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Von wegen Kinderspiel

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Jeden Donnerstag zwischen 18 und 20 Uhr treffen sich die Blasrohrschützen des Schützenvereins Albringhausen-Schorlingborstel unter der Leitung von Matthias Kruse (rechts) zum Übungsabend.
Jeden Donnerstag zwischen 18 und 20 Uhr treffen sich die Blasrohrschützen des Schützenvereins Albringhausen-Schorlingborstel unter der Leitung von Matthias Kruse (rechts) zum Übungsabend. © Ute Schiermeyer

Schützenverein Albringhausen-Schorlingborstel hat seit 2020 eine Blasrohrschießsparte

Albringhausen – Es klingt zunächst nach einem Kinderspiel. Wenn man sich aber einen Übungsabend im Schützenhaus des Schützenvereins Albringhausen-Schorlingborstel angesehen hat, wird klar: Es ist ein Sport, der Jung und Alt gleichermaßen begeistern kann: das Blasrohrschießen. Dieser Schießsport, der im Voralpenraum schon seit Jahrzehnten ausgeübt wird, hat nun auch den Norden erreicht.

Jeden Donnerstagabend wird das Schützenhaus in Albringhausen zum Übungsort für den neuen Trendsport. Durch Stellwände und Tische haben die Mitglieder der Sparte Blasrohrschießen den Schussbereich sicher abgetrennt, damit niemand aus Versehen in die Schusslinie gerät. Kaum zu sehen sind die kleinen Pfeile, die fast lautlos durch die Halle zischen. Auf der einen Seite stehen die Schützen mit ihren 1,70 Meter langen Blasrohren, auf der anderen Seite in sieben Metern Entfernung Stative mit je sechs kleinen farbigen Papierscheiben.

Konzentration und absolut ruhige Hände sind auch beim Blasrohrschießen gefragt. Die Schützen tragen kleine Pfeileköcher um den Hals, aus denen sie pro Durchgang sechs entnehmen, in ihr Blasrohr stecken und abschießen. Zuerst hört man ein Plopp, dann einen schnelles Zischen und Sekunden später den leisen Aufprall auf der Zielscheibe. Jede der sechs Scheiben muss einmal getroffen werden, dabei ist die Reihenfolge nicht vorgegeben. Die blauen, roten und gelben Ringe zählen sechs bis zehn Punkte.

Im Wettkampf, der mittlerweile ins Regelwerk des Deutschen Schützenbundes aufgenommen wurde, werden zehn Passen á sechs Pfeilen geblasen. Es können also maximal 600 Ringe erreicht werden.

Und obwohl die Sparte des Schützenvereins Albringhausen Schorlingborstel sehr jung ist, haben sich zwei Schützen des Vereins schon Koryphäen entwickelt. Spartenleiter Matthias Kruse hat 2022 bereits sechs Medaillen erschossen. Zusammen mit der ebenfalls erfolgreichen Schützin Heike Rösner nahm er im Oktober am Bundesturnier in Pyrbaum (Bayern) teil. Dort erlangte sie den fünften und er den dritten Platz in ihrer jeweiligen Klasse. „Dort in Pyrbaum waren wir als Norddeutsche eine Rarität“, erinnert sich Heike Rösner. „Das war echt eine Erfahrung wert. Auch die Proklamation war echt sehenswert. Je zwei Frauen im Dirndl haben uns zu zünftiger Musik zu den Podesten geführt“, erzählt die Albringhauserin.

Die Sparte Blasrohrschießen im Schützenverein wurde eigentlich schon im Jahr 2020 gegründet. Da aber durch Corona sowohl die Übungsstunden als auch die Wettbewerbe nicht stattfinden konnten, starteten die Albringhauser und Schorlingborsteler Schützen erst im vergangenen Jahr richtig durch.

Zwölf Mitglieder zählt die Sparte erst. Sechs Männer, vier Frauen und zwei Kinder nehmen regelmäßig an den Übungsabenden teil. Ab sieben Jahren können Kinder an den offiziellen Wettbewerben teilnehmen. Bei ihnen sind die Blasrohre kürzer, und der Abstand zu den Scheiben beträgt nur fünf Meter.

Matthias Kruse ist begeistert vom neuen Trendsport. „Als uns das Blasrohrschießen im Januar 2020 beim NWDSB (Nordwestdeutschen Schützenbund) vorgestellt wurde, war ich sofort interessiert. Ich habe es ausprobiert und so nahm das Schicksal seinen Lauf,“ erinnert sich der Spartenleiter. Mittlerweile sind auch andere Vereine im Kreis interessiert. Gern besucht Kruse diese, um seine Leidenschaft vorzustellen. Apelstedt, Hallstedt und Bassum sind bereits dabei. Er möchte weitere Vereine für das Blasrohrschießen begeistern.

Am Donnerstag war außer der Kreiszeitung auch Funk und Fernsehen beim Übungsschießen anwesend. Je einen Bericht über die Albringhauser Blasrohrschützen wird es in der Sendung „Hallo Niedersachsen“ im NDR Fernsehen und bei Radio Bremen 1 und 2 im Hörfunk geben.

Von Ute Schiermeyer

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