Polizei-Puppentheater in der Grundschule

Mitgefühl für Ausgegrenzte

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Kerstin Wulfekuhl spielte in der Grundschule Petermoor Polizei-Puppentheater zum Thema Gewaltprävention.

Bassum - Von Maik Hanke. Dass eine Berührung gar nicht nötig ist, um jemanden zu verletzen, lernen die meisten Kinder früh. Wie kränkend aber Ausgrenzung ist, hat die pädagogische Puppenbühne der Polizei am Donnerstag etwa 90 Dritt- und Viertklässlern der Grundschulen Petermoor und Nordwohlde vor Augen geführt.

In „Gemeinsam statt einsam“ spielten Kerstin Wulfekuhl und Torsten Blume von der Polizeidirektion Oldenburg ein kindgerechtes Stück über Freundschaft und Gewalt, Vertrauen und Ausgrenzung.

Hauptfiguren des Puppentheaters sind die Weltraumkinder Streifix und Delta. Ihre Freundschaft wird auf die Probe gestellt, als Delta einen Flug gewinnt und nicht zu Streifix‘ Geburtstagsparty kommen kann. Streifix ist sauer. Bei seiner Party findet er einen neuen Freund. Als Delta schließlich wiederkommt, will Streifix mit ihm nichts mehr zu tun haben. Natürlich endet das Puppenstück versöhnlich.

Schulleiterin und

Kinder begeistert

Schulleiterin Doris Meyer Toms war vom Stück „total begeistert“. Es habe „genau das aufgegriffen, was viele Kinder im Alltag erleben“. Auch bei den Kindern kam das Stück an. Sie hörten aufmerksam zu und klatschten bei Musik eifrig mit. Auch bei der Nachbereitung im Unterricht waren die Kinder sehr aktiv.

Polizei-Ratschlag:

„Nicht nichts tun!“

„Ausgrenzung ist eine der schlimmsten Formen der Gewalt“, erklärte Kerstin Wulfekuhl im Klassenzimmer. Sie trug aber nicht einfach vor. Vielmehr ließ sie die Kinder über gezielte Fragen selber die richtigen Antworten finden.

Die Kinder versetzten sich in die Lage von Tätern und Opfern und erkannten, dass niemand gerne verletzt wird – weder körperlich noch seelisch. So entwickelten sie Mitgefühl für Ausgegrenzte.

Zum Schluss zeigten die Polizei-Puppenspieler den Kindern Lösungswege. Wenn man auf irgendeine Form Gewalt erlebt oder mitbekommt, sollte man die Eltern oder Lehrer einschalten. „Nicht nichts tun! Das ist das Schlimmste, was man machen kann“, sagte Wulfekuhl. Sie schränkte aber ein: Zivilcourage ja – aber nicht auf Kämpfe (gegen Stärkere) einlassen.

„Auch Kinder dürfen die Polizei anrufen“, sagte Wulfekuhl. „110.“ Ein Junge fragte nach: „Braucht man dafür eine Vorwahl?“ Spätestens da hatte sich die Stunde gelohnt.

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