Schulausschuss berät über Gymnasium Sulingen und HRS Twistringen

Absage an den Wunsch der Lehrer

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Entschieden ist noch nichts – aber zumindest haben sich die Mitglieder des Schulausschusses des Landkreises Diepholz während ihrer Sitzung im Schulzentrum Petermoor in Bassum darauf geeinigt, wie es mit zwei Schulgebäuden im Kreis weitergehen könnte: Gymnasium in Sulingen sowie Haupt- und Realschule in Twistringen. Zu jeder Einrichtung legte der Fachdienstleiter für Liegenschaften, Mischa Flaspöhler, verschiedene Konzepte vor.

„Es geht erstmal nur darum, das Projekt auf den Weg zu bringen“, wollte Erster Kreisrat Wolfram van Lessen gleich zu Beginn der Sitzung „die Euphorie bremsen“. Und: „Wann wir jeweils beginnen, steht auf einem anderen Blatt.“

Beim Gymnasium in Sulingen erwärmten sich die Ausschussmitglieder sehr schnell für die Variante 1. Sie sieht vor, auf dem Schulgelände einen dreigeschossigen Anbau als Verlängerung des Verwaltungs- und Fachraumtraktes in Richtung der Schmelingstraße zu setzen. Dazu müsste das Gebäude an der Schmelingstraße 43, das zur Zeit noch vom Alexianer-Klinikverbund genutzt wird, abgerissen werden. Man habe bereits mit den Alexianern gesprochen, die sich positiv auf die Anfrage hin geäußert hätten.

Die Lehrerparkplätze würden überbaut. Künftig könnten die Lehrkräfte auf dem Grundstück der Grundschule hinter der Bücherei parken. Die Kosten für dieses Projekt werden auf rund 4,8 Millionen Euro geschätzt. Ein weiterer Punkt war das Gebäude der Grundschule, das ab dem Sommer 2018 leerstehen wird, da diese in die Realschule am Deepenpool umziehen soll. Aus diesem Grund müsste ein Nachnutzungskonzept erstellt werden. Denkbar wäre, dass beispielsweise die Volkshochschule einen Teil des Gebäudes nutzt. Die Ausschussmitglieder stimmten für die vorgeschlagene Variante. Heinz Riedemann von der Freien Wählergemeinschaft drängte jedoch auch darauf, „möglichst schnell“ mit der Umsetzung zu beginnen.

Bei der Haupt- und Realschule (HRS) in Twistringen zeigte sich, dass die Ansichten der dort arbeitenden Lehrkräfte und der Ausschussmitglieder auseinandergehen. Die Kreispolitiker folgten dem Vorschlag der Verwaltung und stimmten dafür, den Altbau und den 16er-Trakt des Gebäudes abzureißen und einen Neubau mit Mensa sowie Fachräumen für Kunst, Textiles Gestalten und Hauswirtschaft zu errichten. Damit wird das Gebäude für den Betrieb einer Oberschule als Ganztagsschule fit gemacht.

Schulleiter Jörg Lorenz, der zur Sitzung gekommen war, äußerte einen anderen Wunsch: Er und die Lehrkräfte möchten, dass das Lehrerraum-Prinzip der HRS erhalten bleibt – was bedeutet, dass, anders als in den meisten Schulen, jeder Lehrer einen Klassenraum hat und die Schüler zum jeweiligen Lehrer kommen.

„Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht“, sagte Lorenz. „Der Vandalismus in den Räumen hat nachgelassen und die Lehrer verspäten sich seltener, da sie nicht von einem Raum zum nächsten wandern müssen. Das Kollegium steht absolut dahinter.“ Deswegen würde er für ein anderes Konzept stimmen, laut dem alle Räume im 16er-Trakt erhalten werden.

Am Ende nutzte Lorenz’ Appell nichts. Der Ausschuss votierte bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung für die erste Variante, die mit rund 5,6 Millionen Euro um zwei Millionen Euro günstiger als das vom Kollegium bevorzugte Konzept veranschlagt ist.

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