Suchtberatungsstelle will Tagesförderstätte werden

Release zieht in den Bassumer Bahnhof

Marion Bödeker (von links), Gaby Hemstedt, Christian Porsch, Alexandre Peruzzo und Christoph Lanzendörfer stehen vor dem Bahnhofsgebäude. Über ihnen ist ein Schild mit der Aufschrift: Musikschule Bassum.
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Freuen sich, dass Release am Bahnhof einen neuen Platz findet: Marion Bödeker (von links), Gaby Hemstedt, Christian Porsch, Alexandre Peruzzo und Christoph Lanzendörfer.

Ende März packt Release die Umzugskartons. Dann zieht die Suchtberatung von der Meierkampstraße in die ehemalige Musikschule im Bassumer Bahnhof. „Und eine Woche später, am 1. April, können wir die Beratung wieder aufnehmen“, freut sich Vereinsvorsitzender Alexandre Peruzzo.

Bassum - Der Umzug ist nur möglich, weil die vier Büros top saniert sind und die Beratungsstelle eigentlich nur noch ihre Möbel rüberschaffen muss. Gaby Helmstedt, seit über 30 Jahren für Release tätig, freut sich schon.

Zum einen bekommt die „Einzelkämpferin“ Gesellschaft: Die Kollegen, die für das ambulante betreute Wohnen zuständig sind, ziehen aus Stuhr zu ihr nach Bassum. Zum anderen hat der neue Standort viele Vorteile. „Das Gebäude ist barrierefrei und für unsere Klienten, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, leicht zu erreichen“, sagt Helmstedt. Außerdem gibt es nun viel mehr Platz für Angebote wie das Café Pause oder das Frauenfrühstück.

Und da der Bahnhof so ein zentrales Gebäude ist, hofft Peruzzo, dass sich auch mal Bassumer dorthin verirren, die zuvor noch keinen Kontakt mit Release hatten, und vielleicht einen Kaffee trinken. „Wir wollen offen für jeden sein und finden auf diese Weise vielleicht sogar neue Mitglieder“, sagt Peruzzo. Und für Helmstedt steht fest, dass die gemütliche, persönliche Atmosphäre der Meierkampstraße mit in die neuen Räume ziehen soll. Damit die Klienten sich weiterhin wohlfühlen.

Suchtberatung könnte Tagesförderstätte werden

Christoph Lanzendörfer als Vertreter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Wiseg freut sich, dass mit Release ein langfristiger Partner die Räume nutzen wird. Zehn Jahre stehen mindestens im Mietvertrag.

Und zum Ende des Jahres könnte es noch eine gravierende Veränderung geben. Wenn alles so läuft, wie Release es sich wünscht, bekommen sie die angrenzenden Räume der Fahrradwerkstatt, die ebenfalls auszieht, noch dazu. Dann wird aus der Beratungsstelle im Bahnhof möglichweise eine Tagesförderstätte.

Was muss man sich darunter vorstellen? Es gibt Suchtkranke, die schon lange keinen strukturierten Alltag mehr haben. Im ambulanten betreuten Wohnen versuchen die Mitarbeiter von Release, sie wieder daran zu gewöhnen. Bei manchen reicht das. Andere brauchen mehr Unterstützung. In einer Tagesförderstätte hätten sie die Chance, eine an ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse angepasste Hilfe zu bekommen. Das fange an bei alltäglichen Dingen wie Frühstücken und Einkaufen, und setze sich fort über Angebote fort wie Gartenarbeit oder Kochen.

„Wir würden damit eine Lücke schließen zwischen ambulantem betreuten Wohnen und einem Leben, wo der Klient wieder ganz auf sich gestellt ist“, sagt Marion Bödeker. Denn viele Klienten würden sonst vollkommen isoliert und ohne einen Tagesplan zu Hause sitzen. In der Förderstätte würden sie aufgefangen. Das sei auch eine „Rückfallprophylaxe“. 20 Plätze könnten geschaffen werden – sobald das Land grünes Licht gibt. Dann kann die Wiseg die Räume entsprechend sanieren.

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