Vorstand schweigt / Eltern aufgeregt

Prinzhöfte-Schule entlässt ihren Leiter

Bassum - Von Frauke Albrecht. Die Prinzhöfte-Schule in Bassum feiert an diesem Wochenende ihr 20-jähriges Bestehen. Doch vielen Eltern und Kindern ist eher zum Heulen als zum Feiern zumute. Denn in der Prinzhöfte-Schule gibt es Streit. Der Vorstand hat den Schulleiter Alexander Quante entlassen.

Das bestätigte am Donnerstag der zweite Vorsitzende Ralf Peters. Über die Gründe schweigt sich der Vorstand aus. „Das sind Personalangelegenheiten, die wir nicht in der Zeitung diskutieren wollen.“ Mit den Eltern habe man im Vorfeld ausreichend kommuniziert. Am Montag gab es eine Mitgliederversammlung. „Es wurde vieles erklärt“, sagt Peters.

Das sehen einige Eltern anders. Der Vorstand schweige sich zu den Gründen aus, heißt es. Sie sind verärgert, traurig und zugleich erbost.

Das Schweigen lässt Raum für Spekulationen. Nach Aussage Peters’ handelt es sich bei den Vorwürfen gegen den Schulleiter nicht um strafrechtliche Belange, sondern schlichtweg um Meinungsverschiedenheiten zwischen Schulleitung und Vorstand.

Quante selbst stand für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung.

Viele Eltern kritisieren die Vorgehensweise des Vorstandes. Sie hätten von der Entlassung in den Ferien erfahren. Weder Eltern noch Kinder seien dazu gehört worden.

Quante genießt großen Rückhalt in der Elternschaft. „Er hat sich immer auf die Seite der Schüler gestellt“, heißt es. Er habe ein kooperatives und wohlwollendes Verhältnis zur Landesschulbehörde. Außerdem soll er im Laufe der Jahre ein Pädagogenteam zusammengestellt haben, das sehr gut harmoniere. Das sei nicht immer so gewesen.

Mittlerweile hat sich eine Gruppe von Eltern gebildet, die die Kündigung nicht hinnehmen wollen.

Kritisiert wird auch, warum der Vorstand nicht mit Hilfe einer Mediation versucht habe, die Differenzen zu bereinigen. Wenn nötig, auch mit Hilfe von außen. Das rigorose Verhalten sei überhaupt nicht im Sinne der Freinet-Pädagogik. „Bei uns haben die Kinder das Wort, sie lernen, eine Stimme zu haben“, bringt eine Mutter es auf den Punkt. Nun seien sie nicht mal gehört worden. Der Vorstand habe es versäumt, die Hintergründe zu erklären.

Peters argumentiert mit der Wahrung der Persönlichkeitsrechte des Schulleiters. „Arbeitsrechtliche Gründe gehören einfach nicht in die Öffentlichkeit. Es mag sein, dass wir mit unseren Antworten nicht jeden zufrieden gestellt haben.“ Er kündigt weitere Gespräche an. „Es ist ein Merkmal unserer Schule, offen miteinander umzugehen.“

Auf die Frage, wie es nun weitergeht, antwortet Peters: „Gut.“ Jede Veränderung sei eine Chance. „Wir werden die Chance ergreifen.“

Die Kontinuität des Schulbetriebes sei gewährleistet. „Wir werden uns bemühen, die Lücke zu füllen.“ Bis dahin übernimmt der stellvertretende Schulleiter die Aufgaben. Das Lehrerpersonal sei vollständig an Bord, so Peters.

Auf die Geburtstagsparty am Wochenende angesprochen sagt er: „Es geht um das Wirken unserer Schule und nicht um das des Schulleiters. Wir sind durchaus in der Lage, das zu trennen. Unsere Schule hat viele Erfolge aufzuweisen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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