„Die Sache stinkt! Ich weiß nur nicht, wo“

Räuberische Erpressung: Verfahren eingestellt

Bassum/Twistringen - Von Wiebke Bruns. Ein schnelles Ende fand gestern für zwei 30 und 34 Jahre alte Angeklagte aus Bassum und Twistringen ein Berufungsverfahren am Landgericht Verden. Es ging um den Vorwurf der räuberischen Erpressung. Das Strafverfahren wurde eingestellt.

In der ursprünglichen Anklageschrift war den Männern ein bewaffneter Überfall im Juni 2015 auf ein Paar in Bassum vorgeworfen worden. Zunächst sollte sich der 30-Jährige durch die Terrassentür Zutritt in die Wohnung des Paares verschafft und eines der Opfer mit einem Messer bedroht haben. Als eine von Hilferufen alarmierte Nachbarin an der Wohnungstür klopfte, sollen die Täter geflüchtet sein.

Dem Schöffengericht Syke bot sich jedoch ein etwas anderes Bild. Täter und Opfer sollen sich aus der örtlichen Drogenszene gekannt haben. Der Nebenkläger habe nichts verkaufen wollen und sei über das Auftauchen der Männer verärgert gewesen. Dann sei es zu Handgreiflichkeiten gekommen. Daraus habe sich eine Rauferei entwickelt.

Siebenmonatige Bewährungsstrafe

Beide Angeklagte waren am Amtsgericht vom Vorwurf der räuberischen Erpressung freigesprochen worden. Der 30-Jährige wurde wegen des versuchten Erwerbs von Betäubungsmitteln und dem Besitz von knapp 90 Gramm Amphetamin zu einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Die Drogen waren im Februar 2016 in seinem Rucksack entdeckt worden.

„Die Sache stinkt! Ich weiß nur noch nicht, wo“, stellte der Vorsitzende Richter Joachim Lotz nach Verlesen des erstinstanzlichen Urteils fest. Dies machte er an mehreren Punkten fest. Das Opfer habe ausgesagt, dass man den Täter habe demaskieren können. Er hätte südländisch ausgesehen. Der 30 Jahre alte Angeklagte sei allerdings blond und wirke eher norddeutsch.

„Irgendwas war da...“

„Irgendwas war da, doch das wird man vermutlich nie rauskriegen“, so Lotz. Mit der von ihm vorgeschlagenen Verfahrenseinstellung tat sich nur der Staatsanwalt schwer, stimmte dann aber doch zu.

Im Gegenzug nahm der 30 Jahre alte Angeklagte seine Berufung auch zurück. Rechtskräftig geworden ist damit seine Verurteilung zu einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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