Sachbeschädigung in Bassum

Täter zersticht Reifen bei Fakis Taxis

Wer tut so etwas? Faki ist ratlos und verzweifelt. Immer wieder beschädigt ein Unbekannter die Reifen seiner Fahrzeuge.
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Wer tut so etwas? Faki ist ratlos und verzweifelt. Immer wieder beschädigt ein Unbekannter die Reifen seiner Fahrzeuge.

Faki Fahrudin Kurbardovic, genannt Faki, ist verzweifelt. Ein Unbekannter zersticht in unregelmäßigen Abständen die Reifen seiner Taxis. Und das seit nun sieben Jahren. Der Bassumer Unternehmer weiß nicht mehr weiter.

Bassum – Was mag einen Menschen dazu treiben, aus Abneigung gegen ein Unternehmen unschuldige Mitbürger in Lebensgefahr zu bringen? Das ist eine der Fragen, die Faki Fahrudin Kurbardovic wieder und wieder durch den Kopf gehen. Der Besitzer des Taxiunternehmens an der Industriestraße in Bassum, den alle nur als Faki kennen, wirkt ratlos, wütend und verzweifelt.

Alles begann vor sieben Jahren. Draußen herrschten Minusgerade, es war etwa 3 Uhr nachts in Syke, als einer von Fakis Fahrern bemerkte, dass jemand bei einem Kleinbus die Luft aus den zwei Rädern an der Beifahrerseite gelassen hatte. Der Wagen musste abgeschleppt werden. Ein dummer Zufall? Ein Streich? Anscheinend nicht.

Seit sieben Jahren beschädigt der Unbekannte die Reifen

„Seit sieben Jahren nun beschädigt jemand in unregelmäßigen Abständen die Reifen meiner Fahrzeuge“, schildert Faki. Beim ersten Mal sei nur die Luft abgelassen worden. Aber seitdem versenke der unbekannte Täter Nägel oder Schrauben etwa zur Hälfte in dem Gummi, sodass diese durch Druck und Rotation bei der Fahrt in das Material getrieben werden – und den Reifen zerstören. Bis zu 30 Stück musste er schon ersetzen. Zu den Kosten kommen die Verluste durch die Fahrten hinzu, die nicht gemacht werden konnten.

Doch fast noch schlimmer ist die psychische Belastung für Faki und sein Team. „Wenn einer meiner Fahrer anruft und nur sagt ,Ich habe ein Problem’, denke ich sofort: ,Es ist wieder passiert’. Die Angst ist immer da, und sie macht dich krank. Nicht mal im Urlaub kannst du dich davon freimachen“, schildert der Unternehmer.

Da hilft es auch nur bedingt, dass vor Fahrtantritt alle Reifen der Fahrzeuge sorgfältig kontrolliert werden. Für Fahrgäste besteht deshalb keine Gefahr.

Fahrer haben Angst

Und seine Fahrer? Die haben trotzdem Angst um ihre Gesundheit – und um die der Menschen, die sich ihnen anvertraut haben. Faki schüttelt den Kopf. „Ich kann das nicht verstehen. In meinen Wagen könnten doch auch Verwandte oder Bekannte des Täters sitzen.“ Was dem Bassumer auch zusetzt, ist seine eigene Hilflosigkeit. Er kann gegen den Täter nicht vorgehen. Denn dieser schlägt an verschiedenen Orten zu. In der Regel immer samstags, wenn die Taxis nachts irgendwo halten oder die Fahrer sie nach ihrer Schicht mit nach Hause nehmen.

Wer der Täter ist, kann Faki nur vermuten. Er ist sich jedoch sicher, dass es ein Mensch ist, der ihn wirtschaftlich ruinieren will – und dafür sogar in Kauf nimmt, vollkommen Unbeteiligte zu verletzen. „Der muss krank sein“, glaubt der Bassumer.

Fünf Anzeigen habe er schon bei der Polizei erstattet, sagt Faki. Ohne Erfolg, also ohne den Täter zu erwischen – auch wenn die Polizei im Rahmen ihrer Streifenfahrten ein Auge darauf hat.

„Das ist ein Sonderfall“

Faki hat mittlerweile das Gefühl: Niemand kann ihm helfen. Entsprechend verzweifelt und alleingelassen fühlt er sich. Aber grundsätzlich ermittelt Kommissar Zufall immer mit. Will heißen: Durch aufmerksame Bürger und ihre Hinweise sind Straftäter schon mehrfach ermittelt worden.

Sollte auch der Unbekannte in Bassum erwischt werden, so muss er mit folgenschweren Konsequenzen rechnen: „Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft“, heißt es im Strafgesetzbuch. „Dass Taxis auf diese Weise beschädigt werden, kommt eher selten vor“, weiß Polizeipressesprecher Thomas Gissing. „Aber wenn es passiert, dann existiert meist eine persönliche Beziehung zwischen Täter und Opfer. Der Fall aus Bassum ist in jedem Fall ein Sonderfall.“

Viele Jahre hat Faki über die tückischen Sachbeschädigungen an seinen Fahrzeugen geschwiegen, immer in dem Glauben, der Unbekannte würde irgendwann von selbst aufhören. Doch nun will er nicht länger schweigen – in der Hoffnung, dass sich endlich etwas ändert. Dass vielleicht künftig mehr Menschen die Umgebung aufmerksamer beobachten werden, wenn sie irgendwo eines von seinen Taxis sehen. In der Hoffnung, dass der Unbekannte auf diese Weise erwischt oder zumindest von seinen Taten abgehalten wird. Denn nichts anderes wünscht sich Faki. „Es soll einfach nur aufhören“, sagt der Bassumer Unternehmer hörbar erschöpft.

Solche Schrauben bohrt der Täter in die Reifen.

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