Premiere vor fast ausverkauftem Haus: Pago Balkes neues Programm „Liebeslieder“

Zuweilen witzig und bissig

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Pago Balke präsentierte sein neues Programm „Liebeslieder“ auf der Kulturbühne. Am Flügel: Gerhard Stengert. ufa

Bassum - Von Ulf Kaack. Für Pago Balke hat es Tradition: Die Premiere seiner neuen Bühnenprogramme feiert der Sänger und Kabarettist in Bassum. Schon seit vielen Jahren. Am Donnerstagabend testete er die Show „Liebeslieder“ auf der Kulturbühne vor nahezu ausverkauftem Haus. Gastgeber war zum wiederholten Mal das Bassumer Kulturforum.

Sparsam, geradezu zärtlich entlockt Gerhard Stengert seiner Marimba mit vier Schlägeln die ersten Klänge, steigert sich kurzfristig in eine karibisch anmutende Dynamik – dann betritt Pago Balke die Bühne und singt von seiner ersten Liebe – eine wundervolle, eine erfüllte Liaison im Alter von 13 Jahren zu einer reifen Frau.

Ob erlebt oder erfunden, lässt er offen, wie bei allen nun folgenden gesungenen Erzählungen.

Das Publikum erlebt eine Reise durch die Welt der Liebe mit all ihren Facetten, Höhenflügen und Abstürzen: Wege, Umwege und Verirrungen, Last und Laster, Versuche und Versuchungen…

Pago Balke bietet keinesfalls eine Lehrstunde in Sachen Zuneigung. Keine wissenschaftliche, eher eine plakative Betrachtung mit intellektuellen Anflügen. „Nehmen Sie für sich mit nach Hause, was Sie brauchen können“, so der Entertainer. „Den Rest lassen Sie einfach hier.“

Es folgen wirklichkeitsnahe Impressionen von der frühen Beziehungsanbahnung in der Tanzstunde, von Barbara, der idealen Frau als Fiktion, deftige Betrachtungen zum Thema Homosexualität. Der beste Freund des gerade verlassenen Mannes, der mit Plattitüden wie „das wird schon wieder“ über den Trennungsschmerz hinweghilft. Amüsant, zuweilen witzig und bissig. Romantische Momente sind dabei eher spärlich zu vernehmen.

Balke spielt mit Rollenklischees und Moralbegriffen. Als er dann einen Bogen von der Bergpredigt zur Selbstbefriedigung schlägt, wird es hingegen befremdlich. „Onanie ist Sex mit einem, den man wirklich liebt“ lautet der Refrain, der von großen Teilen des Publikums begeistert mitgesungen wird. Den Mut, sich auf ein solches Niveau zu begeben, muss man erstmal aufbringen. Respekt – oder auch nicht!

Musikalisch agiert Pago Balke souverän an der Gitarre, bedient sich stilistisch bei Blues, Rap, Rock’n’Roll, Klassik, Jazz und natürlich den Vortragsweisen der Liedermacher und Chansoniers. Mit Gerhard Stengert hat der Protagonist einen multitalentierten Musiker an seiner Seite, der an der Marimba, am Vibraphon, Akkordeon und Steinway-Flügel zu glänzen weiß.

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