Claudia von Klitzing ist neue Schulleiterin am Gymnasium der Lukas-Schule

„Ohne Unterricht könnte ich nicht mehr!“

Claudia von Klitzing. - Foto: Kreykenbohm

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Nach dem Referendariat stand für Claudia von Klitzing fest: Nie wieder Schule! „Das waren zwei Jahre, die ich nicht wiederholen wollte“, erzählt die heute 52-Jährige und lacht. Doch diesem Vorsatz ist sie gründlich untreu geworden. Denn nun sitzt sie in ihrem Büro in der Lukas-Schule in Bassum und draußen auf dem Schild steht „Schulleitung“. Claudia von Klitzing ist seit August die Schulleiterin für das Gymnasium der christlichen Privatschule.

Ein Posten, den die Schule neu geschaffen hat, weil sie die Zuordnung klarer voneinander trennen und die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen wollte. Gabriele Wilk-Batram hat die Leitung der Realschule inne.

Dass von Klitzing sich an der Lukas-Schule wohlfühlt, glaubt man ihr sofort. „Dadurch, dass die Schülerzahl niedriger ist, ist der Umgang persönlicher und man hat mehr Zeit für Gespräche mit Schülern und Eltern“, erzählt sie strahlend. „Die Kinder und Jugendlichen sind sehr höflich, zuvorkommend und freundlich. Obwohl es natürlich auch hier Konflikte gibt, habe ich den Eindruck, dass die Wertschätzung und der Respekt, den die Kollegen ihnen entgegenbringen, zurückgegeben wird.“ Zudem gefällt es von Klitzing, dass sie mehr über ihren Glauben sprechen kann.

Trotz all dieser Vorzüge ist ihr der Weggang von ihrer alten Schule nicht leicht gefallen. 20 Jahre hat sie Geschichte, Deutsch sowie Werte und Normen am Gymnasium Sulingen unterrichtet. „Ich habe mich dort sehr wohlgefühlt und hatte ein tolles Kollegium“, sagt von Klitzing. Als dann die Anfrage von der Lukas-Schule kam, hat sie sich fast zwei Jahre Zeit mit der Entscheidung gelassen.

Denn letztendlich war es das Gymnasium, dass sie wieder vom Lehrer-Beruf begeistert hat, von dem sie nach ihrem unerfreulichen Referendariat in Salzgitter Abstand genommen hatte. „Ich fing in Sulingen als Feuerwehrkraft an“, erinnert sich von Klitzing, die in Essen geboren wurde und in Freiburg sowie Berlin studierte, bevor es sie nach Langwedel verschlug.

Während ihres Studiums hätte sie sich auch vorstellen können, Archivarin zu werden. „Doch das wäre nicht meins gewesen, weil man dort meistens allein sitzt“, sagt die 52-Jährige mit der warmherzigen Ausstrahlung, die gern Kontakt hat und lacht.

Ein Nebenjob in einer Buchhandlung machte ihr so viel Freude, dass der Traum von einer eigenen Buchhandlung mit Café in ihr erwachte. Als dieser Plan sich zerschlug, ging sie ins Referendariat, wo sie mit den Worten begrüßt wurde: „Schön, dass Sie da sind, aber eine Stelle werden Sie nicht kriegen.“

Sie habe vieles nacharbeiten müssen, was ihr im Studium nicht vermittelt worden sei. Das sorgte für Frust. Nach dem Referendariat habe sie erstmal nicht gewusst, wie es weitergehen sollte. Als sie dann in Sulingen begann, stellte von Klitzing überrascht fest: Ohne die ständige Prüfungssituation macht ihr das Unterrichten plötzlich Spaß! Eine Weile pendelte sie von Langwedel aus, bis sie nach Heiligenfelde zog, wo sie mit Mann und Sohn noch immer lebt. Der Umgang mit Menschen und besonders mit den Schülern begeisterte sie – und das ist bis heute so.

Von Klitzings Augen leuchten, als sie eine Weihnachtskarte zeigt, die ihr ihre letzte Klasse aus Sulingen geschenkt hat. „Die waren am Anfang eine bunt zusammengewürfelte Gruppe und wurden eine so tolle Klasse. Es war schön, zu sehen, wie sie nicht nur gute Schüler sondern auch tolle Menschen wurden.“ Schüler auf ihrem Weg zu begleiten, zu sehen, wie sie sich entwickeln, fasziniert die 52-Jährige an ihrem Beruf, und bringt sie zu einer Aussage, die wohl vor 25 Jahren noch undenkbar für sie gewesen wäre: „Ohne Unterricht könnte ich nicht mehr!“

Die Stelle einer Schulleiterin bei der Lukas-Schule passe gut zu ihr, weil sie zwei für sie wichtige Kriterien erfüllt: Zum einen ist es eine leitende Position, die von Klitzing nach 20 Jahren im Beruf noch einmal vor einer neue Herausforderung stellt. Zum anderen erlaubt sie ihr, trotz vieler Verwaltungsaufgaben, noch ihren Beruf auszuüben und persönlichen Kontakt zu den Schülern zu halten.

In ihrem Amt möchte sie das Profil des Gymnasiums noch stärker entwickeln, das an der Realschule schon sehr gut sei. „Ich möchte verschiedene Projekte in den gesellschaftlichen Fächern anschieben, so wie es beispielsweise ,Jugend forscht’ für die Naturwissenschaftlichen Fächer gibt.“

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