Neues Buch von Christiane Liesmann handelt von der Stadt Stolp und ihrer Familie

Emotionale Reise in die Kindheit

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Christiane Liesmann

Bassum - Von Frauke Albrecht. Die Bassumer Autorin Christiane Liesmann hat ein neues Buch geschrieben. Doch anders als die fünf Vorgänger handelt es nur am Rande von Bassum. Vielmehr ist es eine Aufarbeitung ihrer Kindheit. Christiane Liesmann, gebürtige Braun, stammt aus Stolp (früher Pommern, heute Slupsk in Polen). „Auch Klein Paris genannt“, fügt Liesmann hinzu und verweist darauf, dass das gleichzeitig der Buchtitel ist.

„Es ist es eine Familiengeschichte“, sagt sie. Deshalb habe sie das Buch nicht über eine größere Druckerei in Auftrag gegeben, sondern als Book on Demand. „Ich dachte nicht, dass es neben meiner Familie noch andere interessiert.“ Aber falsch gedacht. Denn als sie im Rahmen der Ausstellung Die Not vor Augen - Europa im Blick“ mit Sykes Museumsleiter Ralf Vogeding sprach, war dieser begeistert. „Er wollte unbedingt ein Exemplar haben und hat später drei weitere geordert“, freut sich Liesmann.

Und auch für die vielen Menschen, die ursprünglich aus Ostpreußen, Westpreußen und Pommern kommen, könnte das Buch interessant sein, glaubt sie.

Die Idee reifte in ihr vor einigen Jahren. „Die Kinder haben mir zum 70. Geburtstag eine Reise nach Stolp geschenkt“, erinnert sie sich. Sie kehrte zurück an den Ort ihrer Kindheit. Und es war eine sehr emotionale Reise. „Ich habe ganz vieles wiedererkannt“, erzählt Liesmann. Besonders schön war für sei, dass sie sogar in die alte Wohnung durfte. „Da sind mir die Tränen gekommen“, gesteht die Autorin. Sie beschloss, ihre Geschichte aufzuschreiben – vor allem auch für meine Kinder, sagt sie. Es ist, wie die Reise, eine sehr emotionale Beschreibung.

Christiane Braun war fünf Jahre alt, als sie mit ihrer Mutter und ihren drei Geschwistern die Flucht antrat. Auch diese schildert sie in dem Buch. Dabei habe sie ihre Erinnerung und die Erzählungen der Familienmitglieder und Freunde verarbeitet. „Meine Mutter wollte unbedingt auf die Gustloff, bekam aber keinen Platz mehr.“ In Viehwagen ging es gen Westen. „Als Kind bekommt man vieles nicht mit. Ich konnte mich nur an Bruchstücke erinnern. Beispielsweise, dass wir oft flach auf dem Acker lagen.“ Erst viel später sei ihr bewusst geworden, dass sich die Flüchtenden vor Tieffliegern versteckten, die es auf die Bahnstationen abgesehen hatten.

Weitere Stationen der Flucht waren Friedland und das Flüchtlingslager in Celle. „Von dort wurden wir verteilt. Wir kamen nach Bassum. Und hier wollten uns viele nicht haben“, erinnert sie sich. Manche hätten die Flüchtlinge als „Pack“ beschimpft. Familie Braun hatte Glück. „Hilde Ewerts vom Hotel Stadt Bremen nahm uns bei sich auf“, erinnert sich die Bassumerin.

Wenn sie die Berichte über die Flüchtlinge aus Syrien heute im Fernsehen anschaut, kommen Erinnerungen in ihr hoch. „Ich kann mir vorstellen, wie sich die Menschen fühlen müssen“, sagt sie und sieht es als moralische Verpflichtung, die Kriegsflüchtlinge aufzunehmen. Wer sich für das Buch „Stolp – auch Klein Paris genannt“ interessiert, kann es bei ihr für 19,80 Euro erwerben. Tel. 04241/1507.

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