PPG-Plan GmbH strebt Beteiligungsgesellschaft und einen Bürger-Tarif an

Günstiger Strom für Bassum

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Heino Knief von der PPG Plan GmbH sucht Investoren, die in Windkraft investieren möchten.

Bassum - Von Frauke Albrecht. In Bassum wird mehr Strom aus regenerativer Energie produziert als tatsächlich verbraucht wird. Bisher hatten die Bürger davon keinen Vorteil. Das soll nun anders werden, wünscht sich die Politik. Ein erster Schritt könnte eine Bürgerbeteiligung am Windpark Bassum-Friedeholzheide sein.

Westlich der Landesstraße 776 sollen 14 Windkraftanlagen entstehen (wir berichten mehrmals ausführlich). In den vergangenen Wochen lag die elfte Änderung des Flächennutzungsplanes öffentlich aus, ebenso wurde der Bebauungsplan in die frühzeitige Beteiligung gegeben. Termin war der 16. Oktober.

Im Vorfeld hatte es Diskussionen um das Gebiet und die vom Investor eingeholten Gutachten gegeben. Im Frühjahr entschied sich die Politik mit einer Stimme Mehrheit gegen die Planung. Daraufhin änderte die PPG-Plan GmbH ihr Konzept und präsentierte eine abgespeckte Variante, die dann wieder auf der Tagesordnung der politischen Gremien landete.

„Wunsch der Politik ist es, zu versuchen, die Bürger an dieser Planung zu beteiligen“, erklärt Heino Knief. Vor allem die SPD hätte sich dafür stark gemacht. Und so überlegen Knief, Karl-Heinz Rohlfs und Dr. Udo Schigulski von der PPG Plan GmbH, eine Beteiligungsgesellschaft anzustreben. In dieser könnten Bassumer Geld investieren – Mindesteinlage zwischen 5000 und 10000 Euro – und so eine Rendite erwirtschaften. Knief: „Das könnte in Form einer KG oder einer Genossenschaft funktionieren.“

Da die PPG als Planer und Projektierer die Gesellschaft nicht gründen und führen dürfe, müssten sich Bürger zu einer Beteiligungsgesellschaft zusammenfinden. „Wir würden sie dabei unterstützen“, so Knief. Deshalb würden nicht nur Investoren gesucht, sondern auch Geldgeber, die Bares und Know-how einbringen wollen. Laut Knief ist die PPG Plan derzeit in Gesprächen mit einem lokalen Anbieter, der diese Bürgerbeteiligung umsetzen könnte. Anfang Dezember soll es eine erste Bürgerversammlung dazu geben, auf der Knief und seine Partner die Details vorstellen. Der genaue Termin steht noch nicht fest, wird aber in Kürze bekannt gegeben.

Geplant ist, dass sämtliche Ein- und Ausgaben der 14 Anlagen (3-MW-Anlagen mit einer Höhe von 200 Metern) aus einem Topf bestritten werden – damit es keine Wettbewerbsnachteile gibt. Denn nicht jede Anlage erzielt den gleichen Ertrag. Um den produzierten Strom abführen zu können, müsse zudem ein Umspannwerk gebaut werden.

„Wir reden hier insgesamt von einem Investitionsvolumen von etwa 80 Millionen Euro“, so Knief.

„Uns liegt am Herzen, dass die Wertschöpfung aus diesem Windpark hier in der Region verbleibt; dazu gehört ebenfalls, dass der Sitz der Betreibergesellschaften der Windenergieanlagen vor Ort ist, damit die Steuern in Bassum bleiben.“

Ebenso verhandeln die Planer mit Energieversorgungsunternehmen, um den Bassumern einen günstigen Windstromtarif anzubieten. „Günstiger als der Grundversorger“, verspricht Knief. Bürger, die sich nicht direkt an den Windenergieanlagen beteiligen wollen, partizipieren an einem Tarif, der vor Ort erzeugte Energie sehr preiswert anbietet. Das kann aber nur dann funktionieren, wenn sich mindestens 100 bis 200 Haushalte daran beteiligen.

Wer Interesse hat, sollte ebenfalls zu der Versammlung im Dezember kommen. Die Bürger würden mit Hilfe einer Hauswurfsendung über die Details informiert.

Ebenfalls überlegt werde seitens der PPG, an zentraler Stelle eine Solartankstelle zu errichten. Das sei aber vorerst nur ein Gedankenspiel.

Bürger können sich gern per Mail unter info@ppg-plan.de als Interessent eines Windstromtarifes oder mit dem Wunsch einer Beteiligung an den Windenergieanlagen unverbindlich registrieren lassen.

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