Ende voraussichtlich 2020

Sanierung der Oberschule Bassum hat begonnen

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Rolf Kastendiek vom Fachdienst Liegenschaften des Landkreises Diepholz schaut sich an, was von der ehemaligen Telefonanlage der Oberschule Bassum übrig ist.

Bassum - Von Ulf Buschmann. Kleine Ursache, große Wirkung. Zur Jahreswende 2016/2017 hatte eine Silvesterrakete einen Brand im Verwaltungstrakt der Oberschule Bassum ausgelöst. Der Brandrauch beziehungsweise der Ruß haben diesen Gebäudeteil unbenutzbar gemacht. Deshalb hat sich der Landkreis als Träger der Schule entschlossen, die sowieso geplante Sanierung vorzuziehen. Mit Beginn der Sommerferien ging es los.

Es riecht nach Metallspänen. Kein Wunder, in einem der Räume flext ein Arbeiter eine Schiene durch. Es fliegen die Funken. An anderer Stelle reißen zwei kräftige Männer Auslegeware heraus. Ihre Kollegen bearbeiten derweil ein fest im Boden verankertes Arbeitspult mit massiven Brecheisen. Möbel, alte Heizkörper, Kabel, Wand- und Bodenverkleidungen – alles muss hier raus, denn bald rücken die Bagger an.

„Wir sprechen hier von einem Teilabriss“, sagt Rolf Kastendiek. Der Mann vom Fachdienst Liegenschaften des Landkreises Diepholz verschafft sich an diesem Vormittag einen Überblick auf einer der größten Baustellen, für die er und seine Kollegen verantwortlich sind. In der Oberschule Bassum geht es im wahrsten Sinne des Wortes ans Eingemachte. Für insgesamt rund 9,4 Millionen Euro wird sie saniert. Dies geschieht in zwei Bauabschnitten – innerhalb des ersten wird seit Ferienbeginn gearbeitet. Er dauert bis Ende 2019. Gleich danach geht es mit dem zweiten Bauabschnitt weiter.

Kastendiek macht eine weit ausholende Armbewegung. „Unser erster Bauabschnitt reicht bis zu den Toiletten“, erklärt er. Die Arbeiten würden neben dem Teilabriss des zerstörten Verwaltungstraktes auch die Sanierung der Fassade, die Entkernung des Gebäudes sowie die Erneuerung der Elektrik und der Heizung umfassen. „Im Prinzip bleibt nur das Betongerüst stehen“, sagt Kastendiek.

Tschüss analoge Technik der 1970er-Jahre. Das alte Steuerpult in der Hausmeisterloge wird durch moderne Technik ersetzt.

Während die Schüler ihre Ferien genießen, müssen die Männer von Bauleiter Bogdan Zapert ordentlich schwitzen. Aber die Stimmung ist gut. Vom kleinen Abstellraum bis zum Lehrerzimmer arbeiten sich die Männer vor. Jeder in den 1970er-Jahren verbaute Stoff muss separat entsorgt werden. Ohne schweres Gerät wie die Brecheisen und die Flex geht es gar nicht. Deshalb stehen ein Vorschlaghammer und ein Bohrhammer stets in Reichweite der Männer.

An der Wand gleich neben der Eingangstür zum ehemaligen Sekretariat zeugt noch ein schwarzer Fleck von den Ereignissen, die nun schon mehr als ein Jahr zurückliegen. Wer durch eine der Türen von einem Raum zum anderen geht, sollte aufpassen: Überall hat sich der Brandruß abgesetzt. Sie sind genauso wenig zu gebrauchen, wie alle anderen Einrichtungsgegenstände.

Freiliegende Steckdosen

Kastendiek schaut sich unterdessen im ehemaligen Sekretariat um. Herunterhängende Kabel und freiliegende Steckdosen muten an wie eine Rauminstallation. Unter den freigelegten Platten der Deckenabdeckungen kommt gelbes Netzwerkkabel zum Vorschein. Auch wenn es ziemlich modern aussieht, wird es ein Fall für die Entsorger beziehungsweise Wiederverwerter. Es sei teurer, alte Kabel wiederzuverwenden als neue einzuziehen, erläutert Kastendiek die Strategie.

Fasziniert betrachtet der Ingenieur, der innerhalb seines Fachdienstes vor allem für Elektrotechnik und Co. zuständig ist, das, was er „Fernmeldeverteiler“ nennt. Klemmen für Telefonkabel, Netzwerkanschlüsse und einiges mehr zeigen auch dem Laien: Das muss das sein, was der Volksmund Telefonanlage nennt.

Ortswechsel: Im Flur außerhalb der Verwaltung erklärt Kastendiek, was die Planer mit der Aula vorhaben. Dort kommen die Fenster raus und werden durch sogenannte Energiespar-Fassadenelemente ersetzt. Dies sei notwendig, um den Anforderungen der Energieeinspar-Verordnung nachzukommen.

Betroffen von der Sanierung ist auch das Büro des Hausmeisters. Dort fällt das riesige Schaltpult ins Auge. Von ihm aus kann die komplette Haustechnik gesteuert werden. Auch dieses Relikt einer analogen Technikepoche wird die Sanierung nicht überleben. Zurzeit aber wird es noch gebraucht – zum Beispiel, um die Leute des Roten Kreuzes ins Gebäude lassen zu können. Sie nutzen den späteren zweiten Bauabschnitt nämlich für ihre Blutspendeaktion.

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