Richard Lux vom Bassumer Skatclub erzielte einen Schnitt von 1815 Punkten

Rekord für die Ewigkeit

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Vereinsmeister Richard Lux (r.) hat wieder einen dicken Hund in der Hand, aber (v.l.) Vorsitzender Manfred Kappe, Gründungsmitglied Bernhard Wessel, Vizemeister Volker Knake und Roman Wohlgemuth wissen, dass er sich diesen Grand Ouvert selbst zusammengesucht hat.

Bassum - Von Heiner Büntemeyer. Natürlich wünscht sich jeder Kartenspieler, dass seine Karten „laufen“. Und manchmal laufen sie tatsächlich, manchmal aber auch nicht. Bei Richard Lux war das im vergangenen Jahr allerdings anders, denn ihn haben die Karten ein ganzes Jahr lang regelrecht umgelaufen. Zumindest behaupten das seine Skatbrüder.

Insider sagen: Der Erfolg beim Skatspielen hängt nur zu 40 Prozent von den Karten ab. Ein schlechter Spieler kann selbst ein gutes Blatt vergeigen. Aber ein guter Spieler gewinnt auch mit einem schlechten Blatt. Richard Lux hat also nicht nur Glück gehabt, er versteht das Spiel.

Gelernt hat der 57-Jährige Skat im Familienkreis: „Als ich 16 war, brauchten mein Vater und mein Schwager einen dritten Mann und haben mich ausgebildet“, lacht der Meister.

Das ist jetzt etwa 40 Jahre her, und ebenso lange gibt es auch den Bassumer Skatclub, der 2017 sein 40-jähriges Bestehen feiert. Mit Bernhard Wessel ist auch einer der Clubgründer noch regelmäßig bei den Skatabenden im Gasthaus Haake dabei.

In jedem Jahr spielt der Club die Vereinsmeister aus. Jeden zweiten Donnerstag werden je zwei Runden zu jeweils 36 Spielen nach den Regeln des Deutschen Skatverbands gespielt. Wer dann nach einem Jahr einen Schnitt zwischen 1500 und 1600 Punkten erreicht hatte, hat gute Titelchancen.

Im vergangenen Jahr war Richard Lux aber einfach zu gut: Er erreichte einen Schnitt von 1815 Punkten. Von 25 Spieleabenden verließ er zwölfmal als Tagesbester das Clublokal. „Das ist einmalig“, staunt Vorsitzender Manfred Kappe. Er geht davon aus, dass dies ein „Rekord für die Ewigkeit“ ist. Wobei der Begriff Ewigkeit Skatspielern sofort Sorgenfalten auf die Stirn zaubert, denn ihnen fehlt der Nachwuchs.

Noch gehören dem Club 14 aktive Spieler an, aber es werden immer weniger. 38 Jahre lang veranstaltete der Bassumer Skatclub die Bassumer Skatmeisterschaften und regelmäßige Preisskate. „Daran nahmen zuletzt nur noch knapp 30 Spieler teil; das können wir uns finanziell nicht mehr leisten“, bedauert der Vorsitzende.

Vielleicht wollen sie im nächsten Jahr noch einen Versuch wagen, wenn der Club seinen 40. Geburtstag feiert, aber große Hoffnung auf viele Teilnehmer haben sie nicht.

Viel mehr Hoffnung setzen sie in ein Angebot, das sie den Bassumer Schulen machen möchten: Einige Skatbrüder wären bereit, eine Skat-AG zu leiten, um jungen Leuten dieses gleichermaßen traditionsreiche wie unterhaltsame Kartenspiel zu vermitteln.

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