Neubruchhausen bekommt einen neuen Laden

Einkaufen an 365 Tagen im Jahr

An diesem Eingang möchten Veronika Matt (links) und Diana Spitzer bald ihre Kunden begrüßen.
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An diesem Eingang möchten Veronika Matt (links) und Diana Spitzer bald ihre Kunden begrüßen.

Neubruchhauser können sich freuen: Ein Laden für alle Dinge des täglichen Bedarfs wird in das Gebäude der Volksbank an der Hauptstraße einziehen. Ab dem 1. Juli beginnen die Umbauarbeiten.

  • Veronika Matt und Diana Spitzer planen einen Laden, der 365 Tage im Jahr geöffnet hat.
  • Kunden können Ware selber einscannen.
  • Umbau beginnt am 1. Juli.

Neubruchhausen – Die Zahnpasta ist alle. Und die Reserve-Tube, die man noch im Schrank wähnte, stellt sich als Fehl-Erinnerung heraus. Oder Besuch kommt spontan vorbei und es ist nichts mehr zu Knabbern im Haus. Und das an einem Sonntag! In Neubruchhausen wird ein solches Szenario schon bald keine Katastrophe mehr sein. Denn die Anwohner können sich dann immer zwischen 6 und 22 Uhr auf den Weg zur Hauptstraße 12 machen.

Dort, wo jetzt noch die Volksbank ihren Sitz hat, soll dann ein Laden seine Tore geöffnet haben, der all die Dinge des täglichen Bedarfs im Sortiment hat.

An 365 Tagen im Jahr haben die Kunden zu den bereits genannten Zeiten Zutritt. Sie packen die Ware in ihren Einkaufswagen, scannen sie an der Kasse selbst ein und zahlen mit Karte. Fertig.

Klingt simpel. Und das soll es auch sein, versichern Veronika Matt und Diana Spitzer. „Ein bisschen wie früher, wenn man allein Einkaufsladen gespielt hat“, sagt Matt und lacht. Sie und ihre Schwester sind die Frauen hinter dem geplanten Geschäft, ihr erstes, gemeinsames Projekt. Und die beiden brennen dafür, das spürt man. Sie wohnen in Syke und Heiligenfelde, sind kaufmännisch ausgebildet und bringen mehr als 20 Jahre Berufserfahrung mit.

Dem Ort etwas Gutes tun

Als sie hörten, dass die Volksbank das Gebäude verkaufen möchte, griffen sie zu. Bezahlbaren Wohnraum wollen sie schaffen und planen, das Dachgeschoss auszubauen, so dass neben der vorhandenen Wohnung im ersten Stock noch eine zweite entsteht. „Aber wir wollten noch mehr machen, dem Ort etwas Gutes tun“, schildert Matt. „Wir fragten uns: Was braucht Neubruchhausen?“

Bei der Stadt Bassum bekamen sie den Hinweis auf eine Verbesserung der Infrastruktur. Die Idee für einen Laden im Erdgeschoss verfestigte sich. Damit gingen die Schwestern weiter zum Heimatverein Neubruchhausen und zu Renate Bothe, die ja bereits einen Dorfladen betreibt. „Es war uns sehr, sehr wichtig, alle mit einzubinden und niemanden vor den Kopf zu stoßen. Wir wollen uns mit unserem Projekt harmonisch in die Dorfstrukturen einfügen“, sagt Spitzer. Da habe es wunderbar gepasst, dass Bothe mitteilte, dass sie plane, in absehbarer Zeit in Rente zu gehen. Ihre Tochter könne sich eine Zusammenarbeit mit Matt und Spitzer vorstellen.

Läden wie der, den die Schwestern planen, gebe es schon deutschlandweit. „Wir haben uns viel angesehen und recherchiert“, erläutert Matt. „Uns war wichtig, dass das Konzept nachhaltig und wirtschaftlich tragbar ist. Und obwohl es verbreitet ist, legen wir Wert auf Individualität. Diese soll sich zum einen in der Gestaltung zeigen. Es soll ein gemütlicher Laden sein, in dem sich die Leute wohlfühlen und der zum Ort passt. Zum anderen soll sich das im Sortiment widerspiegeln. Wir möchten mit regionalen Anbietern zusammenarbeiten und laden sie herzlich ein, sich bei uns zu melden.“

Kunden werden nicht allein gelassen

Zu dem Wohlfühlfaktor gehört auch, dass die Kunden nicht einfach beim Einkauf ihrem Schicksal überlassen werden. „Wir werden Service-Zeiten haben, in denen immer jemand im Laden ist, der weiterhilft. Gerade in der ersten Zeit nach der Öffnung werden wir dieses Angebot ausweiten, damit die Kunden erst mal alles kennenlernen können“, so Matt.

Und was ist in den Zeiten, wo niemand im Laden ist? Wie wird verhindert, dass der Kunde einfach mit der Ware nach draußen spaziert, ohne zu bezahlen? „Wir werden ein ausgewähltes Zugangssystem für unsere Kunden anbieten, mit dem wir sicherstellen, dass die Ware, aber auch der Laden sicher ist. Es wird auch ein sicheres Kamerasystem mit Warensicherung geben“, erläutert Matt. Studien bewiesen aber auch, dass in einem SB-Laden nicht mehr und weniger gestohlen werde, als im normalen Supermarkt. „Wichtig ist aber auch Vertrauen auf Ehrlichkeit. Und erst, wenn es nicht klappt, muss man nachjustieren“, finden die Frauen.

Ebenso wichtig ist ihnen, dass die Neubruchhauser in das Projekt auch weiterhin eingebunden sind und es begleiten. „Wir möchten das Dorf auf dem Laufenden darüber halten, was wir tun und planen. Aus diesem Grund arbeiten wir auch gerade an einer Internetseite, auf der wir unter anderem Umfragen machen wollen, in denen es darum geht, was die Kunden sich wünschen und was fehlt. Wir haben noch so viele Ideen, zum Beispiel einen Lieferdienst für ältere Kunden.“

Umbau beginnt am 1. Juli

Dass dieses Miteinander gut klappen wird, davon sind Matt und Spitzer überzeugt. „Wir wurden hier mit so offenen Armen empfangen, dass wir ganz überwältigt waren. Die Neubruchhauser sind so voller Elan! Die wollen was – und wir wollen was.“ Die Frauen lachen. „Das passt also ganz gut!“

Start für die Umbauarbeiten ist der 1. Juli. Und wann können die ersten Kunden shoppen kommen? „Wir hoffen, dass wir noch das Weihnachtsgeschäft mitnehmen können – aber ein genaues Datum haben wir noch nicht.“ Und wie wird der Laden heißen? „Auch daran arbeiten wir gerade“, sagen die Schwestern und gestehen: „Das ist gar nicht so einfach.“

Kontakt

Regionale Anbieter und Handwerker, die mit Matt und Spitzer zusammenarbeiten wollen, können sich per E-Mail an ve-di@gmx.de wenden.

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