Pläne vier Millionen Euro teurer als erwartet

Rathaus-Traum gerät ins Wanken

Stadtzeichner Lothar Liesmann hatte sich schon vor einiger Zeit Gedanken darüber gemacht, wo in der Innenstadt ein neues Rathaus stehen könnte. Archivbild: Liesmann

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Die Vorfreude auf das neue Bassumer Rathaus hat einen herben Dämpfer bekommen. Das Ausschreibungsverfahren ist abgelaufen und alle Angebote liegen auf dem Tisch – mit einem Ergebnis, dass die Verwaltung schlucken lässt: Satte 10,4   Millionen Euro müssten am Ende für den Kauf des Gebäudes, des Grundstückes sowie den Umzug und die Möblierung hingeblättert werden. Geplant hat man mit 6,1  Millionen Euro. Also mit etwa 4,3 Millionen weniger.

Die Kosten zu reduzieren, sei nur geringfügig möglich, durch Einsparungen im Bereich der Ausstattung sowie durch Reduzierung der Nutzflächen, heißt es in der Sitzungsvorlage für die kommende Ratssitzung am 29.  August. Denn dann wird der Rat der Stadt eine Entscheidung treffen müssen: Kann sich die Stadt Bassum eine solche finanzielle Belastung leisten?

Zumal Bassum noch einiges auf dem Zettel hat, wie zum Beispiel den Neubau beziehungsweise Umbau des Kindergartens Kinderreich zu einem zweigruppigen Kindergarten, die Projektierungen für den Kunstrasenplatz und die Attraktivierung des Freizeitbads, die Sanierung der Sporthalle Neubruchhausen und der Jahnturnhalle, Ersatzbeschaffungen der Feuerwehrfahrzeuge sowie der Neubau beziehungsweise Umbau (weiterer) Feuerwehrhäuser laut des Feuerwehrbedarfsplans.

„Bei allen geplanten Investitionen darf die dauernde Leistungsfähigkeit der Stadt Bassum nicht gefährdet werden“, mahnt die Sitzungsvorlage. Daher sollte eine Priorisierung aller geplanter Investitionen insgesamt erfolgen.

Nun ist der Rat gefragt, ob das Ausschreibungsverfahren trotzdem weiterlaufen soll. Falls er grünes Licht gibt, müsste die Summe von 6,1  Millionen Euro, die im Haushalt 2021 eingeplant werden soll, entsprechend aufgestockt werden. Die Verwaltung selber schlägt dem Rat jedoch vor, das Ausschreibungsverfahren wegen Unwirtschaftlichkeit aufzuheben. Der Wunsch, bereits im Juni 2021 in das neue Gebäude zu ziehen, rückt damit wieder in die Ferne. Und was dann?

„Zunächst einmal würden wir das Ausschreibungsverfahren offiziell beenden“, erläutert Bürgermeister Christian Porsch. „Das heißt, wir teilen den Anbietern mit, dass das Verfahren abgebrochen wird. Dann werden wir mit Politik und Verwaltung überlegen müssen, wie es nun weitergeht.“

Wie konnte es zu so einem großen Unterschied zwischen der Schätzung und den tatsächlichen Gesamtkosten kommen? „Die Schätzung von 6,1 Millionen stammt aus 2017“, so Porsch. Seitdem seien die Baupreise stark gestiegen. Er habe auch mit einer Erhöhung gerechnet – jedoch nicht in diesem Ausmaß.

Liegt der Plan „Neues Rathaus“ dann nur erst einmal auf Eis, oder ist er eigentlich schon im Papierkorb? Zu Fragen, die die künftige Planung oder den Standort des Rathauses betreffen, wollte Christian Porsch sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht äußern, um der Diskussion im Rat am 29. August im evangelischen Gemeindehaus nicht vorzugreifen. Interessierte können um 19.30 Uhr dazukommen.

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