Schüler hinterlassen guten Eindruck

OBS Bassum simuliert Bewerbungsgespräche mit echten Betrieben und vermittelt Praktikumsplätze

Einen guten Eindruck versucht Schüler Oliver (rechts) bei Firmenvertreter André Bartels zu hinterlassen.
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Einen guten Eindruck versucht Schüler Oliver (rechts) bei Firmenvertreter André Bartels zu hinterlassen.

Die Oberschule (OBS) Bassum hat am Mittwochmorgen acht Bassumer Betriebe eingeladen, um sich den Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 9 und 10 vorzustellen und mit ihnen Bewerbungsgespräche zu simulieren. Für manche einen Schüler ging es dabei sogar um einen Praktikumsplatz.

Bassum – „Stadt Bassum – Herr Porsch“, steht auf dem Schild, das an der Tür hängt. Nervös klopft der 14-jährige Daniel an. „Herein“, schallt es ihm entgegen. Er öffnet die Tür und tritt ein. Ihm gegenüber steht Bürgermeister Christian Porsch, der ihn bittet, Platz zu nehmen. Vor Porsch liegt eine Mappe mit Bewerbungsunterlagen. Für Daniel wird es nun ernst, denn die Unterlagen gehören zu ihm. Er bewirbt sich auf einen Praktikumsplatz bei der Stadt Bassum.

Eine Situation, wie sie sich am Mittwochmorgen an der Oberschule (OBS) Bassum Dutzende Male zugetragen hat. Die Jahrgänge 9 und 10 der OBS führten dort im Rahmen des Themenblocks Berufsorientierung simulierte Bewerbungsgespräche mit Bassumer Firmen – und es wurden auch richtige Praktikumsstellen vermittelt.

Abschluss eines Themenblocks

Lehrer Steffen Schumacher, kommissarischer Fachbereichsleiter Arbeit und Wirtschaft an der OBS, erklärt, dass die Schülerinnen und Schüler sich auf diesen Tag vorbereiten konnten. So habe der Jahrgang 9 in der Vorwoche eine Berufsberatung erhalten, der Jahrgang 10 mit dem externen Partner „Jump!-Trainings“ Bewerbungsgespräche in der Theorie geübt. Zudem hätten die Schüler in einer Schreibwerkstatt im Vorfeld Bewerbungsunterlagen anfertigen und zusammenstellen können – und sich anschließend bei den teilnehmenden acht Bassumer Firmen auf richtige Praktikumsplätze oder simulierte Bewerbungsgespräche bewerben können.

Bewerbungsgespräch simulieren und dabei etwas lernen

So hat sich für den 15-jährigen Oliver ein Bewerbungsgespräch bei André Bartels von der Firma Cordes Bad- und Heizungsgestaltung ergeben. Dort simulieren die beiden eine Bewerbung auf den Beruf des technischen Zeichners. „Keine leichte Ausbildung“, warnt Bartels den Zehntklässler, „sehr komplex, aber man hat im Anschluss viele Möglichkeiten. Du musst viel zeichnen, und der Fokus liegt auf Mathe. Aber“, sagt Bartels, „das könnte der richtige Beruf für dich sein.“ Daran glaubt Oliver: „Ich habe im Mathe-Unterricht mit Graphen und Parabeln zu tun gehabt, das hat Spaß gemacht“, erklärt er seinem Gesprächspartner. Doch um das wirklich beurteilen zu können, wolle er vorher noch ein Praktikum machen. „Das halte ich für wichtig“, bestärkt Bartels ihn, „mir selber hat es damals viel geholfen.“

In den letzten Minuten des 20-minütigen Gesprächs erhalten Oliver und die anderen Schüler Feedback von den Firmenvertretern. War die Bewerbung vollständig? Wie wirkte der Auftritt? Was kann man noch verbessern? Oliver hat sich in Bartels’ Augen gut geschlagen: „Ich finde dich sympathisch, die Betriebe brauchen euch junge Menschen. Ich sehe der Perspektive positiv entgegen.“ Ob auch Oliver das Gespräch etwas gebracht hat? „Ja, auf jeden Fall“, sagt der 15-Jährige.

Keine Youtuber und Ärzte

„Ich finde es wichtig, denSchülern die Augen zu öffnen“, sagt André Bartels. Er wolle den Schülern aufzeigen, dass es nicht unbedingt eine Karriere als Youtuber oder Arzt sein muss, sondern dass ein handwerklicher Beruf das Richtige sein kann. „Daher ist es wichtig, dass wir Betriebe hier Präsenz zeigen und in Kontakt mit den Kindern kommen“, sagt er.

Auch Sandra Schorling von Schorling-Holz in Bassum hält viel von dem Format: „Das Schöne ist, dass Bassumer Schüler und Betriebe proftieren“, sagt sie. Kurz zuvor hatte sie mit einem Schüler bereits eine Praktikumsvereinbarung getroffen. Für Betrieb und Schüler hat sich der Tag in diesem Fall also schon gelohnt.

Lob für die Veranstaltung gibt es auch von Christian Porsch: „Es ist auffällig, wie gut die jungen Leute vorbereitet sind“, meint der Bürgermeister, der zudem betont: „Wir brauchen junge Leute.“ Daher verleihe auch er dem Format das Prädikat „wichtig“. Und vielleicht ist ja demnächst Daniel mit einem Praktikumsplatz in der Verwaltung bei der Stadt Bassum einer dieser begehrten jungen Leute. Die Praktikumsunterlagen jedenfalls nimmt Porsch mit.

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