Bassumer Kita Kinderreich mit Jolinchen-Plakette ausgezeichnet

Neugierig, aber niemals belehrend

Karin König-Schneider (v.l.) überreicht Heidrun Brinkmann und Franz Holsten (r.) Plakette und Zertifikat. Auch der Erste Stadtrat Norbert Lyko freut sich über die Entwicklung im Kinderreich. Foto: Kreykenbohm

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Seit drei Jahren hat der Kindergarten Kinderreich einen besonderen Mitarbeiter, der zwar nicht bezahlt, aber von allen sehr geschätzt wird. Sein Name ist Jolinchen. Das kleine Drachenkind ist ziemlich neugierig, niemals belehrend. Es möchte die Kinder dazu animieren, am besten alles mal auszuprobieren. Vor allem, wenn es ums Essen geht.

Ausgewogene Ernährung ist das Stichwort – was aber nicht heißt, dass Schokolade verteufelt wird. Auch Jolinchen fährt mit dem Zug gern mal ins Süßigkeiten-Land, allerdings gibt es da nur die „Ein-Mal-am-Tag-Station“. Aber auch Bewegung und seelische Gesundheit gehören zu seinen Themen, über die es mit den Kindern sprechen möchte.

Das Jolinchen-Programm wurde von der AOK entwickelt und allen Kitas zur Verfügung gestellt, die mitmachen möchten. „Die Erzieher bekommen dadurch Tipps, wie sie die Themen kindgerecht vermitteln können. Aber auch die Eltern werden eingebunden“, schildert Karin König-Schneider, Beraterin für Prävention bei der AOK.

Sie ist an diesem Tag ins Kinderreich gekommen, um Leiter Franz Holsten eine kleine Plakette und eine Urkunde zu überreichen. Symbole, die zeigen sollen, dass sich das Kinderreich auf den Weg gemacht hat, um nachhaltig etwas zu verändern. Nicht nur, was das körperliche Wohlbefinden angeht. „Es geht auch darum, die Kinder zu gutem Verhalten zu animieren“, so König-Schneider.

Was das Essen betrifft, müsse man sich nicht sklavisch an alles halten. „Wichtig ist, alles einmal auszuprobieren. Die Kinder sollen sich gern gesund ernähren – wobei der Begriff gesund schon sehr verbraucht ist.“ Die Kinder sehen einen Gegensatz zwischen gesund und lecker, weswegen König-Schneider lieber von ausgewogener Ernährung spricht.

Nach drei Jahren endet das Jolinchen-Programm, in dem die AOK immer mal wieder die Mitarbeiter geschult und unterstützt hat. Dennoch steht die Krankenkasse weiterhin für Fragen zur Verfügung und bietet beispielsweise Workshops an. „Ich habe in dieser Zeit auch gelernt, umzudenken und viel auszuprobieren“, lobt Köchin Heidrun Brinkmann, die sich darum bemüht, auch das unbeliebteste Gemüse (Kohlrabi), ihren kleinen Gästen so zu servieren, dass es gut ankommt.

Zudem gibt es viel Rohkost zum Naschen. Das sei sehr gut, lobt König-Schneider, denn sie habe auch schon Kinder gesehen, die mit vier Jahren noch nicht richtig kauen könnten, weil die Eltern sogar die Rinde vom Brot abschneiden.

Wenn die Kinder des Bassumer Kinderreichs den grünen Drachen auf dem Speiseplan sehen, wissen sie schon: Das Essen ist gesund und lecker. Weniger hilfreich sei es, wenn Eltern den Plan mit ihren Sprösslingen studieren und gleich sagen: „Das magst du ja sowieso nicht“, erklärt Karin König-Schneider.

Oftmals würden Kinder in der Kita Dinge versuchen, die sie zuhause ablehnen, weiß die Präventionsberaterin.

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