Polizei liegen keine Hinweise auf Brandstiftung vor

Feuer verhindert Einzug von Flüchtlingen

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Bürgermeister Christian Porsch musste sich am Montag vielen Medienvertretern stellen – auch dem Fernsehen.

Bassum - Von Maik Hanke. Große Aufregung nach einem Brand an der Brakstraße in Bassum in der Nacht zu Montag: Das zerstörte Wohnhaus war als Unterkunft für Flüchtlinge im Gespräch – jetzt ist es unbewohnbar. Eine Frage treibt die Anwohner und die Stadt um: War es Brandstiftung? Am Nachmittag kam die Entwarnung: Die Polizei geht von einem technischen Defekt als Brandursache aus.

Ein Wohnhaus an der Brakstraße ist durch ein nächtliches Feuer unbewohnbar geworden.

Ab 1.30 Uhr in der Nacht hat das Feuer gewütet. „Weit mehr als 100 Einsatzkräfte“ waren mehr als vier Stunden lang im Einsatz, um es zu löschen, sagt Feuerwehrsprecher Peter Cordes. Sechs Ortsfeuerwehren, darunter auch die Brandschützer aus Harpstedt und Twistringen, waren mit 14 Fahrzeugen dabei. „Das Feuer fraß sich zwischen dem Wohnhaus und einem angrenzenden Nebengebäude, das als Garage und Heizöllagerraum dient, schnell in den Dachbereich“, so Cordes in einer Mitteilung. Zum geschätzten Schaden schweigt die Polizei noch. Personen sind bei dem Brand nicht zu Schaden gekommen. Der Hausbesitzer, der dort alleine wohnt, war im Urlaub.

Am Morgen wurde auf der rückwärtigen Seite des Hauses das Ausmaß der Zerstörung deutlich: Der Schutt von Dachziegeln verteilt sich über die Terrasse. Die vom Feuer zerfressene Regenrinne hängt in Fetzen herab. Der Dachstuhl ist ausgebrannt, nur noch die tragenden Balken stehen. Was in den Räumen darunter mal war, ist nicht mehr zu erkennen.

Brisant bei diesem Unglück: Das Haus wurde als mögliche Unterkunft für sechs bis acht Flüchtlinge gehandelt, bestätigt Bürgermeister Christian Porsch. „Das war ein Gebäude, wo wir uns Gedanken gemacht haben, es eventuell anzumieten.“ Ein Vertrag sei bisher noch nicht unterzeichnet worden. Das Haus mit Garten sei ideal für zwei Familien gewesen. Jetzt müsse sich die Stadt, die händeringend Wohnraum sucht, nach Alternativen umsehen. Porsch spricht von einem „schlimmen Ereignis“, es gebe bisher allerdings „keine Erkenntnisse, dass es angezündet wurde“. Die Polizei hielt sich zunächst bedeckt und verwies auf die laufenden Ermittlungen. Die Kripo aus Diepholz und ein externer Gutachter nehmen das Haus unter die Lupe.

Am Nachmittag dann die Meldung: „Laut aktuellem Ermittlungsergebnis war ein technischer Defekt brandursächlich. Es kann daher eine vorsätzliche Tat ausgeschlossen werden.“

Dass das Gebäude eine Unterkunft für Flüchtlinge werden könnte, war in der Nachbarschaft bekannt. Es sei allerdings kein großes Gesprächsthema gewesen, berichtet eine Nachbarin.

Auf der Straße unterhalten sich die Anwohner über die vergangene Nacht: „Ich hab das vom Badezimmerfenster aus lodern gesehen“, sagt ein Nachbar. „Fünfmal haben sie mich aus dem Schlaf gerissen“, sagt ein anderer über die Einsatzkräfte. Die ganze Straße sei mit Feuerwehrautos und Einsatzkräften voll gewesen.

Wohnhausbrand in Bassum

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