Bassumer SPD steht mit ihrer Meinung ziemlich allein da / Stadtrat am 10. Dezember

Radweg an L 332 – aber nicht um jeden Preis

Radweg-Alternativen zwischen Bassum und Neubruchhausen. Die direkte Route ist gelb markiert. Grafik: Marvin Köhnken

Bassum - Von Frauke Albrecht. Was darf der Radweg an der L 332 kosten? Wo ist die Grenze? Bauen um jeden Preis? – Diese Fragen stellt sich derzeit die SPD und hat sie für sich mit einem „Nein, kein Bau um jeden Preis!“ beantwortet. Das hat vor allem bei den Neubruchhauser Bürgern für Verwunderung gesorgt. Denn noch bis vor Kurzem waren sich alle Fraktionen im Rat einig, dass der Radweg von Bassum nach Neubruchhausen gebaut werden soll.

Ein entsprechender Ratsbeschluss liegt seit Jahren vor. Land und Kommune wollen sich die Kosten teilen. Letztlich scheiterte die Umsetzung bisher daran, dass einige Flächeneigentümer mehr verlangen, als die Stadt bereit war, zu bezahlen. Da Grundstücksverhandlungen nichtöffentlich sind, gibt es lediglich Gerüchte über die Details der Vertragsbedingungen – angeblich soll unter anderem das Fünf- bis Sechsfache des Richtwertes gefordert werden.

„Wir dürfen uns zu den Details nicht äußern. Aber wir können diese Bedingungen nicht annehmen. Wir wollen uns nicht erpressen lassen“, sagt die SPD-Fraktion und hat deshalb die bereits vor Jahren diskutierten Alternativrouten hervorgekramt. Diese wollten sie nun mit Vertretern der Neubruchhauser Vereine besprechen. Den meisten kam die Einladung jedoch zu kurzfristig; sie sagten ab. Dennoch wollten die Sozialdemokraten allen, die an dem Thema Interesse haben, ihre Haltung erklären und standen am Donnerstagabend im SPD-Domizil am Bahnhof Rede und Antwort. Das Angebot nahmen knapp zehn Zuhörer an, darunter Vertreter des ADFC und einige Neubruchhauser Bürger.

Fraktionschef Dr. Christoph Lanzendörfer machte eingangs deutlich, dass es nicht um das Ob und Wie des Radeweges gehe, sondern nur um die Frage, wo dieser sinnvoll realisiert werden könne. Wo ist unbeschadetes Fahren möglich? Wo ist auch der Schulradverkehr sicher? Es gebe bereits eine Trasse über Hallstedt und Albringhausen. Diese sei unbeliebt, weil sie durch den Wald führe und 1,6 Kilometer länger sei. Eine andere Möglichkeit könne über die Straße Gattau nach Röllinghausen und dann in Richtung Bramstedter Kirchweg geschaffen werden. Die Strecken müssten entsprechend befestigt werden, so Lanzendörfer. Sie seien aber schnell zu realisieren.

Eine dritte Alternative brachte eine Zuhörerin ins Gespräch: Es würden Feld- und Graswege in Sichtnähe zur Landesstraße existieren. Auf Karten, unter anderem bei Google-Map sei diese Verbindung nicht eingetragen. Lanzendörfer kennt die Strecke. Er könne aber keine Angaben zu den Grundstücksverhältnissen machen. Die Klärung hätten sie in der Kürze der Zeit nicht hinbekommen.

Diskutiert wurden die Vor- und Nachteile einer Verbindung an der Landesstraße. Negativ sei, dass die Radler in der Dunstglocke des Verkehrs fahren müssten. Andererseits sei ein Radweg parallel zur Landesstraße sicherer als ein abseits gelegener Weg. Die Alternativrouten führen allesamt durch relativ einsame Gebiete.

Maik Dannemann aus Neubruchhausen äußerte sich verwundert über die Diskussion. „Wir haben lange daraufhin gearbeitet, den Radweg zu realisieren.“ Er wolle nicht über Alternativen diskutieren, sondern, dass der vor langer Zeit gefasste Beschluss endlich umgesetzt wird. „Auch wenn wir dafür in den sauren Apfel beißen müssen?“, fragte Bärbel Ehrich (SPD). Für Dannemann eine klare Sache: „Dann müssen wir eben in den Apfel beißen.“

Am 10. Dezember soll das Thema im Bassumer Stadtrat beraten werden. Die SPD steht mit ihrer Meinung ziemlich allein da. Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu hören war, soll der Verwaltungsausschuss in dieser Woche mehrheitlich für eine einvernehmliche Lösung mit den Grundstückseigentümern gestimmt haben.

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