Neuen Reporter im Tierpark Petermoor

Auf der Jagd nach tierisch guten Bildern

Antonia Krüger steht mit einer Kamera vor dem Streichelgehege des Tierparks Petermoor. Im Hintergrund sind Ziegen zu sehen.
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Antonia Krüger ist eine der neuen Tierpark-Reporter.

Der Tierpark Petermoor hat neue Tierpark-Reporter gesucht - und gefunden. Doch wer sind die vier Ehrenamtlichen?

  • Der Tierpark Petermoor hat vier neue Tierpark-Reporter.
  • Wouter Groet als ehemaliger Tierpark-Reporter wählte sie aus.
  • Alle Vier bringen Erfahrung im Fotografieren mit.

Bassum – Die Ziege hat es sich auf dem Baumstumpf bequem gemacht, genießt die Sonnenstrahlen – und lässt sich von Rainer Willenbrock überhaupt nicht stören. Der 70-Jährige betritt das Streichelgehege im Tierpark Petermoor, setzt sich ihr gegenüber, stellt seine Kamera ein und wartet geduldig. Endlich wendet die Ziege fast huldvoll ihren Kopf, blinzelt Willenbrock an – und zack, hat dieser den Auslöser betätigt und ein neues Bild ist im Kasten, das vielleicht einmal auf der Facebook-Seite des Tierparks landen wird.

Willenbrock ist einer der vier neuen Tierpark-Reporter, die Wouter Groet beerben. Der hat jahrelang ehrenamtlich dafür gesorgt, dass der Tierpark auch im Netz bild- und textreich vertreten ist. Doch nun kann er aufgrund eines Umzugs nicht mehr regelmäßig im Park vorbeischauen und neues Material für die Seite bereitstellen. Also machte Groet sich auf die Suche nach Nachfolgern – und wurde fündig.

„Wir hatten 25 Bewerber, aus Bassum und dem Umkreis“, berichtet Groet, der noch immer den Internetauftritt betreut und bei dem gewissermaßen die Fäden zusammenlaufen. „Hauptsächlich waren es Frauen ab 20 Jahren.“ Die Kriterien lauteten, dass die künftigen Reporter den Park regelmäßig besuchen, Fotos und dazu Texte liefern müssen. Sie sollten eine gute Kamera besitzen und nicht mit dem Handy fotografieren. „Außerdem wollte ich, das sie nicht auf Aufträge von mir warten, sondern selbstständig Ideen entwickeln“, schildert Groet.

Motivierte Nachfolger

Dann schickte er die Interessierten durch eine kleine Feuertaufe, bei der sie ein paar Beiträge erstellen sollten. „Am Ende blieben vier Leute übrig. Jeder von ihnen liefert zwei Beiträge pro Monat, wobei er sich die Inhalte selber aussuchen kann.“ Und Groet ist sehr zufrieden mit seinen Nachfolgern. „Sie haben viel Elan und sind sehr motiviert. Wir vom Förderverein freuen uns darüber und auch die Nutzer im Netz reagieren positiv.“

Und wer sind nun die neuen Tierpark-Reporter? Zum einen Rainer Willenbrock, gewissermaßen der Senior des Teams. Der Kirchweyher hat das Fotografieren vor etwa zehn Jahren für sich entdeckt. Seitdem ist er viel in Zoos und Tierparks in ganz Deutschland zu finden, wo er unter anderem versucht, seine Lieblinge, nämlich Greifvögel und Raubkatzen, vor die Linse zu bekommen.

Die findet man im Tierpark Petermoor zwar eher weniger, aber auch hier hat er schon einige Bewohner ins Herz geschlossen, wie zum Beispiel die Kattas oder auch die Lamas. „Die haben so einen tollen Gesichtsausdruck“, verrät der passionierte Fotograf lächelnd. „Meine Maxime ist es, die Tiere so zu fotografieren, dass man nicht unbedingt sieht, wo sie gerade sind. Keine Zäune, keine Gitter. Ich mag Aufnahmen, die so aussehen, als ob sie sich in freier Natur befinden“, sagt Willenbrock.

Er kannte Petermoor schon von zwei Besuchen, bevor er in der Zeitung darüber las, dass Tierpark-Reporter gesucht werden. „Ich finde das Konzept des Parks sehr gut, alle sind sehr engagiert, und da habe ich mir gesagt: Das unterstütze ich!“

Eine echte Tierfreundin

Was Antonia Krüger in den Park zieht, ist vor allem ihre Liebe zu Tieren. Die 14-Jährige ist das Küken der Gruppe und fotografiert seit etwa drei Jahren. „Besonders mag ich Nahaufnahmen, weil sie viele Details zeigen“, verrät die Schülerin aus Syke.

Sie kennt den Tierpark aus zahlreichen Besuchen mit ihrer Familie und hat schöne Erinnerungen an die Momente im Streichelgehege. Auch heute ist sie noch gern dort und lichtet die Ziegen ab. Aber auch die Vögel sind ein begehrtes Zielobjekt, ebenso wie die Kattas. Und wenn sie nicht im Tierpark unterwegs ist, ist sie im Reitstall zu finden oder kümmert sich um ihre Pflegehunde. Kurzum: Antonia ist eine echte Tierfreundin und hofft, auch bald ihr Praktikum im Tierpark, das wegen Corona ausfiel, nachholen zu können.

Insa, kräh mal wie ein Hahn!“

Insa Sokol über den Wunsch eines ihrer Tageskinder

Insa Sokol hat selber keine Tiere, ist aber mit ihnen aufgewachsen, weil sie aus der Landwirtschaft kommt. Die 39-Jährige stammt aus Groß Hollwedel, lebt aber mittlerweile mit Mann und zwei Kindern in Syke. „In meinem derzeitigen Beruf als Tagesmutter nutze ich das kostenlose Angebot gerne und komme regelmäßig zum Tierpark. Sei es, um die Tierkinder aufwachsen zu sehen oder den Tageskinder Entspannung zu geben, wenn sie mit den Ziegen rumkaspern dürfen – vor dem Lockdown versteht sich“, sagt Sokol. „Highlight ist immer, wenn meine Kinder sagen: ,Insa, kräh mal wie ein Hahn!’ Das findet aber meist der Vorwerkhahn gar nicht schick.“

Zu den Hühnern habe sie bereits seit ihrer Kindheit eine besondere Beziehung gehabt. „Damals habe ich die schwarzen Zwerg Bantam im Geflügelzuchtverein gezüchtet und ausgestellt.“

Ein Ausgleich zu ihrer Arbeit ist der Tierpark-Reporter-Job für Nicole Fleckenstein. Die 33-Jährige aus Weyhe arbeitet bei der Bundeswehr als Medienproduktionsfeldwebel. „Fotografieren gehört neben dem Erstellen von Filmen also zu meinem Beruf. Da meine Motive bei der Bundeswehr eher trocken sind und mein Alltag oft sehr stressig, bevorzuge ich privat die Natur- und Tierfotografie“, schildert Fleckenstein. „Beim Durchstreifen von Wald, Wiese, Tierpark und Pferdestall komme ich etwas zur Ruhe. So bin ich auch zum Tierpark Petermoor gekommen. Da ich regelmäßig mit der Kamera dort war, hat mich der Aufruf zur Bewerbung als Tierpark-Reporter sofort angesprochen.“

Ihr liebstes Motiv ist der afrikanische Kronenkranich. „Mit seinem Puschel auf dem Kopf sieht er ganz witzig aus und ist auch so ein spezielles Tier“, findet Fleckenstein.

Insa Sokol.
Nicole Fleckenstein.

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