Neue Hygienefachkraft im Alexianer Klinikverbund 

Professioneller Umgang mit Keimen

Hygienefachkraft Alexandra Scheinert (r.) kontrolliert auch die Reinigungspläne und bespricht diese mit Sabine Oltmanns, Objektleiterin Reinigung am Klinikverbund. - Foto: Albrecht

Bassum - Von Frauke Albrecht. Der rote Lappen ist fürs WC, der gelbe für die Dusche und das Waschbecken, mit blau werden die Oberflächen gewischt, mit dem grünen die Betten und Schränke. „Somit ist eine Verwechslungsgefahr im Prinzip ausgeschlossen“, sagt Sabine Oltmanns, Objektleiterin für das Reinigungsteam am Krankenhaus Bassum. Sie und ihre Kollegen müssen detaillierte Reinigungspläne befolgen – die Einhaltung wird kontrolliert. Unter anderem von Alexandra Scheinert. Die 49-Jährige ist seit dem 1. April die neue Hygienefachkraft im Alexianer Klinikverbund.

Derzeit ist sie für alle drei Standorte verantwortlich – Bassum, Sulingen und Diepholz, da zwei Kolleginnen von ihr noch in der Ausbildung sind. Mitte des nächsten Jahres sind sie fertig.

Die Ausbildung zur Hygienefachkraft hat Scheinert bereits 2015 beendet. Davor war sie jahrelang als Krankenschwester tätig, die letzten 15 Jahre unter anderem auf der Intensivstation einer Klinik in Bremen. „Die Arbeit wurde mehr und ich nicht jünger. Außerdem fand ich das Thema Hygiene sehr interessant“, nennt sie die Gründe, warum sie sich für die Zusatzausbildung entschieden hat.

Das Arbeitsfeld sei vielseitig und spannend. Ihr Arbeitstag beginnt um 7.30 Uhr. Scheinert prüft die eingegangenen Labor-Befunde nach Auffälligkeiten, sie sieht sich die Belegungen der Stationen an, informiert sich über neu aufgenommene Patienten, erstellt und kontrolliert die Einhaltung der Hygienerichtlinien und Reinigungspläne. Auch Schulungen und Stichproben gehören zum Alltag.

„Wir legen die Messlatte hoch an“

Ihr Fazit nach den ersten zwei Monaten: „Die Standards sind aktuell. Der Umgang mit multiresistenten Keimen im Klinikverbund ist professionell.“

„Wir legen die Messlatte hoch an“, bestätigt Chefarzt Dr. Wolfgang Grzibiela. Er möchte bei allen ein Problembewusstsein schaffen.

Die Klinikmitarbeiter gehen kein Risiko ein. Scheinert: „Da wird auch schon mal frühzeitig isoliert.“ Hygiene fange bei der Aufnahme an: Mit Hilfe eines Fragebogens prüfen die Mitarbeiter, ob es sich um einen Risikopatienten handelt. Scheinert: „Das wären zum Beispiel Personen, die in der Landwirtschaft arbeiten, Dialysepatienten oder Menschen, die in den vergangenen zwölf Monaten bereits im Krankenhaus oder in einem Pflegeheim waren.“

Diese müssen sich einem Schnelltest unterziehen. Der Abstrich kostet 30 bis 35 Euro. Laut Scheinert würden etwa 100 bis 150 Abstriche pro Monat in Auftrag gegeben.

Fällt der Test positiv aus, wägt der Arzt ab, ob und wie der Patient saniert beziehungsweise vom Keim befreit werden kann. Die Behandlung müsse nicht zwangsläufig in der Klinik erfolgen, sondern kann zu Hause durch den Hausarzt begleitet werden. Voraussetzung ist, dass die Operation aufgeschoben werden kann. Die Alternative wäre die sofortige Isolierung des Patienten. „Das ist immer ein Abwägungsprozess“, bestätigt Grizbiela.

Fragen erwünscht

Nicht immer seien bestimmte Abläufe im Krankenhaus für den Patienten auf den ersten Blick ersichtlich. Deshalb raten Grzibiela und Scheinert im Zweifel, zu fragen. Das gilt vor allem für das Thema Hygiene. Scheinert weiß, die Patienten sind aufmerksamer geworden. Da viele die medizinischen Details nicht beurteilen können, würden vor allem Essen und Reinigung kritisch beäugt, „weil da jeder mitreden kann“. Doch manches Mal würde hinter augenscheinlichen Nachlässigkeiten ein sinnvolles System stecken.

Profanes Beispiel dafür sei das Farb- und Faltsystem der Wischlappen. „Jeder Lappen ist achtmal faltbar. Es kann so aussehen, als würde das Wischtuch mehrmals benutzt, stimmt so aber nicht.“ Oltmanns: „Es gibt zudem genaue Vorgaben, was, wann geputzt wird.“ Montags, mittwochs und freitags seien beispielsweise die Lichtleisten dran, einmal in der Woche die Heizung. „Die Waschräume und Patientenzimmer reinigen wir natürlich täglich“, so Oltmanns.

Fehler können passieren. Da reicht es schon, den Staubwedel am Putzwagen zu vergessen. Der hat dort nämlich nichts zu suchen. Scheinert und ihre Kollegen bitten: „Sollte es Anlass zu Kritik geben, bitte die Mitarbeiter darauf hinweisen oder die Stationsleitung informieren.“

Die Klinik könne gewisse Standards setzen, aber die Besucher und Patienten müssen auch etwas tun, sagt Grizbiela. „Wir sind ein offenes Haus und können uns gar nicht gegen Keime wehren.“ Deshalb sei die Handhygiene immens wichtig. Und: „Jeder sollte das eigene Verhalten überdenken“, bittet der Chefarzt. Wer beispielsweise Durchfall hat, sollte nicht unbedingt die Oma im Krankenhaus besuchen.

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