllt und war nicht einmal durchsichtig. „Iiieh, wie sieht der denn aus“, sagten die skeptischen Kinder über den naturtrüben, orangefarbenen Saft, den man aus einem Karton zapfen musste.

Aber dann probierten sie – und waren schlagartig begeistert, berichtet Schul- und Kindergarten-Köchin Heidrun Brinkmann.

Es war Saft, der aus Äpfeln von der Streuobstwiese in Eschenhausen gepresst wurde. „Das ist Apfelsaft, der richtig nach Apfel schmeckt“, freute sich Brinkmann. Diesen besonders „apfeligen“ Geschmack hätten sogar die Kinder bestätigt.

Die Apfelsaft-Aktion für 550 Kinder war Teil des Projekts „Wie schmeckt das? – Gemüse und Obst mit allen Sinnen erfahren“.

Ein wichtiges Projekt, findet die städtische Gleichstellungsbeauftragte Christine Gaumann. Deswegen führt es die Stadt seit einigen Jahren auch ohne Fördermittel des Landes weiter. Jeden dritten Mittwoch im Monat gibt es Obst und Gemüse aus örtlichen Landwirtschaftsbetrieben.

Die Kinder sollen die Ware in die Hand nehmen, daran riechen, es möglichst selbst zubereiten und roh probieren, um ein Gefühl für Lebensmittel zu entwickeln. Es gehe besonders gut, wenn man mit allen Sinnen lerne und so eine emotionale Verknüpfung aufbaue, erklärte Ernährungsexpertin Gaumann.

Auch Hanne Roitsch-Schröder ist von der Aktion überzeugt. „Erbsen kennen viele Kinder ja nur aus der Tiefkühltruhe in der Packung“, sagte die Leiterin des Kindergartens Kinder-Reich. Beim Supermarkt-Spielen „gibt es Kinder, die kennen keine Zitrone“.

Der Apfelsaft kam am Mittwoch von der Stiftung Naturerbe, die zum Nabu gehört. Insgesamt 24 Kartons mit je fünf Litern Saft, gepresst in örtlichen Mostereien. „Der Saft schmeckt jedes Mal anders“, sagte Anni Wöhler-Pajenkamp, die die Stiftung vertritt. Es kommt auf die Mischung der Sorten an, auf die Reife und die Jahreszeit. Der Saft am Mittwoch war eine Herbst-Pressung von reifen Früchten. Das hat den Saft ziemlich süß gemacht.

Wer mal probieren will: Den Apfelsaft gibt es zu kaufen bei Bäcker Meyer an der Kirchstraße und bei Anni Wöhler-Pajenkamp auf Nachfrage unter Telefon 04241/4629.

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