Arbeitsgruppe „Soziale Infrastruktur und Gesellschaft“ erarbeitet Vorschläge

Notfall-Plätze für Familien in Ausnahmesituationen

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Die Arbeitsgruppe schlägt vor, Notfall-Plätze in Kindergärten, im Hort oder in der Krippe für Kinder einzurichten, die kurzfristig betreut werden müssen.

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Eine Mutter von zwei Kindern leidet unter Depressionen. Dennoch kämpft sie sich durch den Tag, betreut die Kleinen zu Hause – bis es nicht mehr geht und sie für einen mehrwöchigen Aufenthalt in eine Klinik muss. Die Frage ist: Wohin mit den Kindern? Der Mann kann sich nicht spontan sechs Wochen Urlaub nehmen. Bleibt nur der Anruf in einer Krippe, doch die ist fast völlig ausgelastet. „Brauchen Sie die Plätze, weil Sie berufstätig sind?“, wird die Frau gefragt. Sie verneint und wagt auch nicht, ihre besondere Situation näher zu erläutern.

Frauen, die in einer ähnlichen Situation wie in diesem Beispiel sind, kennt Dr. Eva-Maria Schröder aus Bassum und möchte ihnen gern eine Hilfe aufzeigen. Deswegen hat sie sich in der Arbeitsgruppe „Soziale Infrastruktur und Gesellschaft“ des Stadtentwicklungsprozesses dafür stark gemacht, dass die Stadt Bassum künftig drei Notfall-Betreuungsplätze in Kindergarten, Hort oder Krippe freihält. Elsbeth Ruholl vom Familienzentrum stimmte Schröder zu: „Berufstätige Eltern bekommen eher einen Platz, aber die Familien mit sozialen Problemen fallen schnell hinten runter.“

Betreuungsquote von 92 Prozent

Erster Stadtrat Norbert Lyko erklärte, dass Bassum zurzeit eine Betreuungsquote von 92 Prozent habe. Wenn alle Eltern, die bald das Recht haben, einen kostenlosen Platz einzufordern, davon Gebrauch machen, fehlen 60 Plätze. Schröder wandte ein, dass es ja nicht viele NotfallPlätze bräuchte. „Drei würden genügen, aber diese Möglichkeit muss auch bekannt werden, damit die Frauen das Angebot nutzen.“ Es sei auch ein Thema, das mit viel Scham behaftet sei.

Hannelore Roitsch-Schröder vom Kindergarten „Kinderreich“ gab zu Bedenken, dass man dann die Satzung der Einrichtungen ändern müsse. „Dort muss drin stehen, dass auch medizinische Notfälle bei der Vergabe der Plätze berücksichtigt werden. Dann werden die Frauen, die sich melden, gefragt: ,Brauchen Sie den Platz aus beruflichen Gründen oder aufgrund einer Ausnahmesituation?’“ Diese Situation müssten die Frauen dann mit einem ärztlichen Schreiben nachweisen. Dieser Vorschlag der Arbeitsgruppe wird nun in die Lenkungsgruppe gehen.

„Angebote müssen besser vernetzt werden“

Ein weiterer Diskussionspunkt waren die vielen Angebote für Alt und Jung, die Bassum macht. Das Problem sei, dass diese zu wenig bekannt seien und auch die Akteure, die sich gut ergänzen könnten, zu wenig voneinander wüssten. „Vorhandene Angebote für Jungendliche und Senioren müssen besser vernetzt werden“, lautete ein Vorschlag, den Lyko notierte und ebenfalls in die Lenkungsgruppe geben wird.

Eine Möglichkeit könne sein, dass das Jugendhaus Fönix sämtliche Angebote, die es für junge Menschen in Bassum gibt, auflistet. In diesem Zusammenhang wurde auch über eine Neugestaltung der Homepage der Stadt gesprochen. „Wenn wir uns den Slogan ,familienfreundliche Stadt’ geben, muss sich diese Familienfreundlichkeit auch auf der Seite finden, in dem dort alle Angebote für Familien leicht zu finden sind“, sagte Elsbeth Ruholl. Sie wird sich deswegen mit Reinhard Peukert zusammensetzen, der die Homepage gerade umgestaltet.

Kulturelle Veranstaltung für Kinder

Ebenfalls einig waren sich die Mitglieder, dass in Bassum Treffpunkte, Begegnungsstätten und Räume für verschiedene Gruppen geschaffen werden sollen. Ruholl brachte ein mögliches Bürgerhaus ins Spiel und sprach von Räumen, die vielleicht morgens von Krabbel- und abends von Selbsthilfegruppen genutzt werden könnten.

Die Kinderprogramme in Bassum, wie das Vorlesen in der Bibliothek, sollen für alle Kinder zugänglich sein. Deswegen schlug die Arbeitsgruppe vor, die Zeiten so anzupassen, dass sie sich mit den Stundenplänen nicht überschneiden. „Die Grundschulkinder können zum Beispiel das Vorleseangebot gar nicht mehr nutzen, weil sie dann noch in der Schule sind“, sagte Henning Meyer.

Zudem sprach sich die Gruppe dafür aus, dass die Stadt zwei Mal im Jahr eine kulturelle Veranstaltung organisiert, an der alle Kinder teilnehmen können.

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