Mehr Anfragen während der Pandemie

Release eröffnet Tagesstätte am Bahnhof Bassum mit 20 Plätzen

Der Vorstand (v.l.) Alexandre Peruzzo, Anne Kaupisch, Michael Elsner, Uta Amelung, Gernot Braatz, Lutz Bittner, Ingo Kupillas und Marion Bödeker.
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Der Vorstand (v.l.) Alexandre Peruzzo, Anne Kaupisch, Michael Elsner, Uta Amelung, Gernot Braatz, Lutz Bittner, Ingo Kupillas und Marion Bödeker.

Bassum – Mit einer Neuigkeit überraschte der Vorsitzende von Release, Alexandre Peruzzo, die Zuhörer im neuen Bassumer Domizil am Bahnhof bei der Jahreshauptversammlung. An dieser Adresse öffnet bald eine Tagesstätte mit 20 Plätzen. Die Planung sei in vollem Gang, unterstützt unter anderem von der Stadt Bassum und dem Landkreis Diepholz. Für geplante 300 000 Euro Umbaukosten soll die Tagesstätte für mehrfach suchterkrankte Menschen zukünftig an die Fachstelle angeschlossen werden.

Das geht aus einer Pressemitteilung des Vereins hervor.

Release befinde sich derzeit im Jahr 51 der Gründung. Der Festakt für das 50-jährige Jubiläum sei nur aufgeschoben.

Peruzzo präsentierte eine Statistik zur bundesweiten, suchtbedingten Sterberate. Seiner Recherche zufolge gehen 23,4 Prozent aller Todesfälle auf das Konto von Suchterkrankungen. „Das zeigt, wie unverzichtbar unsere Arbeit im alltäglichen Kontext ist,“ wird er in der Mitteilung zitiert. Der Verein wolle sich auch weiterhin kräftig ins Zeug legen.

Release sei trotz Pandemie konstant erreichbar geblieben. „Wir waren die ganze Zeit da und haben den Klienten per Telefon, Internet und später über Videokonferenz eine Anlaufstelle angeboten“, heißt es weiter.

Die Zahlen aus dem Bericht von Geschäftsführerin Marion Bödeker belegen einen deutlichen Anstieg während der Pandemie, insbesondere bei den Einmalkontakten. Ein Plus von 94 Erstanfragen (im Vergleich zu 2019) wurde verzeichnet. Überdies sei die Altersgruppe 50 bis 59 Jahre beim Thema Alkoholkonsum stärker vertreten, hieß es. Bei den jugendlichen Konsumenten habe sich die Zahl der 15 bis 17-Jährigen verdoppelt.

Ingo Kupillas, Beisitzer im Vorstand und seit vielen Jahren engagiert in der Selbsthilfe, ging in seinem Bericht auf die Schwierigkeiten ein, Kontakte aufrecht zu halten. „Unsere Gruppen wurden in den Regelungen zwar bedacht, aber unzureichend über Änderungen in Kenntnis gesetzt“, so seine Kritik. „Die Anonymität ist in der Selbsthilfe unser höchstes Gut. Allerdings wurden wir kaum in den Informationsfluss eingebunden. Die zuständigen Kontaktpersonen waren entweder schwer zu erreichen oder wochenlang gar nicht,“ so der Suchthelfer. Sein Appell an Presse und Politik: „Bitte vergesst uns nicht. Selbsthilfe ist mein Medikament, und das möchte ich weiterhin nehmen können.“

Die Entlastung des Vorstands und Neuwahlen standen ebenfalls auf der Tagesordnung. Im Amt bestätigt wurden für den ersten Vorsitz Alexandre Peruzzo, Schriftführerin Anne Kaupisch sowie die Beisitzer Uta Amelung, Gernot Braatz, Ingo Kupillas und Lutz Bittner. Als stellvertretenden Vorsitzenden konnte der Verein den ehemaligen Mitarbeiter Michael Elsner gewinnen. Er war vor zwei Jahren als Präventionsfachkraft verabschiedet worden. Die Riege der Beisitzer wird zudem verstärkt durch Wilfrid Sondag.

Verabschiedet wurden (nach 40 Jahren) Helmut Friemel, (nach sechs Jahren) Jürgen Lotze und (nach einem Jahr) Falk Brozio.

Seit 40 Jahren im Verein und für die Treue ausgezeichnet wurden Erika Ahrens, Elsbeth Thomas und Dr. Michael Kaupisch.

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