Einladung auf den Waldkunstpfad

Mit Schirm und Charme, aber ohne Melone

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Die Künstlerin aus Nordwohlde bereitet die Exponate für den 9. Juli vor.

Nordwohlde - Von Dieter Niederheide. Wenn es darum geht, ihren Ideenreichtum in die Tat umzusetzen, scheint die Nordwohlder Künstlerin Katrin Zettermann-Wawrzinek ungebremst. Zum Beispiel, wenn es gilt, alte und zum Teil historische Regenschirme, darunter Flanierschirme, die mehr als 100 Jahre alt sind, aufzuarbeiten und ihnen neuen Glanz zu verleihen.

Klar hat sie dabei ein Ziel vor Augen, und das ist ihr zwölften Waldkunstpfad, zu dem sie für den 9. Juli ins „Kleine Waldatelier“ und in den angrenzenden Wald an der Fesenfeld Straße in Nordwohlde einlädt.

Der Titel ist ausgefallen, wie bei allen bisherigen Waldkunstpfaden. „Unter einem Regenschirm“ nennt die Künstlerin das Motto. Ihre handwerklichen Fähigkeiten hat sie für eine Randerscheinung des Waldkunstpfades genutzt. Sie zimmerte aus altem Birkenholz des Waldes kleine urige Leitern. Diese lehnen an den Bäumen. Das eigentliche Ausstellungsthema ist der Regenschirm. Wie kommt eine Künstlerin dazu, Regenschirme im Wald aufgespannt als Kunstwerke aufzuhängen? Dazu Katrin Zettermann-Wawrzinek: „Weil es bei dem einen oder anderen Waldkunstpfad in der Vergangenheit regnete und weil Schirme, zum Beispiel die Flanierschirme, früher eine wesentlich größere Bedeutung als in der heutigen Zeit hatten. Die Frauen spazierten mit Flanierschirmen und Sonnenschirmen, die Männer hatten ihre Regenschirme.“

Bisher 60 restaurierte Schirme

Von den etwa 60 Schirmen, die sie inzwischen für den Waldkunstpfad restauriert hat, befindet sich auch der über 100 Jahre alte Flanierschirm von Großmutter Magdalena und ein Prachtstück von Trachtenschirm aus Bayern. Von Verwandten und Freunden bekam sie im Laufe der Zeit jede Menge alter und moderner Schirme geschenkt.

Die Idee, etwas mit Schirmen zu machen, reifte also immer mehr in ihr. Noch eine Triebfeder für die Ausstellung: „Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, und von Schirmen weiß man, dass sie vergessen werden. Wenn ein kleines Teil kaputt ist, fliegen sie in den Müll.“ Daran möchte Katrin Zettermann-Wawrzinek nicht zuletzt auch erinnern, wenn sie die alten Schirme zeigt.

Sie gibt unumwunden zu: „Ich bin einer der Menschen, die nicht gerne etwas wegwerfen. Ich hebe vieles auf. Es geht in unserer jetzigen Zeit alles so schnell, alles muss moderner sein. Dabei steckt zum Beispiel in der Fertigung eines Schirms so unendlich viel Arbeit. Das sieht man, wenn man ihn aufspannt und reinschaut. Enorm, was Schirmmacher sich für Arbeit machten und machen.“

Manche Schirme aus dem 19. Jahrhundert oder aus spätere Zeit seien regelrechte Kunstwerke, die Handgriffe feine Handarbeit.

Der Besucher darf gespannt sein auf „Unter einem Regenschirm“, wenn die Accessoires der Damenwelt unter dem grünen Laub im Wald hängen. Musikalisch wird das Bremer Duo „Goldilocks and the Nightingale“ (Melanie Neuhöfer und Karsten Block) den Waldkunstpfad bereichern.

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