Garten im Herbst

Nicht jeder Igel benötigt Hilfe

Igel futtern sich gerade Fettreserven an und suchen nach einem Winterversteck.
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Igel futtern sich gerade Fettreserven an und suchen nach einem Winterversteck.

Bassum – Der Winter steht vor der Tür. Höchste Zeit, den Garten aufzuräumen. Doch sollte nicht alles weggeräumt werden, damit Igel und Co. unterstützt und gesund durch die kalte Jahreszeit kommen. Die stacheligen Tierchen sind ab Mitte November im Winterschlaf und gehören in Deutschland zu den besonders geschützten Arten. Gerade zu dieser Jahreszeit brauchen sie unter Umständen menschliche Hilfe – und die beginnt damit, den eigenen Garten vorzubereiten.

„Es ist wichtig, nicht alle Pflanzen abzuschneiden und das Laub da, wo es geht, liegen zu lassen. Auch, damit die Insekten darin überwintern können. Die Pflanzen dienen dann auch als Nahrung für Igel“, sagt beispielsweise Anni Wöhler-Pajenkamp vom Nabu Syke und Umland. Sie empfiehlt außerdem, Reisig- oder Laubhaufen in einer geschützten Ecke des Gartens aufzuschichten, sodass Igel und andere Tiere dort Unterschlupf suchen könnten.

Mit der Hilfsbereitschaft nicht übertreiben

So geschützt können sie dann den Winter bis ins Frühjahr verschlafen. Nur hin und wieder wachen sie auf, um nachts auf Nahrungssuche zu gehen. „Wenn man sie im Winter verstärkt tagsüber sieht, ist mit großer Wahrscheinlichkeit etwas im Argen“, erklärt Wöhler-Pajenkamp. Es bestehe die Möglichkeit, dass die Igel nicht genug Nahrung fänden oder krank seien. Dann könne es sein, dass einzugreifen sei.

Allerdings sollten es Tierfreunde mit der Hilfsbereitschaft nicht übertreiben: „Viele rufen an, obwohl die Igel gar nicht krank, sondern einfach nur etwas zu leicht sind“, erzählt sie. Deswegen rate sie dazu, erst einmal genau zu beobachten, welches Problem vorliege. Sei der Igel nicht stark untergewichtig, solle er nicht ins Haus geholt werden: „Das hat man früher öfter empfohlen, aber das muss nicht sein. Wenn sie draußen ein Versteck haben und man sie zusätzlich füttert, reicht das aus.“

Wer in seinem Garten keinen Unterschlupf für die Igel zur Verfügung habe, könne ihnen auch kleine Hütten bauen oder diese im Handel kaufen.

Erste Anlaufstelle: Tierarzt oder Igel-Aufzuchtstation

Nur kranke, verletzte und auffällig unterernährte oder geschwächte Tiere sollten eingesammelt und zu einer Igelstation gebracht werden. „Dazu zählen nur solche, die sich kaum einrollen, apathisch oder auch stark von Parasiten befallen sind“, so Wöhler-Pajenkamp. Auch Igelkinder, die ab Anfang November mit einem Gewicht von unter 600 Gramm aufgefunden würden, müssten vor allem, wenn sie tagsüber unterwegs sind, unbedingt in fachliche Obhut gebracht werden. Die erste Anlaufstelle sollte dann der Tierarzt oder eine Igel-Aufzuchtstation sein.

Scheinen die Stacheltiere allerdings lediglich Probleme bei der Nahrungssuche zu haben, darf zugefüttert werden. „Man kann sie durch fetthaltige Nahrung unterstützen. Trockenfutter für Katzenkinder mit etwas Keimöl und einer Schale Wasser bieten sich an“, weiß die Twistringer Igelmutter Elke Ahlers, die selbst schon viele Igel aufgepäppelt hat.

Auch Nassfutter für Katzen sei geeignet, sowie hart gekochte Eier, ungewürztes, angebratenes Hackfleisch und Haferflocken. Zu vermeiden seien dagegen Milch, Speisereste, Obst und Gemüse, rohes Fleisch und ungekochtes Ei sowie zusätzliche Vitamingaben.

Die Futterschale sollte täglich mit heißem Wasser gereinigt werden, um Keimen vorzubeugen.

Von Mona Brümmer

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