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Bienenfutter aus dem Automaten: Norbert Tilger bietet Imkereibedarf

Norbert Tilger hat den ersten Bienenfutterautomaten aufgestellt. Foto: Albrecht
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Norbert Tilger hat den ersten Bienenfutterautomaten aufgestellt.

Bassum - Die Enttäuschung ist Norbert Tilger ins Gesicht geschrieben. Sein Bienenfutterautomat hängt keine zwei Tage vor dem Eingang seines neuen Geschäftes an der Langen Straße in Bassum und schon hat irgendein Idiot den Geldeinwurf blockiert. „Dabei ist das doch für eine gute Sache“, ärgert sich der Hobbyimker.

Der Automat hat mehr als 300 Euro gekostet. „Den kann ich nun gleich wieder zurückschicken und reparieren lassen.“ Dabei muss er noch so viel auspacken. Tilger ist in neue Räume gezogen. Mit seinem Geschäft für Imkereibedarf hat er sich einen Namen gemacht. Imker aus der Region kommen zu ihm, um sich beraten zu lassen oder um Ausrüstung zu kaufen.

Angefangen hat der Bassumer 2018 mit einem kleinen Laden an der Querstraße. Damals beschränkte er sich noch auf Marmelade, Honig, Kerzen und andere Produkte von Bienen. Da er Platz hatte, stellte er ein paar Utensilien für den Imkereibedarf ins Geschäft. Das sprach sich rum. Bald schon kamen erste Nachfragen.

Im April 2019 zog Tilger in ein größeres Geschäft, nun ist er wieder umgezogen, hat sich stetig vergrößert. Ob Schutzausrüstung wie Hut, Schleier oder Handschuhe, Smoker oder Beuten (das sind die Wohnungen für Bienen), Tilger hat es im Laden oder kann es bestellen. Er betreibt selbst einen Internetshop. Natürlich bietet er auch den eigenen Honig an.

Über das Internet hat er von den Bienenrettern erfahren. Das gemeinnützige Bildungsprojekt des Frankfurter Instituts für nachhaltige Entwicklung bietet Workshops zum Thema Nachhaltigkeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen an, erklärt unter anderem die Situation der Bienen. Das Bildungs- und Ökologieprojekt wird von ehrenamtlichem und freiwilligem Engagement getragen.

Eine von vielen Ideen der Verantwortlichen sind Bienenfutterautomaten. Ähnlich wie ein Kaugummiautomat sind darin Blühsamen enthalten. Der Kunde kann sich entscheiden, ob er 20 oder 50 Cent ausgeben möchte. „Ich fand die Idee super und habe ein Exemplar bestellt“, so Tilger. Das Geld aus dem Automaten geht zurück an die Bienenretter. „Daran verdiene ich nichts“, sagt der Imker.

Kunststoffkugeln für Samen - aber wiederbefüllbar

Die Samen sind zwar in einer Kunststoffkugel. „Diese ist aber wieder befüllbar, soll also zurückgegeben werden. Unten am Automaten gibt es eine Box, in die die Kunden die leere Kugel wieder einwerfen können.“

Der Hobbyimker freut sich darüber, dass immer mehr Leute Interesse daran haben, etwas für Bienen zu tun. Es gebe auch immer mehr Hobbyimker. Wobei Tilger zu bedenken gibt: „Wir müssen aber aufpassen, dass es nicht zu viele werden.“

Die Honigbiene sei robuster als die Wildbiene. Sie könne auch weitere Strecken zurücklegen und werde im Notfall vom Imker zugefüttert. Da immer mehr Imker ihre Völker mitten in der Natur aufstellen, bestehe die Gefahr, dass diese der Wildbiene die Nahrung wegfressen. Um das zu verhindern, müssten noch viel mehr Blühstreifen gepflanzt werden.

Mit den Samen aus dem Bienenretter-Automaten könne jeder auch einen kleinen Beitrag dazu leisten, zum Beispiel im Topf auf dem Balkon oder auf einer kleinen Fläche im Garten.

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