Vorwürfe gegen 30-jährigen Geistlichen

Nordwohlder Pastor beurlaubt

Nordwohlde - Von Anke Seidel. Der Pastor der evangelischen Kirchengemeinde Nordwohlde, Gerd Florian Beckert, ist vorläufig beurlaubt worden. „Es sind Vorwürfe gegen ihn geäußert worden, die in Gesprächen mit ihm geklärt werden müssen“, antwortete Superintendent Jörn-Michael Schröder auf eine Anfrage dieser Zeitung.

Um welche Vorwürfe es sich dabei konkret handelt, dazu machte der Superintendent keine Angaben – und verwies auf den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Beteiligten. Eines betonte Dr. Schröder jedoch deutlich: „Die zu prüfenden Sachverhalte haben keine strafrechtliche Relevanz.“

Gerd Florian Beckert selbst wollte ebenso wenig Stellung zu den Vorwürfen beziehen: „Zu diesem Zeitpunkt darf und kann ich dazu nichts sagen“, erklärte der 30-Jährige auf Anfrage. Er hatte die Seelsorge in der Nordwohlder Kirchengemeinde erst im Juni vergangenen Jahres übernommen. „Der Wunsch der Kirchenvorstände nach einem jungen Pastor, der frischen Wind und Lust auf Jugendarbeit mitbringt, scheint in Erfüllung zu gehen“, hieß es in einem Bericht zur Einführung des jungen Pastors.

In der Jugendarbeit, sprich nach einer Konfirmandenfreizeit, hatte es dann – das war aus mehreren Quellen übereinstimmend zu erfahren – Kritik am Verhalten des Pastors gegeben. Die Vorwürfe hatten in der Osterzeit zur Beurlaubung des Geistlichen geführt. Den Konfirmationsgottesdienst am vergangenen Sonntag hatte deshalb bereits Pastorin Johanna Schröder aus Syke gestaltet.

Traditionsgemäß hatte in diesem Gottesdienst ein Mitglied des Kirchenvorstands den neun Konfirmanden gratuliert. Ganz persönlich ermunterte Kirchenvorsteher Alexander Loerke die jungen Menschen demnach, zwischen Kirche und Kirchenleitung genau zu differenzieren, kritisch mit ihnen umzugehen – und in der Kirche zu bleiben. Damit hätten sie eine kleine Chance, etwas zu bewirken.

Hintergrund dieser Ansprache waren offensichtlich die Vorwürfe gegen den Pastor – und der Wunsch, den Sachverhalt so schnell wie möglich zu klären, um eine Vorverurteilung des jungen Pastors zu verhindern.

Eine Gottesdienstbesucherin fragte sich allerdings: „Möchte man neuerdings durch die Austragung von Streitigkeiten zweier Parteien im Gottesdienst so die Menschen für den Glauben und die Kirche begeistern?“ Die ungeklärten Fragen belasten die Kirchengemeinde Nordwohlde offenbar stark. Wie Recherchen dieser Zeitung ergaben, sind die Meinungen in Nordwohlde geteilt. Zu hören war einerseits der Wunsch nach der Rückkehr des Pastors, dessen Arbeit offensichlich geschätzt wird. Zu spüren waren aber genauso die Verunsicherung und die Ratlosigkeit über die Vorfälle während der Freizeit. In einem Punkt sind sich die beiden Parteien allerdings einig: So schnell wie möglich müssen die Probleme geklärt werden. „Die Unschuldvermutung gilt so lange, bis etwas bewiesen wurde“, hieß es gestern.

So geht es weiter:

Lothar Dreyer übernimmt Vertretung

Nordwohlder sammeln Unterschriften: Beckert soll bleiben

700 Unterschriften für Pastor Beckert

Rubriklistenbild: © dpa

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