Ortmann präsentiert Plan B: Von Bassum nach Neubruchhausen querfeldein

Alternative zum Radweg?

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Gesucht wird eine möglichst direkte Verbindung für Radfahrer von Bassum nach Neubruchhausen.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Cord Ortmann brütete in den vergangenen Wochen über Stadtplänen. Danach setzte er sich in seinen alten Polo und quälte die Stoßdämpfer. Querfeldein, mal auf Schotter, mal auf Sandwegen, kein Schlagloch auslassend, suchte er eine möglichst direkte Verbindung von Bassum nach Neubruchhausen, die sich für Radfahrer eignet.

„Und ich bin fündig geworden“, freut er sich. Seine Idee habe er bereits verschiedenen Politikern mitgeteilt. Nun hofft er, dass zumindest darüber beraten wird. Wie berichtet, besitzt Cord Ortmann entlang der Landesstraße 332 Flächen und weigert sich, einen Teil davon für den Bau des Radweges abzugeben. Ortmann geht es nach eigener Aussage nicht um Geld, sondern um den Flächenverbrauch.

Da er – und auch andere Grundstücksbesitzer, unter anderem Marco Häfker – ihre Zustimmung verweigern, verzögert sich der Radwegebau. Die zuständige Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr leitet nun ein Planfeststellungsverfahren ein. Am Ende könnte die Enteignung der Flächenbesitzer stehen. Dieses möchten Ortmann und Häfker verhindern. Sie hoffen auf eine Alternative. Ihre Haltung habe ihnen reichlich verbale Prügel eingebracht, sagen sie. „Ich habe aber auch Zustimmung erhalten“, so Häfker.

Ortmann ergänzt: „Wir möchten nicht als Querulanten dastehen. Deshalb haben wir uns Gedanken gemacht, wie man eine schnelle Verbindung von Osterbinde nach Neubruchhausen realisieren kann – ohne Flächen zu verbrauchen und Steuern zu verschwenden.“

Der Radweg würde knapp eine Million Euro kosten. „Die Alternative nur ein paar tausend Euro.“

Ortmanns ausgeguckte Strecke führt direkt hinter dem Sportplatz Osterbinde nach Eschenhausen, dann querfeldein auf dem „Hallstedter Leichenweg“ (laut Ortmann frühere Bezeichnung) in Richtung Neubruchhausen.

„Die Strecke ist nur unwesentlich länger als die direkte Verbindung entlang der Landesstraße. Die Hälfte ist bereits asphaltiert. Mit geringem Aufwand könnten die Wege, die alle der Stadt Bassum gehören, hergerichtet werden“, ist der Bassumer überzeugt.

Christian Porsch, Fraktionsvorsitzender des Bürgerblocks, kann sich vorstellen, darüber zu diskutieren. „Ich glaube aber nicht, dass die Strecke genutzt würde“, so Porsch und fügt hinzu: „Schulkinder, die zur Oberschule wollen, würden eher über Röllinghausen zum Karrenbruch fahren.“

Daran hat auch Ortmann gedacht, und präsentiert gleich eine zweite Strecke über Gattau, Röllinghausen. „Auch diese Wege existieren bereits und gehören der Stadt. Sie müssen sowieso unterhalten werden.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Christoph Lanzendörfer, kennt die Variante und nennt sie „interessant“. „Ein Ausbau wäre nicht verkehrt, zumal die Kosten für die Herstellung mit schätzungsweise 50000 Euro vergleichsweise gering sind“, so Lanzendörfer. Er fürchtet, dass viele Neubruchhauser die Strecke ablehnen, weil sie eine direkte Verbindung an der Landesstraße bevorzugen. „Wir haben die Verwaltung gebeten, Gespräche zu führen. Dazu gehöre auch, solche Alternativen zu prüfen“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Cathleen Schorling, CDU-Vorsitzende, kennt die Strecke noch nicht und möchte vorher dazu keine Aussage machen.

Auch Eike Sellmer von den Grünen weiß bisher nur, dass man sich um Gespräche bemüht. Sinnvoll sei es auf jeden Fall, sich um Alternativen zu kümmern, sagt sie. Denn keiner könne sagen, ob das Land in den kommenden Jahren erneut Gelder bewilligen wird.

Für Neubruchhausens Ortsvorsteher Rolf Lahmeyer ist die Diskussion um Alternativrouten irritierend. „Seit Jahren reden wir über die direkte Verbindung nach Bassum. Experten haben den Bedarf festgestellt, ein Planungsbüro ist beauftragt worden. Für das Land hat der Radweg oberste Priorität. Ich möchte deshalb auch nicht von der Planung abrücken.“

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