Lukas-Schule bekommt erstmal keinen Breitbandanschluss

Neuer Bau mit altem Netz

Noch sieht es in dem künftigen Musikraum der Lukas-Schule trostlos aus. Aber das soll sich bald ändern. Foto: Kreykenbohm

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Noch würden sich Frösche in dem großen Raum wohler fühlen als Schüler. Der kühle November-Wind weht durch die Öffnungen in den kahlen Wänden des Rohbaus und der Regen hinterlässt große Lachen auf dem Betonboden. Doch schon bald werden Fenster in die Öffnungen eingebaut. Fußboden und Wände sorgen dann durch ihre freundlichen Farben für eine angenehme Atmosphäre. Dort, wo jetzt Metallstreben die Decke stützen, sollen Schüler an Musikinstrumenten sitzen.

„Und wenn das Wetter es zulässt, öffnen wir die hintere Fensterfront. Die führt auf eine Terasse, auf der die Schüler bei Veranstaltungen der Schule spielen können“, schildert Friedhelm Bilsing, Geschäftsführer der Lukas-Schule in Bassum. Er und auch Gabriele Wilk-Batram, Leiterin der Realschule, sehen schon alles genau vor sich und lassen sich auch vom trüben Wetter nicht die Laune verderben.

Dazu haben sie auch überhaupt keinen Grund. Denn der Anbau der Lukas-Schule, in dem sowohl Realschüler als auch Gymnasiasten eine neue Heimat finden, schreitet im rasanten Tempo voran. „Wir sind etwa eineinhalb Wochen vor dem Zeitplan“, freut sich Bilsing. „Wenn alles so weiter geht, wird der Rohbau im November fertig, so dass Anfang Dezember die Dachdecker kommen können. Sofern die Witterung mitspielt, können wir Mitte Dezember Richtfest feiern.“ Alle Arbeiten werden von Firmen aus der Region übernommen. „Mit denen haben wir gute Erfahrungen gemacht“, sagt Bilsing.

Dass der Bau so gute Fortschritte macht, kommt der Lukas-Schule sehr entgegen. Denn die Schüler, die das zweigeschossige Gebäude mit sieben Klassenzimmern und einem Musik-, Kunst- und Werkraum nutzen sollen, werden nicht erwartet – sie sind schon da. „Wir haben sie übergangsweise an der Grundschule, in einem Raum, der eigentlich für naturwissenschaftlichen Unterricht gedacht ist, oder in einem Mobilbau untergebracht“, erklärt Wilk-Batram.

Die Realschulleiterin und der Geschäftsführer der Lukas-Schule steigen eine Treppe empor und betreten den ersten Stock. Dort entstehen noch zwei Besonderheiten, die vor allem den Schülern entgegenkommen sollen, die von weiter her nach Bassum kommen und in den Freistunden nicht mal eben schnell nach Hause fahren können. „In dem stillen Arbeitsraum haben sie die Möglichkeit, zu lernen, zu lesen, im Internet zu recherchieren oder Referate vorzubereiten“, schildert Wilk-Batram. Wie in einer Bibliothek ist dort lautes Sprechen oder Essen nicht gestattet.

Das können die Schüler in der sogenannten Chill-Lounge, gleich nebenan. „Dort werden Sessel stehen, die Jugendlichen können sich unterhalten, trinken und essen. Und da die Wände entsprechend gedämmt sind, werden die Schüler im Arbeitsraum auch nicht gestört.“ Rund drei Millionen Euro lässt sich die Schule den Anbau kosten.

Doch neben all den positiven Berichten gibt es auch einen Wermutstropfen. „Wir werden in den nächsten zwölf Monaten nicht an das öffentliche Breitbandnetz angeschlossen“, erklärt Bilsing. Er habe alles versucht, mit dem Landkreis, der Stadt und Nordischnet telefoniert, doch da sei nichts zu machen. „Wir sitzen weiterhin in einem weißen Flecken von Bassum. Natürlich könnten wir jetzt einen Vertrag bei Nordischnet unterzeichnen, aber wann wir angeschlossen werden, ist nicht klar.“

Das sei „unschön“, wie Wilk-Batram anmerkt. Schließlich werden alle neuen Klassenräume mit digitalen Tafeln ausgestattet. Ziel sei es, in dem Neubau digitale Medien in höchsten Maße einzusetzen. Die finanziellen Mittel aus dem Digitalpakt für solche Neuerungen können die Schulen nur bis 2023 abrufen. „Die bekommen wir aber nur, wenn wir zeigen, dass unser Netz nicht zusammenbricht, wenn alle Anschlüsse gleichzeitig laufen. Und das ist unter den jetzigen Voraussetzungen nicht der Fall.“ Doch die Lukas-Schule will sich selber helfen. „Wir prüfen den Bau einer Antennenanlage, durch die wir den Internetzugang über die Grundschule am Schützenplatz erhalten“, so Bilsing.

Neben dem Neubau hat die Lukas-Schule auch Geld unter anderem in einen neuen Stromanschluss für den Campus gesteckt und den IT-Raum für den Ausbau vorbereitet. Denn das große Ziel ist es, irgendwann eine Grundschule auf dem Gelände zu errichten, damit alle Institutionen – Kindertagesstätte, Grundschule, Realschule und Gymnasium – auf einem Fleck sind. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Erstmal fasst die Schule die Eröffnung des Neubaus im August 2020 ins Auge.

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