Wachdienst an Nord- und Ostsee

Mitglieder der DLRG Bassum reisen auch dieses Jahr wieder an die Strände

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Die Mitglieder der DLRG opfern ihre Freizeit, damit ihren Mitmenschen nichts passiert. 

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Wenn andere in den kühlen Fluten der Nord- oder Ostsee planschen oder am Strand ihr Eis genießen, müssen die Helfer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) stets wachsam sein, alles im Blick haben – und im Notfall sofort reagieren. Denn dann kann es um Leben und Tod gehen. Doch sie machen es gerne, versichert Susanne Wührmann von der Ortsgruppe Bassum. Und deswegen sind die Lebensretter auch in dieser Urlaubssaison wieder im Einsatz, um ihren Mitmenschen zu helfen.

Da es in ihrer Heimatstadt keine Badeseen gibt, helfen die Bassumer bei anderen Gewässern aus. Meistens führt es Wührmann und ihre Mitstreiter an die Strände. „Vom 23. Juni bis 7.  Juli sind neun Kameraden in Wyk auf Föhr, vom 14. bis 28. Juli sind acht in Binz auf Rügen, vom 11. bis 25. August sind 13 Mitglieder und vom 8.  bis 15. September sind acht auf Amrum im Einsatz“, zählt Wührmann auf.

Eine spezielle Vorbereitung auf die Saison gebe es nicht. „Wir bereiten uns im Grunde immer regelmäßig vor. So haben wir beispielsweise den Anspruch, nicht nur Sanitätshelfer, sondern auch Sanitäter unter uns zu haben, weil wir Betroffenen und ihren Angehörigen möglichst viel Sicherheit vermitteln wollen. Sie sollen merken, dass sie bei uns in guten Händen sind.“

Doch wie kommen die Bassumer an die Küsten? „Wir melden uns über die Zentrale in Bad Nenndorf. Dort kann man auch angeben, wo man eingesetzt werden möchte. Die Zentrale sendet einen dann dorthin, wo Hilfe gebraucht wird. Wir aus der Ortsgruppe versuchen meist, auch als Gruppe zusammenzubleiben. Das hat den Vorteil, das man sich schon kennt. Aber man lernt bei diesen Aufenthalten auch immer viel Neues“, sagt Wührmann.

Seit elf Jahren an den Stränden

Zudem versuchen die Bassumer, die Jüngeren mitzunehmen und sie anzulernen. Auf diese Weise sollen die Schüler und Studenten sicher gemacht werden.

Susanne Wührmann fährt seit elf Jahren an die Strände. Sie genießt das Zusammensein mit ihren Mitstreitern und die Zeit am Meer. Zudem freuten sich viele Menschen über ihre Anwesenheit, steckten den Helfern einen kleinen Obolus zu oder bedankten sich für deren Hilfe, heißt es.

Frustrierend seien die Leute, die immer noch nicht verstanden hätten, dass Wührmann und ihre Kollegen kein Geld für ihre Arbeit bekommen, sondern am Strand ihre Freizeit opfern, damit andere ihre unbesorgt genießen können.

„Viele denken, wir machen da Urlaub und bekommen das auch noch bezahlt. Wir kriegen wohl ein Kostgeld und eine Unterkunft gestellt, aber ansonsten sind wir dort ehrenamtlich.“ Meist zwei Wochen, jeden Tag von 9 bis 18 Uhr, bei Sonne und Regen.

Die meisten Unfälle ereigneten sich am Strand. „Schnittwunden, Kreislaufprobleme oder Unterzuckerungen“, nennt die Bassumerin ein paar Beispiele. Natürlich seien es immer dramatische Minuten, wenn eine Person bewusstlos am Strand liege oder vermisst werde. „Tote hatte ich glücklicherweise noch nie. Aber wenn wir mit dem Boot rausfahren, um jemanden zu suchen, versuche ich mich und auch meine jüngeren Begleiter darauf vorzubereiten, dass es passieren kann, dass der Mensch, den wir ausfindig machen wollen, nicht mehr lebt.“

„Angepöbelt, beschimpft und beleidigt“

Im Einsatz angegriffen worden, wie manche Nothelfer, seien sie noch nicht. „Aber wir werden schon manchmal angepöbelt, beschimpft und beleidigt, wenn wir beispielsweise ein Badeverbot aussprechen. Ich verstehe, dass die Leute sich ärgern, schließlich ist das ihr Urlaub. Aber hier geht es um Sicherheit.“

Wührmann erinnert sich an einen Mann, der trotz Verbot wieder und wieder ins Wasser ging. „Ich fragte ihn, wie ich einem fünfjährigen Jungen erklären soll, dass er nicht schwimmen darf, wenn er als Erwachsener kein Vorbild ist.“

Wäre der Mann in Gefahr geraten, hätte Wührmann ihn nicht retten müssen – aber „ich hätte es getan, weil man ja niemanden ertrinken lässt“, sagt die Bassumerin. So kann es passieren, dass sie selber durch die Unvernunft anderer Menschen in Gefahr gerät. Aber solche seien zum Glück in der Minderheit.

Hat Wührmann einen Wunsch für die kommende Saison? „Die Leute sollen versuchen, realistisch einzuschätzen, was sie sich zumuten können. Und wenn wir ein Verbot aussprechen, sollen sie darauf vertrauen, dass es nötig ist und wir niemandem etwas Böses oder den Spaß verderben wollen.“ Damit der langersehnte Urlaub nicht im Krankenhaus endet.

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