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Sandabbau in Kätingen: „Was da stattgefunden hat, ist zulässig“

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Über kurz oder lang wird hier Sand abgebaut. - Foto: Albrecht
Über kurz oder lang wird hier Sand abgebaut. © Albrecht

Bassum - Von Frauke Albrecht. Die dürfen das! Auf diese Kurzformel lässt sich ein Gespräch mit der Unteren Naturschutzbehörde zusammenfassen, bezüglich des Sandabbaus in Kätingen. Die Bürgerinitiative für Landschaftsschutz in Nordwohlde und Fahrenhorst kritisierte vergangene Woche das Kalksandsteinwerk, weil es eine Waldfläche gerodet hat.

Die Mitglieder der BI wollen wissen, ob dort Kompensationsmaßnahmen geplant sind. Vorerst nicht, weil gar nicht notwendig. Wie eine Nachfrage nun beim zuständigen Sachbearbeiter Michael Thiel ergab, besitzt das Kalksandsteinwerk bereits seit Anfang der 80er-Jahre eine Genehmigung, dort Sand abzubauen. Diese Genehmigung ist zeitlich unbefristet.

Anfangs sei die Erlaubnis nicht wahrgenommen worden, so Thiel. Später habe die Firma Köster im nördlichen Teil den Abbau übernommen. Nun hat das Kalksandsteinwerk begonnen, kleinteilig Sand abzubauen. „Im Zuge dessen ist das Waldstück gerodet worden“, so Thiel und betont: „Was da stattgefunden hat, ist zulässig.“

Fläche muss aufgeforstet werden

Es liege kein Rechtsverstoß vor. Die Firma habe sich auch an die Brut- und Setzzeit gehalten. Das Gebiet liege außerhalb des Landschaftsschutzgebietes, so Thiel. Es ist ein Vorranggebiet für Sandabbau.

Das Werk muss nach dem Abbau die Fläche wieder so herstellen, wie sie war. Also aufforsten. Die gerodete Fläche umfasst etwa drei bis vier Hektar. Daran an grenzt ein neun Hektar großes Grundstück, das sich das Werk vor wenigen Monaten zusätzlich gesichert hat, um zukunftsfähig zu bleiben. Auch dafür gibt es eine Abbaugenehmigung.

Die Wiederaufforstung der Fläche nach dem Abbau erfolge abschnittsweise, sagt Thiel. „Es wird keine zwölf oder dreizehn Hektar große Ödnis geben.“

Ein Beteiligungsverfahren der Anwohner sei nicht erforderlich. Thiel: „Es gibt kaum einen Abbau, der störungsfreier ablaufen wird.“ Das Werk müsse keine Zufahrt bauen, da der Abbau direkt an das eigene Grundstück grenze. Von der Straße sei die Fläche nicht zu sehen. Es bleibe mindestens ein 10 bis 20 Meter breiter Schutzstreifen. Die Störung sei minimal, so Thiel.

Auf die Frage der Bürgerinitiative, warum die Köster-Grube nicht aufgeforstet worden sei, sagt Thiel: „Früher war es üblich, die Flächen so wieder herzustellen, wie sie waren. Das hätte Ackerfläche bedeutet. Aus Naturschutzsicht war es besser, die Grube der Natur zu überlassen, als zur landwirtschaftlichen Nutzung zurückzukehren.“

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