Sanierung der Abtei beginnt im Sommer

Äbtissin zieht für zwei Jahre ins alte Pfarrhaus

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Die Abtei verwandelt sich in Kürze in eine Baustelle. Äbtissin Isabell von Kameke muss ausziehen.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Bassums Äbtissin Isabell von Kameke zieht aus. Glücklich ist sie darüber nicht, aber es bleibt ihr gar nichts anderes übrig. Denn die Renovierung der Abtei kann nicht, wie geplant, in zwei Bauabschnitten erfolgen. Das historische Gebäude wird in Kürze eine große Baustelle. Die Architekten und Planer haben der Äbtissin geraten, auszuziehen. Und das Mobilar gleich mitzunehmen.

Auf der Suche nach einem vorübergehenden Domizil fiel von Kameke das ehemalige Pastorenhaus ein. Es liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stift. So kam es, dass die Kirchenvertreter bei der Stadt nachfragten, ob diese auf den Wohnraum verzichten könne. Sie kann.

Nun wird von Kameke aller Voraussicht nach im März oder April in die Nachbarschaft an der Querstraße ziehen und dort wohl mindestens zwei Jahre bleiben. So lange wird die Sanierung der Abtei dauern.

Leitungen erneuern, um Brandschutz sicherzustellen

Was lange währt – die Renovierung ist seit Jahren im Gespräch, doch immer wieder haben Voruntersuchungen und die Suche nach Fördermitteln die Baumaßnahme verzögert. Nun gibt es einen Förderbescheid vom Amt für regionale Landesentwicklung (ZILE-Richtlinie) in Höhe von 120.000 Euro.

Von Kameke schätzt die gesamte Investitionssumme auf 950.000 Euro.  „Ich bin froh über die Förderung“, sagt sie. Weitere Zuschüsse in noch nicht bekannter Höhe hätten die Klosterkammer, die Stadt, die Kreissparkasse sowie der Landschaftsverband Weser-Hunte signalisiert.

Hintergrund der Sanierung: „Wir müssen sämtliche Leitungen erneuern, um den Brandschutz sicherzustellen. Wir haben noch zweiädrige Kabel. Ich sage immer, es ist besser als offenes Kerzenlicht, aber nicht viel besser.“

Die Heizung muss erneuert werden, die Fußböden bedürfen einer Ertüchtigung und aus energetischen Gründen sollen die Wohnräume von innen eine Lehmwand als natürliche Dämmung erhalten.

„Müssen im April 2019 fertig sein“

Im Westen des Hauses sei Schwamm festgestellt worden. Die Untersuchung des Ostflügels stünde noch aus.

„Wir müssen bis zum 30. April 2019 fertig sein. Fertig heißt, dass die geprüften Rechnungen beim Amt vorliegen müssen“, sagt von Kameke. Das bedeutet Zeitdruck. „Wir müssen ,in eins' durchbauen.“

Die meisten Möbel nimmt sie mit. Die Exponate aus dem Ausstellungsraum und die wertvollen Stoffe würden in Sicherheit gebracht. Das Archiv zieht in einen klimatisierten Raum. Die Vitrinen allerdings sollen stehen bleiben. Im Pastorenhaus möchte von Kameke nur das Nötigste machen lassen. Sie sei froh, in unmittelbarer Nachbarschaft unterzukommen. „So kann ich die Arbeiten besser beaufsichtigen“, meint die Äbtissin.

Im Pastorenhaus benötigt sie zwar Platz für alle Möbel. „Ich glaube aber nicht, dass ich den Schuppen brauche, in dem die Fahrradwerkstatt untergebracht ist“, sagt sie. Sie wolle der Kirche aber nicht vorgreifen.

Die Arbeiten werden im Sommer starten. „Bis zum 31. Juli müssen wir dem Amt vorlegen, an wen die Aufträge gehen.“ Das heißt, in Kürze beginnt die Ausschreibung.

Das letzte Kammerkonzert im Kapitelsaal ist für den 9. Juli geplant. Führungen und Hochzeiten werden dann auch nicht mehr möglich sein.

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