Manfred Falldorf schreibt Geschichten

Plattdeutsch liegt ihm im Blut

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Manfred Falldorf liebt das Plattdeutsche. Der geborene und überzeugte Alpstedter schreibt seit vielen Jahren Geschichten, mit denen er sich immer wieder beim NDR bewirbt. - Foto:

Apelstedt - Von Heiner Büntemeyer. Manfred Falldorf aus Apelstedt ist ein echter Plattdeutscher. Er spricht natürlich Platt und ist Mitglied im Apelstedter Theaterverein. Falldorf leitete ihn auch zwölf Jahre lang, bevor er den Vorsitz an Wilfried Dietrichs abtrat. Ehefrau Ursel Falldorf ist noch immer Topustersche, auf Hochdeutsch Souffleuse. Selbst Tochter Tina und Enkel Til spielen dort noch Theater. Sein großes Hobby aber sind plattdeutsche Geschichten. Mit ihnen beteiligt er sich regelmäßig am NDR-Wettbewerb „Vertell doch mal“.

„Töven“, also „warten“ oder „abwarten“ hieß es 2013. Falldorf machte sich Gedanken darüber, dass Menschen nicht abwarten können, dass sie alles sofort haben wollen, statt abzuwarten. Über ihr Streben versäumen sie es, die Gegenwart zu genießen.

Im Jahr 2014 schrieb Manfred Falldorf eine plattdeutsche Geschichte aus der Sicht seiner „Lara“, einer Jagdhündin. Sie hat neun Geschwister und ist das Warten deshalb gewohnt. Zum Beispiel beim Balgen ums Futter. Noch länger muss „Lara“ warten, bis Manfred Falldorf sie als Jagdhündin nach Apelstedt holt. Ihre Geschwister haben nämlich längst ein neues Herrchen gefunden. Bei ihm wartet „Lara“ jetzt immer darauf, dass ihr Chef mit ihr ins Revier fährt.

Als das Motto „Spelen“ hieß, erinnerte sich Falldorf an seine „Fernsehkarriere“. Bei Radio Bremen werden Komparsen für einen Spielfilm über die Giftmörderin Gesche Gottfried gesucht. Der Apelstedter wird erfolgreich gecastet und der Geselle eines Sattlermeisters. Was er bei den Aufnahmen erlebt, beschreibt er humorvoll und hat es als weiteren Wettbewerbsbeitrag an den Sender geschickt.

Geschichte aus der Kindheit

Die bisher letzte Geschichte heißt „Op de Straat“ und erinnert an ein Kindheitserlebnis von Falldorf. Er findet mit seinem Schulfreund auf der Straße Geld. Doch das kleine Vermögen wird für beide zu einer Belastung, denn niemand darf davon erfahren. Und ausgeben können sie es in Apelstedt auch nicht, obgleich sie sich im Dorfladen unter dem misstrauischen Blick von Tante Anna ein Eis und „Eucalyptusbonschen“ gönnen. „Man dat Geld brennde us jümmers noch in de Taschen“, erinnert sich Falldorf.

Das Resultat seiner Bemühungen ist jedesmal ähnlich gewesen: „Wir bedanken uns für die Teilnahme... Mit großem Interesse hat die Jury Ihren Text gelesen.... Leider hat es Ihre Geschichte nicht in die Runde der 25 besten Verteller geschafft. Aber lassen Sie sich davon bitte nicht entmutigen.“

Vorleser nimmt Geschichte in Repertoire auf 

Obgleich er in diesem Jahr krankheitsbedingt einmal mit der Teilnahme ausgesetzt hat, bleibt er trotz der bisherigen Absagen am Ball. „Man könnte es als brotlose Kunst bezeichnen, aber es macht mir viel Spaß“, erklärt er und tröstet sich mit seiner Nachbarin Erika Brunkhorst, die ebenfalls plattdeutsche Geschichten schreibt und auch noch keinen Preis gewonnen hat.

Allerdings ist Falldorf mit seiner Geschichte „Sommertied“ schon ein Stück weiter. Diese Geschichte hat Wilhelm Kappelmann von ihm erhalten. Er ist häufig als Vorleser und Erzähler plattdeutscher Geschichten unterwegs – und hat „Sommertied“ in sein aktuelles Repertoire mit aufgenommen. Und das sehr zur Freude des Autors.

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