Da prallen Welten aufeinander

„Männer WG“ mit Hamburger Aelita-Theater beleuchtet Vorurteile

Fast zwei Stunden dauerte die Komödie um die Männer-WG aus Hamburg. - Foto: Bokelmann

Bassum - Von Anika Bokelmann. Am Anfang noch einsam, mit Marotten und Charaktereigenschaften allein, prallen in der „Männer WG“ schon bald Welten aufeinander. Ein Lachmuskeltraining mit der Story von Sabine Nehmzow und Hendrik Wokittel boten die Amateurschauspieler des Hamburger Aelita-Theaters am Samstagnachmittag in der Kulturbühne Bassum.

Die Debatte um Andersartigkeit, Vorurteile und das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen Ansichten hatte Geschäftsmann Michael Maas vom Modehaus seinen Mitarbeitern anlässlich seines runden Geburtstags geschenkt. Auch die Öffentlichkeit war in der Grundschule an der Mittelstraße willkommen.

Zur Geschichte: Der 27-jährige Daniel (Jean Luc Arpaia) gibt eine Annonce auf. Er sucht zwei Mitbewohner. Während Daniel in erster Linie seine finanzielle Lage damit verbessert und aus den Mieteinnahmen sogar Profit schlägt, suchen seine neuen Mitbewohner Gemeinsamkeit und Geborgenheit, die bisher in ihrem Leben fehlten. Mit dem schwulen Marc (Hendrik Wokittel), dessen große Leidenschaft das Aufräumen ist, und dem stotternden Martin (Frank Vorreiter), der zusammen mit Palme „Grüni“ einzieht, holt sich Daniel jedoch zwei Personen ins Haus, mit denen er sonst nie Kontakt gehabt hätte. Zu groß sind die Vorurteile des jungen Mannes gegenüber der Andersartigkeit.

Reichlich Applaus

Gewisse Einstellungen gegenüber Stereotypen stellten die Hamburger Amateurschauspieler deutlich heraus und brachten bei allen lustigen und aktionsgeladenen Szenen die Zuschauer zum Nachdenken. Zweideutige Dialoge, energiegeladene Gesten und die durchdachten Szenen brachten die Intention der Komödie wieder in den Vordergrund: Erheiterung – und den Fokus auf schwarz-weißes Denken lenken. Dem Publikum schien es zu gefallen. Es gab reichlich Applaus.

Das Ensemble bewies nicht nur schauspielerisches Können, auch das detailverliebte Bühnenbild, für das Frank Vorreiter und sein Team verantwortlich zeichneten, trug zum Erfolg der Komödie bei, etwa durch Bierdosen und herumliegende Socken.

Während das turbulente WG-Leben, in dem auch Marcs Freundin Laura (Sarah Bieler) eine bedeutende Rolle spielt, die Bühne im Saal der Grundschule ausfüllte, lieferte die Live-Band des Hamburger Ensembles hinter den Zuschauern die passende Musik. Mit Pop, Balladen und schwungvollen Melodien aus der Feder von Jens Fox sowie Live-Gesang setzten die Akteure besondere Akzente.

Nach der Pause erlebten die Zuschauer, dass sich nach einem halben Jahr Männer-WG nochmal alles ändert: Daniel erfährt von Marcs sexueller Einstellung. Auch das Leben des stotternden Martin birgt für den von Vorurteilen gelenkten Daniel Überraschungen und erschüttert seine Welt zutiefst.

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