Ocean‘s 3 überzeugt mit Hommage an Udo Jürgens auf der Kulturbühne

Mit Sahne auf der Torte

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Frank Fiedler

Bassum - Von Angelika Kratz. Voll auf seine Kosten kam am Dienstagabend das Publikum auf der Kulturbühne. „Ich weiß, was ich will“ war das gut dreistündige Programm als Hommage an den verstorbenen Udo Jürgens überschrieben. Sein selbstbewusster Titel war am Abend einer von vielen bekannten und weniger bekannten Ohrwürmern.

Mit auf eine heitere, bisweilen sozialkritische und nachdenkliche Reise vergangener Schlagerjahrzehnte von Udo Jürgens nahm das Bremer Trio Ocean‘s 3 seine gespannte und sehr aufgeschlossene Zuhörerschaft.

Zu verdanken war das Highlight auf der Kulturbühne Gudrun Lösche vom Kulturforum. Die hatte Oceans‘s 3 im Bremer Ratskeller gehört und war sich sofort klar: „Die muss ich nach Bassum holen.“ Ein knappes Jahr dauerte es, aber das Warten sollte sich gelohnt haben.

So schauten Frank Fiedler (Gesang), Dominik Kroll (Piano) und Mathias Klenke (Kontrabass) von ihrer mit einem Kronleuchter und einem edlen Steinway-Flügel bestückten Bühne in erwartungsfreudig lächelnde Gesichter. „Jenny, oh Jenny“ erschien bereits im Jahre 1959 und bildete den Auftakt. Bereits zu „17 Jahr blondes Jahr“ sangen besonders die Frauen im Publikum textsicher und überhaupt nicht verhalten mit.

Frank Fiedler zeigte sich als guter Entertainer, der in Bassum keinen zum Lachen in den Keller schicken musste. Die Stimmung war einfach grandios. „Was ich dir sagen will, sagt mein Klavier“, beantwortete Pianist Dominik Kroll an seinem Steinway und wurde mit so manchem hörbaren Seufzer bedacht.

Ob „Mathilda“, das „ehrenwerte Haus“ oder eine spontane Reise nach Paris – es machte Spaß, zuzuhören und mitzusingen. Zwischendurch gab es von Frank Fiedler viele Informationen über das Ausnahmetalent Udo Jürgens, der das Trio Ocean‘s 3 bereits 2009 zu diesem Programm animierte. Seine emotionale Intensität in den Chansons setzten die drei hervorragenden Musiker der Jazz- und Unterhaltungsszene auf ihrer damaligen Suche nach Swing ohne Schlagzeug und mit deutschen Texten um.

„Der weiße Bademantel ist so schwer zu waschen, er flust immer“, warnte Frank Fiedler bereits im Mittelfeld des Konzertes hinsichtlich des von Udo Jürgens stets vorgenommenen Abschieds.

Bis dahin galt es mit dem Publikum die Sonne aufgehen zu sehen, es ging nach Griechenland und die Sahne auf der Torte durfte natürlich nicht fehlen. Nach einigen sehr emotionalen Stücken konnte das Taschentuch wieder eingesteckt werden und mit „66Jahren“ wurde das Rentenalter auf einen temperamentvollen Sockel gehoben.

Das Publikum ging mit, seufzte hingebungsvoll bei den Sehnsüchten und wurde ganz leise bei den wunderschönen Soli von Kontrabass und besonders dem Piano. „Merci“ hieß es dann wirklich ohne weißen Bademantel, aber mit einigen vehement geforderten Zugaben nach gut drei Stunden bester Unterhaltung.

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