Evangelischer Rentei-Kindergarten feiert seinen 20. Geburtstag

Mit Offenheit in die Zukunft

Die Kinder der Rentei-Kita freuen sich schon auf die Geburtstagsfeier. Neben Leiterin Elke Redenius-Rehling steht Meik – er war vor zehn Jahren selbst in der Kita und absolviert dort zurzeit sein Schulpraktikum. - Foto: Jaursch

Bassum - Von Frank Jaursch. Der gerahmte Zeitungsartikel zeigt, wie Flammen aus dem Dach des einstigen Rentamtes zwischen Kirchstraße und Bremer Straße züngeln. Das Feuer im leerstehenden, rund 300 Jahre alten Stifts-Gebäude im Juni 1993 markierte paradoxerweise fast so etwas wie die Geburt der Idee eines Kindergartens an dieser Stelle. 1996 wurde der evangelische Rentei-Kindergarten eröffnet, in diesem Jahr feiert die Kita ihr 20-jähriges Bestehen.

Das Programm für den Festtag steht längst fest: Mit einem Empfang in der Kindertagesstätte beginnt er am Sonntag, 19. Juni, um 12.30  Uhr. Ab 14 Uhr ist eine Andacht in der Stiftskirche mit Verabschiedung der „Schlaufüchse“, der künftigen Schulkinder, geplant. Im Anschluss daran warten Kaffee, Saft und Kuchen, Spiel und Spaß im kleinen Stiftshof auf die großen und kleinen Teilnehmer.

Ab 15.30 Uhr lädt Kinderliedermacher Uwe Lal zu einem Kinder-Mitmach-Konzert in die Kirche. Den Abschluss bildet gegen 17 Uhr eine Luftballon-Aktion der „Schlaufüchse“, die traditionell ihre Wünsche auf diesem Weg himmelwärts schicken.

20 Jahre Rentei-Kita: Der Artikel über das Feuer von 1993 hängt heute im Büro von Elke Redenius-Rehling. Seit der ersten Stunde ist sie als Leiterin der Kindertagesstätte dabei – mit Herz und Verstand. Wenn sie an die Anfänge zurückdenkt, fallen ihr vor allem zwei Namen ein: Gerd Stötzel und Barbara von Wallenberg Pachaly.

Die einstige Äbtissin des Bassumer Stifts und der damalige Bassumer Bürgermeister setzten sich stark dafür ein, dass das Gebäude der Rentei (in früheren Jahrhunderten die kirchliche Finanzverwaltung) nach dem Wiederaufbau als Kindergarten genutzt werden konnte. „Dafür bin ich beiden bis heute sehr dankbar“, so Redenius-Rehling.

Am 1. August 1996 kehrte mit der Eröffnung des Kindergartens das Leben ins Haus zurück. Und wie! 50 Mädchen und Jungen wuselten fortan in den vielen Räumen herum und tobten auf dem Außengelände.

Von Anfang an war der Rentei-Kindergarten als offene Einrichtung konzipiert. Die Kinder spielten nicht in festen Gruppen, sondern suchten sich ihren Aufenthaltsort selbst aus. Wahrnehmungsraum oder Kreativbereich? Rollenspiel oder lieber Bauklötze? Redenius-Rehling ist bis heute überzeugt von der Idee der offenen Pädagogik. „Die Kinder müssen sich orientieren, sie lernen, Entscheidungen zu treffen.“

Im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte hat sich viel geändert – im Gebäude und in der Einrichtung insgesamt. Statt 50 sind nun 60 Kinder in den Rentei-Gruppen, statt drei Kindern (im Jahr 1996) nehmen jetzt mehr als 30 am Mittagessen teil. Auch das pädagogische Konzept hat sich weiterentwickelt. Die Rentei wurde darüber hinaus als Bewegungs-Kita ausgezeichnet und erhielt das Gütesiegel „Felix“ für die Förderung von Musik.

Auch der engen Verbindung zur evangelischen Kirchengemeinde trägt die Bassumer Einrichtung in der täglichen Arbeit der sieben Erzieherinnen Rechnung. Vom Erzählen biblischer Geschichten über christliche Lieder und das Beten vorm Essen bis zum traditionsreichen Sankt-Martins-Umzug in Kooperation mit der katholischen Kirche.

Für einen Platz in der Rentei-Kita ist es keine Voraussetzung, getauft zu sein, betont Redenius-Rehling und räumt damit mit einem weit verbreiteten Gerücht auf: „Wir haben hier katholische und auch muslimische Kinder.“ Der Rentei-Kindergarten ist eben in mehrfacher Hinsicht eine offene Kita.

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