Rudi, der Frauenmagnet

Maik Otto vom Tierpark Petermoor erklärt, wie der Betrieb weitergeht

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Katta Pünktchen genießt die Sonne.

Die Vögel zwitschern, der Hahn kräht und ein lautes „määääääh“ ist aus Richtung des Ziegengeheges zu hören. Die Tiere scheinen von der derzeitigen Situation nichts mitzubekommen: Die Wasservögel genießen die idyllische Stille im großen See, der schwarze Schwan dreht seine Runden im Teich und die Kattas Pünktchen und Antonia sowie ihre „Zimmergenossen“ genießen die Wärme und lassen sich die Sonne auf ihre Bäuche strahlen.

Bassum - Der Tierpark Petermoor in Bassum musste vor ein paar Wochen seine Tore für Besucher schließen. „Die Ostertage wären bestimmt schön gewesen. Es ist schade, es fehlt schon etwas“, sagt Tierpfleger Maik Otto. Der Park könne es sich nicht leisten, zusätzliches Personal einzustellen, das nur eine begrenzte Anzahl Besucher auf das Gelände lässt und kontrolliert, dass sie den Mindestabstand einhalten. „Gerade auch mit Kindern ist es schwer.“ Otto erinnert sich schon mal an eine Zeit, in der der Tierpark schließen musste. „Als die Vogelgrippe war. Da hatten wir auch drei bis vier Wochen geschlossen.“ Im Sommer hat der Tierpark jeden Tag von 8 bis 20 Uhr geöffnet. „Es ist schade für die Bassumer. Wir haben auch Stammkunden, die täglich kommen.“ Träger ist die Stadt Bassum, die das Futter bezahlt und andere Kosten übernimmt. Der Förderverein Tierpark Petermoor unterstützt zusätzlich mit Spenden, erklärt Otto.

Bitte lächeln: Diese neugierige Ziege hofft auf baldige Besucher. Maik Otto füttert sie.

Doch obwohl der Park vorerst geschlossen bleiben muss, geht der Betrieb für Otto und seine Kollegin Carolin Meineke normal weiter. Normalerweise arbeiten sie zusammen, jetzt im Wechsel. „Jeder ist drei bis vier Tage am Stück hier“, erklärt der Tierpfleger. Trotz der aktuellen Situation gibt es aber auch etwas Positives: Pünktlich zu Ostern sind Hühnerküken geschlüpft. „Auch die Schafe haben drei Lämmer bekommen.“ Stillstand herrscht im Tierpark also nicht. Ob die Tiere merken, dass keine Besucher mehr kommen? „Das ist schwer zu sagen.“ Die Ziegen würde es aus seiner Sicht vielleicht bemerken. „Die meckern mehr, weil die am verwöhntesten sind, weil die gefüttert werden“, erzählt Otto und lacht. Aber sonst seien die Tiere generell „ganz entspannt“. Für das Brutverhalten sei es im Moment von Vorteil, weil die Vögel so ungestörter seien.

Otto hat die vergangene Zeit genutzt, um ein paar neue Bäume und Büsche zu pflanzen. „Bei dem Sturm 2018 sind einige Bäume abgebrochen.“ Nach einem Rundgang, vorbei an den Ziegen, Seidenhühnern, dem schwarzen Schwan und den Axishirschen, sieht man ihn auch schon in seinem Gehege. Plötzlich wird seine Haltung ganz anders, er stellt sich aufrechter hin. „Das ist Rudi, unser Lama. Der post immer total rum bei Frauen. Bei mir macht er das nicht so. Ein richtiger Frauenheld“, erzählt Otto mit einem Lachen, ruft „Rudi, Kumpel“ und schon geht das Lama auf ihn zu.

Freut sich schon auf weibliche Besucher: Rudi, das Lama (hinten links).

Ein weiterer Besuchermagnet: „Ein Highlight bei den Kindern sind die Affen. Bei ihnen merkt man es, dass geschlossen ist, weil die jetzt immer alles auffressen. Vorher ist oft was liegen geblieben, weil Besucher sie gefüttert haben“, so Otto. Er appelliert, dass nicht alle Tiere gefüttert werden sollen. „Man tut ihnen damit keinen Gefallen“, erklärt der Tierpfleger. „Die Ziegen können gerne mit Äpfeln und Möhren gefüttert werden.“ Und dann geht es auch zu Pünktchen und Antonia. Entspannt sitzen die Kattas in ihren Gehegen und genießen die Sonne. Man könnte meinen, sie erholen sich vom Besuchertrubel. „Sie nehmen ein Sonnenbad“, sagt Otto.

Im Laufe dieses Tages will er noch einen Zaun reparieren und Brennnesseln entfernen. „Zu tun haben wir hier immer, aber wir hoffen auch, dass es bald vorbei ist. So lange geschlossen zu haben, ist schon doof.“

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