„Es schmerzt schon ein wenig“

Ehepaar Bak hat Gasthaus Haake in Bassum verkauft

+
Hannes und Elke Bak richten den Blick nach vorn.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Und wieder verliert Bassum ein geschichtsträchtiges Gebäude. Bagger reißen das Gasthaus Haake ab. Es entstehen zwei neue Wohnhäuser mit jeweils sechs Wohnungen – was bleibt, sind Erinnerungen an Familienfeiern, das Kennenlernen beim Tanz, an erste scheue Blicke, zaghafte Küsse bis hin zum Hochzeitstanz. Generationen von Familien haben in den Räumen gefeiert, gelacht und auch getrauert.

Die früheren Besitzer des Grundstücks, Hannes und Elke Bak, sehen den Abriss mit einem weinenden und einem lachenden Auge. „Es schmerzt schon ein wenig, aber wenn Neues entstehen soll, muss Altes weichen“, richtet der Gastwirt den Blick nach vorn. Sie hätten es sich nicht leicht gemacht, letztlich siegte die Vernunft. Viele Jahren haben Baks versucht, einen Nachfolger für den Betrieb zu finden – ohne Erfolg. Ende 2016 hatten sie den Betrieb aus Altersgründen eingestellt und die Immobilie zum Verkauf angeboten.

Als sich die Schäfer-Fietz-Projektmanagement GmbH aus Bassum bei den beiden meldete, winkten sie zuerst ab. „Sie wollten nur das Grundstück haben und neu bauen. Das war uns eigentlich nicht recht“, räumt Bak ein. Es gab viele Gespräche, letztlich ließen sie sich vom Investor überzeugen. Das Ehepaar sicherte sich in dem Neubau eine Wohnung und wird in einem Jahr dort einziehen. „Nun sind wir ganz zufrieden mit der Entscheidung. Wir können in unser altes Umfeld zurückkehren und wohnen dann ganz barrierefrei“, freut sich Hannes Bak. Lange hätten sie das große Objekt allein nicht mehr instandhalten können.

Die Abrissarbeiten ermöglichen einen offenen Blick in den Saal des Gasthauses Haake.

Nach der Vertragsunterzeichnung begann der schmerzliche Teil: Ausräumen, Sortieren, Wegschmeißen. „Wir haben viele Dinge mehrfach in die Hand genommen“, so Bak. Dabei seien viele Erinnerungen hochgekommen. „Das hat Kraft gekostet. – Wir haben die Arbeit ja gerne gemacht.“ Baks Karriere begann in einem kleinen Hotel in Bremerhaven. Der Jungkellner arbeitete sich hoch. Später wechselte er ins Parkhotel Bremen. Mit 21 Jahren hatte er eine kleine Bar in Norddeich, später arbeitete er in New York. Im Münsterland lernte er seine Frau kennen. Die beiden kannten sich bereits aus dem Parkhotel.

Auch Elke Bak ist in und mit der Gastronomie groß geworden. Ihre Großeltern führten das Bassumer Gasthaus zum Paradies, später hieß es Kaisers Tanzpalast, dann Haake. Logisch, dass die junge Frau Gaststättengehilfin lernte, später in Bremen, der Schweiz und im Münsterland arbeitete. In den 1980er-Jahren kehrten die beiden zurück, halfen im elterlichen Betrieb – und irgendwann übernahmen sie das Haus. Ende 2016 war dann Schluss.

Zwei Mehrfamilienhäuser

Ein bisschen Arbeit hat sich Hannes Bak bewahrt – er ist weiterhin Mitglied der Bassumer Wirtegemeinschaft. Zusammen mit Martin Freye und Andree Meyer bewirtet er die Besucher verschiedener Events, sei es beim Fußballgucken im Park der Freudenburg oder bei der Piazzetta. Und Bak ist auch weiterhin mobil als Barkeeper bei Schützenfesten unterwegs.

Wenn alles nach Plan läuft, kann er im Oktober 2018 wieder am alten Domizil einziehen. Auf dem gut 2.300 Quadratmeter großen Grundstück entstehen zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohnungen – allesamt sind bereits verkauft. Die Wohnungen im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss sind je 99 Quadratmeter groß, oben ist Platz für zwei größere Penthouse-Wohnungen. Es wird einen Fahrstuhl geben. Die Optik beschreibt Carsten Schäfer als „modern“. Die Außenfassade ist teils geklinkert, teils weiß verputzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Bundesverfassungsgericht soll Mietpreisbremse prüfen

Bundesverfassungsgericht soll Mietpreisbremse prüfen

ARD: Amri soll von Abu Walaa angeworben worden sein

ARD: Amri soll von Abu Walaa angeworben worden sein

Bilder vom Tatort: Explosion in New York sorgt für Großeinsatz

Bilder vom Tatort: Explosion in New York sorgt für Großeinsatz

Weihnachtsmarkt mit Feuerwerk in Nordwohlde

Weihnachtsmarkt mit Feuerwerk in Nordwohlde

Meistgelesene Artikel

Suppe und heiße Getränke auf Weihnachtsmärkten in Barrien und Ristedt

Suppe und heiße Getränke auf Weihnachtsmärkten in Barrien und Ristedt

Appell an Weil: „Entnehmt das Rudel“

Appell an Weil: „Entnehmt das Rudel“

Weihnachtsmarkt: Lebenshilfe und Initiative Sulingen bündeln zum zehnten Mal Kräfte

Weihnachtsmarkt: Lebenshilfe und Initiative Sulingen bündeln zum zehnten Mal Kräfte

Kinderhospizbegleiterin unterstützt Familien in schweren Zeiten

Kinderhospizbegleiterin unterstützt Familien in schweren Zeiten

Kommentare