Rosie Wagener hat das Angebot des Insolvenzverwalters angenommen und eine neue Unterkunft in Dimhausen gefunden

Camper verlassen den Platz in Ringmar

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„Herzlich willkommen“ sind potenzielle Käufer.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Ein bisschen Wehmut sei da, gesteht Rosie Wagener. Sie verließ schweren Herzens ihr Domizil auf dem Campingplatz in Ringmar. Wie bereits berichtet, haben die Platzbetreiber Insolvenz angemeldet. Der zuständige Insolvenzverwalter stellte den Betrieb ein. Problem: Eine Gruppe von fünf Personen, die auf dem Platz dauerhaft wohnte, wusste nicht wohin. Die Camper harrten aus, obwohl längst das Trinkwasser abgestellt war und auch die sanitären Anlagen abgeschlossen waren.

Der Insolvenzverwalter machte freiwillig einen Topf auf und zahlte jedem aus der Gruppe einen Umzugszuschuss in Höhe von 1000 Euro.

Rosie Wagener nahm das Angebot an und machte sich auf die Suche nach einer Unterkunft. „Ich habe Flyer gedruckt und Zettel verteilt mit dem Hinweis, dass ich dringend eine Wohnung suche“, erzählt sie 71-Jährige.

Eine Bekannte hatte in der Zeitung eine Wohnungsanzeige entdeckt. Wagener rief an und besichtigte noch am gleichen Tag das Appartement an der alten Schule in Dimhausen. „Es hat mir auf Anhieb gefallen.“ Ihr sei ein Stern vom Herzen gefallen, als der Vermieter zusagte.

Rosie Wagener lässt in Ringmar ihr Eigentum zurück. Ihr gehört eine 42Quadratmeter große Blockhütte auf dem Platz. Die hat sie vor Jahren von Campern gekauft. Ihr gehört allerdings nur die Hütte und nicht das Grundstück, auf dem sie steht.

Ihre Hoffnung ist, dass sich ein neuer Campingplatzbetreiber findet und ihrem Ferienhaus eine Zukunft bietet.

Vermissen wird sie den Blick auf den See. Doch die neue Sicht ist auch nicht schlecht. Sie blickt in einen riesigen Garten und hat sogar eine Mini-Terrasse vor der Tür.

Die letzten Tage auf dem Platz seien anstrengend gewesen, erzählt Wagener. Die Schranke war gesperrt, alle Einkäufe mussten vom Parkplatz getragen werden, abends gab es kein Licht auf den Wegen.

Mittlerweile sind bis auf einen alle Camper weg. „Die meisten sind auf andere Plätze gezogen“, weiß Wagener. Viele wollen zurückkommen, wenn der Platz eine Zukunft haben sollte. „Es ist schon schade“, bedauert die Bassumerin. „Die Lage des Platzes ist doch toll.“

Auf Campingplätzen kennt sie sich aus. „Ich bin schon immer eine leidenschaftliche Camperin gewesen“, sagt sie. Als die Kinder klein waren, ging es zum Zelten, später bevorzugte die Familie einen Wohnwagen. Lange Zeit hatte sie einen Platz in Dötlingen gepachtet und kam dann über Bekannte nach Ringmar.

Dass sie von der Dauer-Camperin zur dauerhaften Bewohnerin wurde, hat viele Gründe, unter anderem auch wirtschaftliche. Dass Armut im Alter weiblich ist, kann Rosie Wagener auf jeden Fall bestätigen. Frauen, die zu Hause bleiben und sich um die Erziehung der Kinder kümmern, seien im Alter benachteiligt. Aber Rosie Wagner ist eine Kämpferin. „Es geht immer weiter.“ Und ihren Beruf übt sie auch mit 71 Jahren noch gerne aus. Sie arbeitet als Seniorenbegleiterin und Gesellschafterin für an Demenz erkrankte Menschen.

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