Endprodukt: Holzhackschnitzel

Pappel-Plantage: AWG baut „Energie“ an

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Freude auf die erste Pappel-Ernte: Am Entsorgungszentrum betreibt die AWG (Abfall-Wirtschafts-Gesellschaft) eine Kurzumtriebsplantage, auf der Holz für die Energie-Gewinnung wächst. AWG-Geschäftsführer Andreas Nieweler präsentiert die Info-Tafel.

Bassum - Von Anke Seidel. Leise rauscht der Wind in den sattgrünen Pappeln am Entsorgungszentrum in Bassum. Unscheinbare Bäume, die aber einen ganz besonderen Wert bergen: Mit ihrem Holz können in den kommenden zwei Jahrzehnten zwölf Durchschnittshaushalte Jahr für Jahr komplett mit Energie versorgt werden – rein rechnerisch.

Im kommenden Jahr will die AWG (Abfall-Wirtschafts-Gesellschaft) die erste Ernte von ihrer Kurzumtriebsplantage – kurz KUP genannt – einfahren.

Pappeln statt Weiden oder Robinien

Das kündigt AWG-Geschäftsführer Andreas Nieweler an. Den Impuls für das KUP-Projekt hat demnach die Energie-Studie des Entsorgungsunternehmens gegeben. Seit mittlerweile elf Jahren prüft die AWG darin regelmäßig, wie sie Ressourcen noch besser nutzen und noch effektiver Energie erzeugen kann – nicht nur aus Abfällen, sondern auch auf eigenen Flächen. Dort hat sie vor drei Jahren buchstäblich die Wurzeln gelegt für dieses Projekt, dessen Endprodukt Holzhackschnitzel für Heizungen sind.

Auf einer Fläche von 5,5 Hektar, verteilt auf drei Grundstücke, pflanzte die AWG 2014 die ersten Pappeln. Schon ein Jahr später folgte die Erweiterung um weitere drei Teilflächen auf nunmehr zehn Hektar Anbaufläche. Eines haben alle gemeinsam: Sie liegen in der Nachbarschaft des Entsorgungszentrums – und auf allen wachsen Pappeln, obwohl nachwachsendes Energie-Holz genauso aus Weiden oder Robinien entstehen kann.

Pflanzen können alle drei Jahre geerntet werden

„Für unseren Standort hat sich die Pappel als geeignete Holzart erwiesen“, sagt der AWG-Geschäftsführer. Insgesamt 120.000 Setzlinge wachsen der Ernte entgegen, die – anders als auf anderen Forstflächen – kein einmaliges Ereignis ist. Denn die Pappeln schlagen nach dem gezielten Abholzen wieder aus und sind nach einer Wachstumsphase von drei Jahren wieder erntereif. Sieben Ernten, so eine aktuelle Prognose, sind auf diesen Flächen möglich: „Danach lässt die Wuchskraft nach und der Boden muss umgebrochen werden.“ Wie AWG-Geschäftsführer Andreas Nieweler berichtet, schafft die AWG keine eigenen Maschinen für die Ernte an: „Die Ernte übernimmt ein Lohnunternehmer.“

Wie groß ist die jährliche Ausbeute? „Wir rechnen mit einem durchschnittlichen Ertrag von 36 Tonnen pro Hektar alle drei Jahre“, so die Prognose. Der Jahreswert liegt also bei zwölf Tonnen pro Hektar. Die AWG rechnet aus der Gesamternte mit Netto-Energie von rund 450 Megawatt pro Jahr. So viel verbrauchen etwa zwölf Durchschnittshaushalte im Jahr.

Das Projekt sei umweltschonend im Sinne der CO2 -Freisetzung: „Bekanntlich wird bei der Verbrennung von Holz so viel CO2 freigesetzt wie zu Lebzeiten von den Bäumen aufgenommen wurde“, hieß es dazu. „Man kann also behaupten, dass die Wärmegewinnung aus Holz CO2 -neutral ist.“

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